Mittwoch, 22. Mai 2013

14. März 2012 09:43 Uhr

Amnesty: Systematische Folter in syrischen Gefängnissen

Amnesty International hat einen Bericht zur systematischen Folter in Syrien vorgelegt.

Syrische Gefangene werden nach Angaben der Menschenrechtsorganisation Amnesty International systematisch gefoltert. Viele Opfer berichteten, dass sie mit Stöcken, Gewehrkolben, Peitschen und Seilen geschlagen wurden, teilte die Organisation am Mittwoch mit, die Aussagen syrischer Flüchtlinge in Jordanien sammelte.

Amnesty: Elektroschocks und Vergewaltigungen

Überlebende berichteten zudem, dass sie bei der  Befragung in Autoreifen gezwängt, aufgehängt und mit Stöcken und  Kabeln misshandelt wurden. Verbreitet seien auch Elektroschocks, zudem gebe es zunehmend Berichte über Vergewaltigungen von Gefangenen.

"Die Aussagen sind weitere Beweise für Verbrechen gegen die  Menschlichkeit in Syrien", erklärte die Amnesty-Syrien-Expertin in Deutschland, Ruth Jüttner. Da eine Überweisung an den  Internationalen Strafgerichtshof bisher gescheitert sei, müsse der UN-Menschenrechtsrat das Mandat der Untersuchungskommission zur Lage in Syrien erweitern.

Homs: Massaker an Frauen und Kindern

"Die Kapazitäten für die Dokumentation müssen im Hinblick auf die künftige internationale Strafverfolgung erhöht werden", erklärte Jüttner. Zugleich forderte sie eine bundesweite Regelung, die syrische Flüchtlinge in Deutschland vor Abschiebung schützt.

Erst am Montag hatte die Nachricht eines  Massakers an 47 Frauen und Kinder in der Protesthochburg Homs für Betroffenheit gesorgt. Die Opposition hatte syrische Milizen dafür verantwortlich gemacht, Staatsmedien sprachen von der Tat "terroristischer Banden".

Konflikt in Syrien: Mehr als 7500 Tote

Der Konflikt in Syrien dauert inzwischen rund ein Jahr an. Schätzungen der Vereinten Nationen gehen bislang von mehr als 7500 Toten aus.

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