Sonntag, 22. Oktober 2017

15:59 Uhr

Nordkorea News-Blog

Aufbau umstrittener US-Raketenabwehr in Südkorea wohl abgeschlossen

In Südkorea ist der Aufbau des umstrittenen US-Raketenabwehrs offenbar abgeschlossen. Aus Nordkorea gibt es erneut beunruhigende Nachrichten. Alle News im Blog.

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Eine von der nordkoreanischen Regierung verbreitete Aufnahme soll den Start einer ballistischen Mittelstreckenrakete des Typs "Hwasong-12" zeigen.
Foto: KCNA (dpa)
  • Nordkorea sorgt mit Atomwaffen-Tests weltweit für Unruhe.

  • Die USA kündigten an, das eigene Land und Verbündete mit allen Mitteln zu verteidigen.

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  • Nordkoreanische Hacker haben möglicherweise hunderte von Militärdokumenten aus Südkorea gestohlen.

Nordkorea-Krise: Alle News im Blog

22. Oktober: Bericht: Aufbau von US-Raketenabwehr in Südkorea ist abgeschlossen

Der Aufbau des umstrittenen US-Raketenabwehrsystems in Südkorea ist abgeschlossen. Das meldete die südkoreanische Nachrichtenagentur Yonhap am Sonntag unter Berufung auf die US-Streitkräfte. Das System des Typs THAAD soll Südkorea und die im Land stationierten US-Soldaten vor potenziellen Raketenangriffen Nordkoreas schützen.

Die USA hatten Ende April trotz Kritik aus China und Russland mit dem THAAD-Aufbau in Südkorea begonnen. Die Regierungen in Peking und Moskau sehen ihre Sicherheitsinteressen durch das Abwehrsystem bedroht. China geht davon aus, dass das Frühwarnsystem auch sein eigenes Raketenpotenzial erfassen kann. Auch in der südkoreanischen Bevölkerung hatte es Proteste gegeben.

Das System besteht Yonhap zufolge aus sechs Raketenbatterien, Kommandoeinrichtungen und einem starken Radar. Sie wurden im 300 Kilometer südlich der Hauptstadt Seoul gelegenen Landkreis Seongju aufgestellt. Mit einer Zeremonie dort sei das System nun offiziell an die südkoreanischen Streitkräfte übergeben worden.

Hunderte Anwohner und Aktivisten hatten im September in Seongju protestiert. Sie befürchten, dass die Stationierung ihren Ort zu einem Hauptziel nordkoreanischer Raketen machen könnte. Südkoreas Regierung hatte deshalb im Juni zunächst erklärt, den Aufbau vorerst aussetzen zu wollen.

Die THAAD-Raketen sollen feindliche Kurz- und Mittelstreckenraketen abfangen. Sie tragen keinen Sprengkopf, sondern zerstören die Rakete durch direkten Aufprall. Dies kann innerhalb wie oberhalb der Erdatmosphäre bis in 150 Kilometer Höhe geschehen. THAAD steht für "Terminal High Altitude Area Defense".

Wir möchten wissen, was Sie denken: Die Augsburger Allgemeine arbeitet daher mit dem Umfrageinstitut Civey zusammen. Was es mit den Umfragen auf sich hat und warum Sie sich registrieren sollten, lesen Sie hier.

 

21. Oktober: Diplomatin aus Nordkorea: Atomwaffen zielen nur auf die USA

Die nordkoreanischen Atomwaffen sind nach Angaben einer ranghohen Diplomatin aus Pjöngjang ausschließlich auf die USA gerichtet. Nur die Vereinigten Staaten drohten mit einem nuklearen Angriff auf Nordkorea, sagte die Leiterin der Nordamerika-Abteilung des Außenministeriums, Choe Son Hui, am Freitag in Moskau. Die nordkoreanische Atombewaffnung diene deshalb nur der Abschreckung.

"Unser Führer Kim Jong Un hat unseren Standpunkt klargestellt: Wir werden die Amerikaner zum Frieden zwingen und auf Feuer mit Feuer antworten", sagte die Diplomatin der Agentur Tass zufolge bei einer Konferenz über die Nichtverbreitung von Massenvernichtungswaffen. Nordkorea habe fast eine strategische Balance mit den USA erreicht. "Unser Ziel ist, eine vollständige Balance zu erreichen, damit die USA nicht mehr wagen, mit Krieg gegen Nordkorea zu drohen."´

20. Oktober: CIA-Chef: Nordkorea womöglich bald vor Durchbruch bei Atomwaffen

Die USA müssen nach Auffassung von CIA-Chef Mike Pompeo davon ausgehen, dass Nordkorea kurz vor der Entwicklung einer atomwaffenfähigen Langstreckenrakete stehen könnte. Pompeo sagte am Donnerstag (Ortszeit) bei einer Konferenz in Washington, US-Präsident Donald Trump sei entschlossen, dies zu verhindern. Gemeinsam mit Trumps Sicherheitsberater, H.R. McMaster, erklärte Pompeo, der Einsatz des US-Militärs bleibe eine Option, um Nordkorea von der Entwicklung einer solchen Waffe abzuhalten.

