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09. Oktober 2008 09:30 Uhr

Kommentar

Abkassierer im Abseits

Es ist vieles aus dem Ruder gelaufen bei der Bezahlung von Top-Managern. Wir erinnern uns an den früheren Daimler-Chef Jürgen Schrempp, der den Shareholder-Value als vorrangiges Ziel der Unternehmensführung propagierte. Möglichst viel für die Anteilseigner herausholen, und das in möglichst kurzer Zeit, lautete die Devise, und dabei wollten auch die Manager nicht hintanstehen. Von Klaus Köhler

So wurden Prämien-Systeme geschaffen, die sich an kurzfristigen Steigerungen des Börsenwertes orientierten und den Vorständen große Mengen an Aktienoptionen zu oft günstigsten Konditionen bescherten. Von einer Verpflichtung, die Bonus-Zahlungen zurückzugeben, wenn sich Entscheidungen im Nachhinein als Verlustgeschäft erweisen, war meistens keine Rede.

Bleibt noch die Haftung im Schadensfall, die für die betroffenen Manager sehr teuer werden kann. Doch da gibt es ja Versicherungen, die großzügig abgeschlossen wurden. Selbstbeteiligung ausgeschlossen, lautet für viele Chefs die Devise, auch bei der Hypo Real Estate. Nicht nur in diesem Punkt missachtet man gern den Corporate Governance Kodex, mit dem deutschen Firmen Verhaltensregeln ans Herz gelegt werden.

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Angesichts der Empörung über die Pleitebanker, die beim Abschied noch groß Kasse machen, ist es verständlich, dass die Politik Managergehälter und -abfindungen deckeln will. Die rechtlichen Möglichkeiten sind allerdings beschränkt - zu Recht, denn über die Vergütung ihrer Top-Angestellten müssen immer noch die Eigentümer entscheiden. Die werden in nächster Zeit ohnehin knickriger werden.

Anders sieht es aus, wenn der Staat einem Unternehmen zu Hilfe eilt. Dann darf er Bedingungen diktieren, auch für das Management. Aber dabei stößt er ebenfalls schnell an rechtliche Grenzen.

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