Der Attentäter von Norwegen, Anders Behring Breivik, ist laut Aussage seines Anwalts "verrückt". Sein Mandant zeige "kein Zeichen von Mitleid" mit den Opfern, sagte Anwalt Geir Lippestad. Er hasse alle, die an Demokratie glaubten. Er sei überzeugt, dass der "Krieg", den er mit Anschlag habe auslösen wollen, jetzt in vollem Gange sei. "Er glaubt daran", sagte der Anwalt. "Er glaubt, dass dieser Krieg 60 Jahren dauern wird und dass dieser Krieg in 60 Jahren gewonnen wird."
Außerdem ging Behring Breivik nach Angaben seines Anwalts davon aus, bei dem Anschlag selbst getötet zu werden. "Er hat geglaubt, nach dem Bombenanschlag getötet zu werden, nach der Aktion auf der Insel, und hat auch geglaubt, vor Gericht getötet zu werden", sagte Lippestad. Der 32-Jährige sei selbst überrascht gewesen, dass er sein Ziel erreicht habe.
"Zellen" im Ausland
Zudem hat Breivik laut seinem Anwalt angegeben, Kontakte zu Gleichgesinnten im Ausland zu haben. Neben zwei "Zellen" in Norwegen gebe es weitere im Ausland, sagte Anwalt Geir Lippestad am Dienstag vor Journalisten in Oslo. Dem Verteidiger zufolge deutet alles darauf hin, dass der 32-jährige Anders Behring Breivik "verrückt" ist, weshalb Psychiater seinen Geisteszustand untersuchen sollen. Ob eine mögliche Unzurechnungsfähigkeit seines Mandanten Teil seiner Verteidigungsstrategie ist, ließ der Anwalt jedoch offen. Auf die Frage nach den Auswirkungen einer möglichen Unzurechnungsfähigkeit seines Mandaten erklärte er: "Er kann nicht in einem Gefängnis bestraft werden."Vor dem Doppelanschlag in Oslo und auf der Insel Utøya mit mindestens 76 Toten am Freitag habe er zudem Drogen genommen, um sich "stark" zu machen. afp