Beide Sicherheitsexperten betonten jedoch, Trump ziehe Sanktionen und Diplomatie vor, um Nordkoreas Machthaber Kim Jong Un zu Verhandlungen über Abrüstung zu bewegen. CIA-Chef Pompeo erklärte, US-Geheimdienste hätten das nordkoreanische Waffenprogramm in der Vergangenheit beobachtet, es mache nun aber zu schnelle Fortschritte, so dass unklar sei, wann es sein Ziel erreichen könnte. "Wir sind nicht zu spät, aber uns läuft die Zeit davon", sagte H.R. McMaster.

EU droht Nordkorea mit neuen Sanktionen

Die EU droht Nordkorea eine weitere Verschärfung von Sanktionen an. Wegen der atomaren Aufrüstung des Landes werde man in enger Abstimmung mit den internationalen Partnern weitere Reaktionen in Erwägung ziehen, heißt es in einer am Donnerstagabend beim EU-Gipfel verabschiedeten Erklärung. Zudem werde man weiter Druck auf Nicht-EU-Staaten machen, die schon verhängten UN-Sanktionen vollständig umzusetzen.

Die EU macht in der Erklärung allerdings ebenfalls deutlich, dass sie die von US-Präsident Donald Trump angedrohte militärische Lösung des Konflikts nicht für den richtigen Weg hält. Die koreanische Halbinsel müsse mit friedlichen Mittel von Atomwaffen befreit werden, heißt es in dem Text.

19. Oktober: 72 Prozent der US-Amerikaner fürchten großen Krieg - und Nordkorea als größte Bedrohung

Fast drei Viertel der US-Amerikaner fürchten laut einer Umfrage einen großen Krieg ihres Landes binnen der nächsten vier Jahre. In der Erhebung (NBC News und Survey Monkey) sagten insgesamt 72 Prozent, sie seien sehr oder ziemlich besorgt.

54 Prozent der Befragten nannten Nordkorea als größte Bedrohung. Dahinter folgen mit großem Abstand die Terrororganisation Islamischer Staat (19 Prozent), Russland (14), China (6) und der Iran (4). Der Anteil der Befragten, die Nordkorea als Gefahr ansehen, ist seit Juli um 13 Prozentpunkte gestiegen. 26 Prozent aller Befragten gaben an, sie machten sich gar keine oder keine großen Sorgen wegen eines Krieges. Insgesamt wuchs der Anteil derjenigen, die sich für diplomatische Lösungen von Konflikten aussprechen.

EU-Chefs offen für weitere Schritte gegen Nordkorea

Nach Verhängung neuer EU-Sanktionen wegen Nordkoreas Atom- und Raketenprogramm behalten sich Europas Staats- und Regierungschefs weitere Schritte vor. Der Europäische Rat werde "in enger Abstimmung mit den Partnern weitere Reaktionen in Betracht ziehen", heißt es im jüngsten Entwurf der Abschlusserklärung des EU-Gipfels in Brüssel. Die EU will demnach auch bei Drittstaaten auf die "vollständige Umsetzung" der UN-Sanktionen gegen Nordkorea dringen.

Erst am Montag hatten die EU-Außenminister im Konflikt um Nordkoreas Atom-und Raketenprogramm weitere Sanktionen gegen das Land beschlossen. Sie sehen unter anderem ein vollständiges Verbot von Investitionen sowie einen Ausfuhrstopp für Rohöl und verarbeitete Ölprodukte vor. Diese neuen Sanktionen ergänzen Strafmaßnahmen, die über die UNO verhängt wurden.

18. Oktober: Clinton kritisiert Trumps Nordkorea-Kurs scharf

Die ehemalige US-Außenministerin Hillary Clinton hat Präsident Donald Trump wegen seiner Nordkorea-Politik scharf kritisiert. "Unsere Verbündeten sorgen sich um die Glaubwürdigkeit und die Zuverlässigkeit der USA", warnte Clinton am Mittwoch im südkoreanischen Seoul. Trumps Wortgefechte mit dem nordkoreanischen Machthaber Kim Jong Un seien "gefährlich und kurzsichtig". Sie nutzten allein Kim in dessen Kampf um Aufmerksamkeit.  

Clinton bemängelte auch den Verlust diplomatischer Expertise zu Nordkorea im US-Außenministerium. "Nur einige wenige hochrangige Asienexperten sind im Außenamt geblieben", sagte sie mit Blick auf die Veränderungen seit dem Amtsantritt Trumps. Die 69-Jährige war von 2009 bis 2013 in der Regierung von Präsident Barack Obama Außenministerin gewesen. Im November 2016 unterlag Clinton ihrem Rivalen Trump überraschend im Kampf um das Weiße Haus.

Vizeaußenminister: USA streben Diplomatie im Nordkorea-Konflikt an

Die USA streben nach Angaben von Vizeaußenminister John Sullivan mit ihren Verbündeten Südkorea und Japan weiter eine diplomatische Lösung im Streit um das Atomprogramm Nordkoreas an. Bei einem Treffen mit seinen Amtskollegen aus Südkorea und Japan machte Sullivan am Mittwoch in Seoul jedoch deutlich, dass Präsident Donald Trump und Außenminister Rex Tillerson erklärt hätten, dass "alle Optionen auf dem Tisch" lägen. Er warf der nordkoreanischen Führung um Machthaber Kim Jong Un vor, "unberechenbar" und "nicht transparent" zu sein. 

