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22. Januar 2012 16:21 Uhr

Fragen und Antworten

Antibiotikum im Schweinefutter: Das müssen Verbraucher wissen

Kontrolleure haben in bayerischen Schweinemastbetrieben Antibiotikum im Tierfutter gefunden. Die wichtigsten Fragen und Antworten für Verbraucher.

25 Schweinemastbetriebe in Süddeutschland sind noch gesperrt, nachdem die Tiere durch das Futter ein gefährliches Antibiotikum gegessen haben. Symbolbild, Archiv

In bayerischen Schweinemastbetrieben sind Rückstände eines Antibiotikums gefunden worden. Sie stammen von einem Molkereibetrieb, der Futtermittel an Höfe der Region weitergeben hat. Die Mastbetriebe sind inzwischen gesperrt.

Im Urin der Schweine ist das Antibiotikum Chloramphenicol gefunden worden. Was bedeutet das?

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Das Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit (LGL) hat bei einer Routinekontrolle im Urin einiger Schweine geringe Rückstände eines Breitband-Antibiotikums gefunden, das für Schlachttiere verboten ist. Bei einer hohen Dosierung kann der Verzehr des verseuchten Fleisches dazu führen, dass ein Antibiotikum bei Menschen nicht mehr wirkt, sie also resistent gegen das Medikament werden.

Besteht eine Gefahr für die Verbraucher?

Nein. Die Verbraucher müssen weder verseuchtes Schweinefleisch, noch verunreinigte Milchprodukte fürchten. Da die Produktionsprozesse bei der Molkerei getrennt voneinander ablaufen, ist von den Arzneirückständen nichts in den Joghurt und die anderen Produkte des Unternehmens geraten. Auch das Schweinefleisch stellt keine Gefahr dar. Chloramphenicol wurden nur vereinzelt und dann auch nur in sehr geringen Konzentrationen nachgewiesen. Die Werte liegen dem LGL zufolge milliardenfach unter der beim Menschen therapeutisch wirksamen Menge.

Wie konnte das Medikament in das Schweinefutter kommen?

Das Antibiotikum wurde in Reinform in der Molkerei genutzt, um mikrobiologische Untersuchungen im Labor zu beschleunigen. Wegen eines menschlichen Fehlers wurden die Laborabfälle falsch entsorgt und gelangten so in Produktionsreste der Molkerei. Dieses sogenannte Weißwasser - eine Mischung aus Wasser mit Restmilch aus der Produktion - haben Bauern der Region für ihre Tiere genutzt und das Schweinefutter damit statt mit Wasser vermischt. In dem Weißwasser sind noch Proteine und Fette aus der Milch enthalten, die das Futter damit anreichern.

Wird Chloramphenicol als Arzneimittel für Menschen eingesetzt?

Ja, aber nur in bestimmten Fällen. Das breit wirkende Antibiotikum kann gegen viele Krankheiten eingesetzt werden, die durch Bakterien verursacht wurden. Wegen unerwünschter Nebenwirkungen wird es jedoch nur noch dann genutzt, wenn keine anderen Antibiotika mehr helfen. Es wird meist äußerlich, zum Beispiel zur Behandlung von Bindehautentzündung und Ekzemen angewendet. Zu den seltenen, unerwünschten Nebenwirkungen gehören Schädigungen des Knochenmarks, der Leber und des Nervensystems. In der Europäischen Union ist das Medikament seit 1994 für die Anwendung bei Schlachttieren verboten. dpa/lby

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