"Wir sind der Diplomatie verpflichtet", sagte Sullivan laut südkoreanischen Sendern bei einer gemeinsamen Pressekonferenz. "Wir verfolgen die Ausübung von Druck auf die Volksrepublik (Nordkorea), ein Druck nicht nur unserer Alliierten, sondern auch von anderen Staaten einschließlich Chinas und Russlands sowie anderer Mitglieder des UN-Sicherheitsrats." 

Das Treffen mit seinen Kollegen Lim Sung Nam aus Südkorea und Shinsuke Sugiyama aus Japan erfolgte vor dem geplanten Besuch Trumps in der ersten Hälfte des Novembers in Asien. Die Reise bringt ihn auch nach Japan, Südkorea und China, wo das weitere Vorgehen im Konflikt mit Nordkorea ein Schwerpunkt sein wird.

17. Oktober: Nordkorea: "Atomkrieg könnte jeden Moment ausbrechen"

Nordkoreas stellvertretender UN-Botschafter Kim In Ryong hat vor den Vereinten Nationen vor dem Ausbruch eines Atomkriegs gewarnt. Die Situation in Nordkorea habe einen "sehr riskanten Punkt erreicht und ein Atomkrieg könnte jeden Moment ausbrechen", sagte Kim In Ryong am Montag (Ortszeit) vor dem Abrüstungsausschuss der UN. "Kein anderes Land auf der Welt hat für so eine lange Zeit eine solch extreme und direkte nukleare Bedrohung von den USA hinnehmen müssen", sagte er. 

Nordkorea unterstütze die Bemühungen der Vereinten Nationen um eine nukleare Abrüstung auf der Welt. Aufgrund der aktuellen Bedrohung durch die Vereinigten Staaten sei für sein Land eine Unterzeichnung des internationalen Atomwaffensperrvertrags jedoch nicht möglich, so Kim In Ryong. Er drohte den USA zudem damit, dass sie bei einem weiteren Vordringen in den militärischen Einzugsbereich Nordkoreas mit einem Vergeltungsschlag zu rechnen hätten. 

Am Sonntag hatte US-Außenminister Rex Tillerson bekräftigt, dass die Vereinigten Staaten um eine diplomatische Lösung im Konflikt mit Nordkoreas Atom- und Raketenprogramm bemüht seien: "Diese diplomatischen Bemühungen werden weitergehen, bis die erste Bombe fällt", sagte Tillerson dem Sender CNN.

16. Oktober: EU beschließt weitere Sanktionen gegen Nordkorea

Die EU hat im Konflikt um Nordkoreas Atom-und Raketenprogramm weitere Sanktionen gegen das Land beschlossen. Die EU-Außenminister billigten am Montag in Luxemburg ein vollständiges Verbot für Investitionen sowie einen Ausfuhrstopp für Rohöl und verarbeitete Ölprodukte.

Darüber hinaus beschränkten sie Überweisungen nach Nordkorea und entschieden, Arbeitserlaubnisse für nordkoreanische Staatsangehörige in Europa nicht mehr zu verlängern.

USA und Südkorea beginnen mehrtägiges Seemanöver

Inmitten des verschärften Konflikts um Nordkoreas Atomprogramm haben die Streitkräfte der USA und Südkoreas ein großes Seemanöver vor der Küste der koreanischen Halbinsel begonnen. An dem fünftägigen Manöver werden sich etwa 40 Marineschiffe einschließlich des Flugzeugträgers USS Ronald Reagan sowie zweier US-Zerstörer beteiligen, wie ein Sprecher des Verteidigungsministeriums in Seoul am Montag mitteilte. Nach Angaben der 7. Flotte der US-Kriegsmarine soll die Übung "einen sichtbaren und koordinierten Einsatz der Allianz" demonstrieren. 

Die Übungen sollen sowohl im Japanischen Meer (koreanisch: Ostmeer) als auch im Gelben Meer vor der Westküste stattfinden. Beide Verbündeten halten regelmäßig gemeinsame Übungen zu Wasser, Land und in der Luft ab. Nordkorea wirft den USA vor, durch ihre Manöver mit Südkorea einen Angriff vorzubereiten, was beide Länder bestreiten.

14. Oktober: Zeitung: Nordkorea bereitet neuen Raketenstart vor

Nordkorea bereitet einem Medienbericht zufolge möglicherweise einen neuen Raketenstart vor. Satellitenaufnahmen zeigten, wie ballistische Raketen auf Raketenwerfern aus Hangars nahe Pjöngjang und in der Provinz Nord Phyongan herausgebracht worden seien, berichtete die südkoreanische Zeitung Donga Ilbo am Samstag unter Berufung auf Regierungskreise. Zuletzt hatten die USA und Südkorea für kommende Woche ein gemeinsames Militärmanöver angekündigt.

Militärbeamte aus den USA und Südkorea befürchten dem Zeitungsbericht zufolge, dass Nordkorea Vorbereitungen für einen Abschuss von Raketen treffen könnte, welche US-Territorium erreichen können.

Demnach könnte es sich um die Interkontinentalrakete Hwasong-14 handeln, die Alaska erreichen könnte. Denkbar sei auch der Abschuss einer Hwasong-12-Mittelstreckenrakete. Pjöngjang hatte im August gedroht, mit einer solchen Rakete das US-Außengebiet Guam anzugreifen. Dem Bericht zufolge ist aber auch ein Test einer Hwasong-13 möglich, die eine noch größere Reichweite hat und die US-Westküste erreichen könnte.

Die Spannungen zwischen Washington und Pjöngjang hatten sich in den vergangenen Monaten massiv verschärft. Nordkorea hatte Anfang September seinen sechsten und bisher gewaltigsten Atomwaffentest vorgenommen. Nach eigenen Angaben testete das Land eine Wasserstoffbombe. Zudem hatte Pjöngjang in den vergangenen Wochen mehrfach Mittelstreckenraketen getestet. Zweimal feuerte Pjöngjang Raketen über Japan hinweg in den Pazifik.

13. Oktober: Trumps Stabschef bezeichnet Korea-Krise als international größtes Problem

Donald Trumps Stabschef John Kelly hat die Krise mit Nordkorea als das gravierendste Problem in den internationalen Beziehungen bezeichnet. Er lobte zugleich das US-Außenministerium, das in Sachen Nordkorea einen hervorragenden Job mache. Das ist bemerkenswert, weil Trump die US-Diplomatie öffentlich gering geschätzt und zuletzt immer andere Optionen betont hatte. 

Kelly trat bei einem seiner sehr seltenen Auftritt im täglichen Briefing des Weißen Hauses auch Rücktrittsgerüchten entgegen. "Ich bin nicht so frustriert, dass ich gehen werde. Ich gehe nicht, und ich werde nicht gefeuert", sagte er.

12. Oktober: Emirate erlassen Sanktionen gegen Nordkorea

Im Streit um das nordkoreanische Atomprogramm wollen die Vereinigten Arabischen Emirate (VAE) keine Visa für Bürger des Landes mehr ausstellen. Außerdem werde der Golfstaat den zuständigen Botschafter Pjöngjangs nicht mehr anerkennen und auch seinen eigenen Vertreter zurückziehen, berichtete das Außenministerium in Abu Dhabi am Donnerstag. Die Emirate wollten damit an den internationalen Anstrengungen teilhaben, "um Nordkoreas Atom- und Raketenprogramm zu stoppen". Betroffen seien auch Firmen des totalitären Staates, die in Zukunft keine Lizenzen mehr bekämen. 

Die VAE wollen mit den Maßnahmen eine Resolution des UN-Sicherheitsrats umsetzen. Hintergrund sind die wiederholten Raketen- und Atomversuche Nordkoreas, die gegen frühere UN-Beschlüsse verstoßen.

Nordkoreas Außenminister: Trump hat "Zündschnur für Krieg entflammt"

Mit seinen martialischen Drohungen gegen Nordkorea hat US-Präsident Donald Trump nach den Worten des nordkoreanischen Außenministers "die Zündschnur für Krieg entflammt". Ri Yong Ho sagte der russischen Nachrichtenagentur Tass in einem am Mittwoch geführten Interview, Nordkoreas "oberster Führer" Kim Jong Un habe Washington bereits klar zu verstehen gegeben, dass es "vernünftig handeln" und seine Angriffe gegen Nordkorea einstellen müsse.

Sonst drohe den USA, "vor der gesamten Welt unter der Wucht unserer Schläge erniedrigt" zu werden, fügte der Außenminister hinzu. Trump habe mit seiner "kriegslüsternen und wahnwitzigen" Rede vor der UN-Vollversammlung die Lunte gelegt.

Ri wandte sich auch scharf gegen die neuen Strafmaßnahmen, welche der UN-Sicherheitsrat im September gegen Pjöngjang verhängte. Die nordkoreanische Regierung habe wiederholt erklärt, dass "jeder Versuch, uns zu erdrosseln und zu ersticken" einer "Kriegshandlung" gleichkomme, sagte er. Pjöngjang schließe als Antwort  die "Anwendung äußerster Maßnahmen" nicht aus.

11. Oktober: Trump: US-Regierung hat verschiedene Ansichten zu Nordkorea

In der US-Regierung existieren nach Worten von Präsident Donald Trump verschiedene Haltungen zum Umgang mit Nordkorea. Trump sagte am Mittwoch im Weißen Haus, er höre zwar allen zu, am Ende sei er aber derjenige, der entscheide. Es könne sein, dass er in dieser Sache härter und stärker sei als die anderen, sagte Trump. Er werde am Ende entscheiden, was für die USA am besten sei, und was für die Welt am besten sei, sei dies doch ein Problem, das die ganze Welt angehe. Trump wird im November nach Asien reisen. Die Koreakrise wird diese Reise wesentlich bestimmen. Die Spannungen in der Region schaukeln sich seit Monaten hoch.

Möglicherweise Militärdaten aus Seoul von Nordkorea gestohlen

Nordkoreanische Hacker haben nach Medienberichten möglicherweise hunderte von vertraulichen Militärdokumenten aus Südkorea gestohlen. Unter den Dokumenten hätten sich auch ein geheimer Einsatzplan der südkoreanischen und amerikanischen Streitkräfte für die Beseitigung der nordkoreanischen Führung um Machthaber Kim Jong Un im Ernstfall und Informationen über militärische Einrichtungen befunden, berichtete die Zeitung The Korea Times (Mittwoch) unter Berufung auf den Abgeordneten Rhee Cheol Hee von der regierenden Demokratischen Partei Koreas. Der Hackerangriff soll bereits im September 2016 erfolgt sein.     

Die Attacke war den Angaben zufolge bei weitem umfangreicher, als das Verteidigungsministerium in Seoul zugegeben habe. Die Behörde hatte laut der Korea Times im Mai dieses Jahres zwar eingeräumt, dass ihr Computernetz Ziel eines Hackerangriffs gewesen sei, doch sei der Datenklau demnach "nicht ernsthaft" gewesen. Rhee selber habe sich bei seinen Angaben auf Informanten des Ministeriums berufen. Demnach wurden 80 Prozent des entwendeten Materials mit einem Datenvolumen von 235 Gigabyte bisher noch nicht identifiziert.

Die Angst vor Cyber-Attacken ist im stark vernetzten Südkorea groß. Als das Cyber-Kommando der Streitkräfte Ende des vergangenen Jahres das Ziel eines Hackerangriffs geworden war, wurde ebenfalls Nordkorea dahinter vermutet. Das Kommando wurde 2010 gegründet, um das Militär vor solchen Attacken zu schützen. Seoul warf dem verfeindeten Nachbarland in den vergangenen Jahren mehrfach vor, Internetseiten von Behörden gehackt zu haben. Pjöngjang bestritt die Vorwürfe. 

US-Bomber auf Übungsflug mit japanischer und koreanischer Eskorte

Zwei US-Bomber haben zusammen mit japanischem und südkoreanischem Jagdschutz einen Übungsflug über dem Japanischen Meer (auch Ostmeer genannt) in der Nähe der koreanischen Halbinsel absolviert. Das teilte das US-Militär in der Nacht zum Mittwoch auf seiner Website mit. Die strategischen B1B-Langstreckenbomber seien von je zwei F-15-Jagdflugzeugen der japanischen und südkoreanischen Luftstreitkräfte begleitet worden. Mit der Übung sei die "unerschütterliche Bündnistreue" der USA zum Erhalt von Sicherheit und Stabilität der Region demonstriert worden. 

Schon im September hatten die USA B1B-Bomber zu sogenannten Abschreckungsübungen nach Südkorea geschickt. Damals wurden Bombenabwürfe an der Grenze zu Nordkorea simuliert.

Giftmord an Kim Jong Uns Halbbruder offenbar geprobt

Der Giftmord am Halbbruder von Nordkoreas Machthaber Kim Jong Un ist offenbar kurz zuvor geprobt worden. Im Prozess gegen die beiden mutmaßlichen Täterinnen - zwei Frauen aus Vietnam und Indonesien - wurden am Mittwoch Aufnahmen einer Flughafen-Überwachungskamera gezeigt. Darauf ist zu sehen, wie die Vietnamesin einer anderen Person mit beiden Händen eine Substanz ins Gesicht reibt und dann wegrennt. Die Aufnahmen stammen vom 11. Februar, zwei Tage vor der Tat.

Die beiden Frauen im Alter von 25 und 29 Jahren stehen seit Anfang des Monats in Malaysia vor Gericht. Ihnen wird vorgeworfen, Kim Jong Nam (45) auf dem Flughafen der Hauptstadt Kuala Lumpur mit dem Nervengas VX ermordet zu haben. Beide plädierten auf nicht schuldig. Sie bestritten die Tat nicht, hatten das Ganze aber angeblich nur für einen TV-Scherz gehalten. Bei einer Verurteilung droht ihnen die Todesstrafe. Die Tat wurde ebenfalls von Überwachungskameras gefilmt.

10. Oktober: EU verhängt weitere Sanktionen gegen Nordkorea

In der Atomkrise mit Nordkorea folgt die Europäische Union UN-Beschlüssen und verhängt weitere Sanktionen gegen das kommunistische Land. So werden unter anderem der Verkauf von Flüssiggas an Nordkorea und der Import von Textilien von dort verboten, wie der Ministerrat am Dienstag mitteilte. Auch sollen EU-Staaten keine neuen Arbeitserlaubnisse an Nordkoreaner erteilen.

Die EU setzt damit eine Resolution des UN-Sicherheitsrats vom 11. September um. Hintergrund sind die wiederholten Raketen- und Atomversuche Nordkoreas, die gegen frühere UN-Beschlüsse verstoßen. Unabhängig von den UN-Sanktionen arbeitet die EU an eigenen Strafmaßnahmen gegen die Regierung in Pjöngjang.

9. Oktober: Trump: Nordkorea-Strategie hat nicht funktioniert

Im Konflikt um das nordkoreanische Atomprogramm hat US-Präsident Donald Trump seine Ansicht bekräftigt, dass die Strategie früherer US-Regierungen gescheitert sei. "Unser Land hat sich 25 Jahre lang erfolglos mit Nordkorea auseinandergesetzt, es hat Milliarden Dollar ausgegeben und nichts bekommen. Die Strategie hat nicht funktioniert!", schrieb Trump am Montagmorgen (Ortszeit) im Kurznachrichtendienst Twitter. 

Der Atomstreit mit Nordkorea schaukelt sich seit Monaten hoch. Trump hat immer wieder Drohungen an die Adresse Pjöngjangs gerichtet. Zuletzt erklärte er am Wochenende, dass Gespräche mit dem isolierten Regime reine Zeitverschwendung seien und nur eine Sache funktioniere. Das löste Spekulationen darüber aus, ob er zu einer militärischen Lösung tendieren könnte. Manche Beobachter sind aber der Meinung, dass Trump mit den Drohungen nur Druck auf Nordkorea und China machen will. 

Trumps Regierung setzt derweil auf Diplomatie. Außenminister Rex Tillerson hatte vor kurzem von direkten Kontakten mit Nordkorea berichtet.

8. Oktober: Schwester von Nordkoreas Machthaber wird Mitglied im Politbüro

Nordkoreas Machthaber Kim Jong Un hat seiner Schwester einen wichtigen Posten in der regierenden Arbeiterpartei verschafft. Wie die staatliche Nachrichtenagentur KCNA am Sonntag berichtete, wurde Kim Yo Jong zum stellvertretenden Mitglied im einflussreichen Politbüro ernannt. Kims jüngere Schwester, die ihren Bruder häufig auf Reisen begleitet und bereits in der Propaganda-Abteilung der Partei arbeitete, wurde demnach bei einer Sitzung am Samstag zusammen mit dutzenden anderen ranghohen Parteikadern befördert.

Bei dem Politbüro-Treffen verteidigte der Machthaber auch das nordkoreanische Atomwaffenprogramm. Die Atomwaffen seien ein  "wertvolles Schwert", um Nordkorea vor einem Angriff zu schützen und angesichts der "atomaren Drohungen der US-Imperialisten" die Souveränität des Landes zu verteidigen, sagte Kim laut KCNA.

US-Präsident Donald Trump hatte sich am Samstag erneut gegen diplomatische Bemühungen zur Beilegung des Atomstreits mit Nordkorea ausgesprochen. Seit 25 Jahren werde ohne Erfolg mit Nordkorea verhandelt, schrieb Trump im Kurzbotschaftendienst Twitter. "Sorry, aber nur eins wird funktionieren", fügte der US-Präsident hinzu. Was das genau bedeuten soll, führte er allerdings nicht aus.

5. Oktober: Nordkorea-Experte des US-Geheimdiensts bezeichnet Kim Jong Un als "vernünftig"

Ein Experte des US-Auslandsgeheimdienstes CIA hat den nordkoreanischen Machthaber Kim Jong Un als "vernünftig" bezeichnet. "Hinter all dem Gepoltere ist Kim Jong Un ein vernünftiger Akteur", sagte Yong Suk Lee von der Nordkorea-Abteilung der CIA am Mittwoch. "In diesem Land tendieren wir dazu, seine konservative Einstellung zu unterschätzen." US-Präsident Donald Trump hatte Kim mehrfach "verrückt" genannt.

Bei einer Konferenz an der George Washington-Universität in Washington D.C. sagte Lee über Kim: "Er will lange herrschen und in seinem eigenen Bett sterben." Nordkorea sei daran gewöhnt, in der Politik stark auf Verteidigung zu setzen. Schließlich sei das isolierte Land seit langer Zeit von stärkeren Mächten umgeben. "Nordkorea ist ein politischer Organismus, der in der Konfrontation aufblüht."

Der Nordkorea-Experte glaubt nicht daran, dass aus der Kriegsrhetorik ein Atomwaffenangriff erfolgt, auch wenn Kim wiederholt damit gedroht hat. "Aufzuwachen und zu entscheiden, Los Angeles platt zu machen, liegt nicht in seinem Interesse zu überleben", sagte Lee.

4. Oktober: Mattis unterstützt diplomatische Bemühungen im Atomstreit mit Nordkorea

Im Ringen um die richtige Nordkorea-Strategie zwischen US-Präsident Donald Trump und Außenminister Rex Tillerson hat Pentagon-Chef Jim Mattis dem Chefdiplomaten den Rücken gestärkt und sich für eine diplomatische Lösung ausgesprochen. "Das Verteidigungsministerium unterstützt Minister Tillersons Bemühungen, eine diplomatische Lösung zu finden, voll und ganz", sagte der Verteidigungsminister am Dienstag in Washington. Sein Ministerium konzentriere sich aber "auf die Verteidigung der USA und unserer Verbündeten".

2. Oktober: Prozess wegen Giftmords an Kim-Halbbruder begonnen

Wegen des Giftmords am Halbbruder von Nordkoreas Machthaber Kim Jong Un droht den beiden mutmaßlichen Täterinnen nun die Todesstrafe. Die zwei Frauen im Alter von 25 und 29 Jahren stehen seit Montag in Malaysia vor Gericht. Ihnen wird vorgeworfen, Kim Jong Nam (45) Mitte Februar auf dem Flughafen der Hautstadt Kuala Lumpur mit dem Nervengas VX ermordet zu haben. Beide plädierten auf nicht schuldig. Sie bestritten die Tat nicht, hielten das Ganze aber angeblich nur für einen TV-Scherz.

Vermutet wird, dass hinter dem Anschlag der nordkoreanische Geheimdienst steckt. Die Führung des kommunistischen Staates weist alle Vorwürfe zurück. Von den mutmaßlichen Hintermännern ist niemand in Haft. Mehrere Nordkoreaner, die sich zur Tatzeit in Malaysia aufhielten, verließen das südostasiatische Land unter merkwürdigen Umständen. Die Staatsanwaltschaft sprach am Montag von vier weiteren Verdächtigen, ohne aber Namen oder Nationalität zu nennen.

Kim Jong Nam war der älteste Sohn des langjährigen Machthabers Kim Jong Il (1941-2011) aus einer früheren Ehe. Er galt eine Zeit lang auch als erster Anwärter auf die Nachfolge, fiel dann aber in Ungnade. Die letzten Jahre hielt er sich außerhalb Nordkoreas auf, oft in Malaysia und dem chinesischen Spielerparadies Macao. Mehrfach äußerte er sich kritisch über sein Heimatland. Als Regimegegner galt er jedoch nicht. Es gibt Experten, die vermuten, dass er sich als Ersatz für den Fall bereithielt, dass Kim Jong Un gestürzt wird.

Die zwei Angeklagten - die Vietnamesin Doan Thi Huong (25) und die Indonesierin Siti Aishah (29) - wurden unter strengsten Sicherheitsvorkehrungen in das Gericht in einem Vorort von Kuala Lumpur gebracht. Aus Furcht vor einem Hinterhalt trugen sie schusssichere Westen.

Die beiden behaupten, von Fremden angeheuert worden zu sein. Angeblich dachten sie, sie müssten ihrem Opfer für eine Art "Versteckte Kamera" im chinesischen Fernsehen Öl oder Pfeffer in Gesicht drücken. Die Anklage glaubt hingegen, dass die Frauen genau Bescheid wussten und die Tat auch probten. Allerdings war das Risiko, selbst das Gift einzuatmen oder in Hautkontakt zu kommen, enorm.

Bei der tödlichen Substanz handelte es sich um das Nervengas VX, das von den Vereinten Nationen als Massenvernichtungsmittel eingestuft wird. Die Tat wurde von Überwachungskameras gefilmt. Auf den Aufnahmen ist zu sehen, wie Kim Jong Nam nach dem Überfall an einen Schalter geht und um Hilfe bittet. 20 Minuten später war er tot.

Der erste Arzt, der Kim Jong Nam am Flughafen untersuchte, berichtete vor Gericht von dramatischen Szenen. Der Nordkoreaner - ein Mann zwischen 120 und 140 Kilogramm - habe rasenden Puls und hohen Blutdruck gehabt. Dann habe er Krämpfe bekommen und auf Ansprache nicht mehr reagiert. Er starb dann noch auf dem Weg ins Krankenhaus. Seine Leiche wurde erst nach wochenlangen diplomatischen Querelen nach Nordkorea gebracht.

1. Oktober: Trump nennt Verhandlungen mit Nordkorea Zeitverschwendung

US-Präsident Donald Trump hat Verhandlungen mit Nordkorea über dessen Atom- und Raketenprogramm als Zeitverschwendung abgetan. US-Außenminister Rex Tillerson "verschwendet seine Zeit zu versuchen, mit dem kleinen Raketenmann zu verhandeln", schrieb Trump am Sonntag im Kurzbotschaftendienst Twitter mit Blick auf Nordkoreas Machthaber Kim Jong Un. Tillerson hatte zuvor in Peking gesagt, die USA stünden in Kontakt mit Nordkorea, um die Möglichkeit von Verhandlungen über das Atomwaffenprogramm auszuloten.

US-Regierung in direktem Kontakt mit Nordkorea

Die USA haben im Konflikt um Nordkoreas Atom-und Raketenprogramm direkten Kontakt mit Nordkorea. Wie Außenminister Rex Tillerson am Samstag erstmals publik machte, gibt es mehrere offene Kommunikationskanäle, um zu sondieren, ob die Führung in Pjöngjang einen Dialog will. Es gebe aber keine Hinweise darauf, dass diese an Gesprächen über eine Denuklearisierung interessiert sei, teilte Ministeriumssprecherin Heather Nauert ergänzend mit.

Tillerson äußerte sich während eines Besuches in Peking vor Journalisten. "Wir befinden uns nicht in einem Blackout", sagte er der New York Times zufolge. "Wir können mit ihnen sprechen. Wir sprechen mit ihnen." Danach gefragt, ob die Kommunikationsdrähte über China liefen, schüttelte er den Kopf. "Direkt", sagte er. "Wir haben unsere eigenen Kanäle."

"Trotz Zusicherungen, dass die USA nicht daran interessiert sind, den Zusammenbruch des gegenwärtigen Regimes zu fördern, Regimewandel zu verfolgen, die Wiedervereinigung der Halbinsel zu beschleunigen oder Kräfte nördlich der demilitarisierten Zone zu mobilisieren, haben nordkoreanische Offizielle keine Hinweise gegeben, dass sie an Gesprächen bezüglich Denuklearisierung interessiert oder dazu bereit sind", sagte Nauert.

30. September: China und USA beraten über Nordkorea

China und die USA haben ihren Austausch über das Vorgehen gegen die Provokationen Nordkoreas intensiviert. Der Konflikt um Pjöngjangs Atom- und Raketenprogramm stand am Samstag im Mittelpunkt der Gespräche von US-Außenminister Rex Tillerson mit der chinesischen Führung in Peking. Sogar Staats- und Parteichef Xi Jinping empfing Tillerson, der zugleich den geplanten Besuch von Donald Trump im November in China vorbereitete.

Xi Jinping lobte dabei die "sehr guten Arbeitsbeziehungen und persönliche Freundschaft", die seit seinem ersten Treffen mit dem US-Präsidenten im April in Trumps Golfclub Mar-a-Lago in Florida bestünden. Er gehe davon aus, dass Trumps erster Besuch in China "besonders, wunderbar und erfolgreich" werde.

Angesichts der Spannungen mit Nordkorea warnte Kanzleramtsminister Peter Altmaier vor einer Eskalation des Konflikts. "Die Lage ist absolut unerfreulich, weil wir im Augenblick einen Krieg der Worte erleben, der uns einer Lösung nicht näherbringt", sagte Altmaier dem Focus. Die Probleme seien nur durch Gespräche und nicht durch rhetorische Eskalation zu lösen. "Wir brauchen kein Säbelrasseln, wir müssen erkennen, dass Konflikte wie in der Ukraine oder in Nordkorea durch Waffeneinsatz nicht zu lösen sind", sagt Altmaier.

Der Konflikt dürfte auch seine in sechs Wochen geplante Reise nach China überschatten. Xi Jinping setzt große Erwartungen in den Besuch von Trump. "Die Visite wird eine große Gelegenheit für die Entwicklung der chinesisch-amerikanischen Beziehungen", sagte er laut amtlicher Nachrichtenagentur Xinhua bei dem Empfang von Tillerson.

Auch der US-Außenminister sprach bei einem Treffen mit Chinas Staatsrat Yang Jiechi von einer "sehr regelmäßigen und engen Arbeitsbeziehung", die Trump und Xi Jinping entwickelt hätten. Yang Jiechi, der oberste für Außenpolitik zuständige chinesische Politiker, rief dazu auf, sich auf die Kooperation zu konzentrieren und "angemessen mit unseren Differenzen umgehen".

Die USA hatten versucht, China zu mehr Druck auf Nordkorea zu drängen, das rund 90 Prozent seines Handels über den großen Nachbarn abwickelt. Peking ist aber gespalten: Zwar will das Land in seiner Nachbarschaft keine Atomwaffen. Jedoch fürchtet China einen Kollaps Nordkoreas, der Flüchtlingsströme nach China und das Heranrücken von US-Truppen bis an die chinesische Grenze zur Folge haben könnte. Peking will daher nicht zu weit gehen, setzt aber die mitbeschlossenen UN-Sanktionen gegen Nordkorea um.

28. September: China ordnet Schließung nordkoreanischer Firmen bis Januar an

Nordkoreas Unternehmen verlieren ihren wichtigsten Zugang ins Ausland: Das chinesische Handelsministerium ordnete am Donnerstag die Schließung aller nordkoreanischen Firmen in der Volksrepublik bis Januar an. Es setzt damit den jüngsten Sanktionsbeschluss um, mit dem der UN-Sicherheitsrat auf den neuerlichen Nukleartest Nordkoreas reagiert hatte. Die Geschäfte mit China machten bislang rund 90 Prozent des Außenhandels von Nordkorea aus.

Von der Schließungsanordnung betroffen sind Firmen, die von nordkoreanischen Einzelpersonen oder Betrieben in China gegründet wurden - auch Joint Ventures, wie es in Peking hieß. Die Unternehmen haben nun 120 Tage ab Beschluss der UN-Sanktionen Zeit zu schließen. Die UN-Resolution 2375 war am 11. September von den 15 Mitgliedern des Sicherheitsrat verabschiedet worden. Ausgenommen sind auf Einzelfallbasis Unternehmen mit nicht-kommerziellen und nicht-profitorientierten Geschäften.

Nordkorea schmäht Trump als "alten Verrückten"

Im Streit mit den USA hat Nordkorea mit neuen Schmähungen nachgelegt: US-Präsident Donald Trump sei ein "alter Verrückter", zitierte die staatliche Nachrichtenagentur KCNA am Donnerstag das nordkoreanische Außenministerium. Anlass für diesen Befund waren Trumps Äußerungen zum Fall des US-Studenten Otto Warmbier, der nach seiner Haftzeit in Nordkorea gestorben war. Trump hatte dem Land vorgeworfen, Warmbier gefoltert zu haben. Nordkoreas Außenministerium widersprach. Es warf Trump nun vor, "sogar einen Toten für seine Verschwörungskampagne zu nutzen, um den internationalen Druck auf die Demokratische Volksrepublik Korea zu steigern".

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