Der Deutsche Heiko Vogel hat als Trainer viel Glück gehabt. Mit dem FC Basel trifft er heute Abend auf den FC Bayern.


Sein Leben, resümiert Heiko Vogel, war bislang eine "Aneinanderreihung von Chancen". Im Oktober hatte sich wieder einmal eine Tür für den Mann aus Bad Dürkheim aufgetan. Als Thorsten Fink vom FC Basel zum Hamburger SV wechselte, wurde Vogel, dem bisherigen Assistenten, interimsweise der Cheftrainerposten beim Schweizer Vorzeigeklub angeboten. Vogel, der Chancenverwerter, sagte sofort ja.
Jetzt trifft der 36-Jährige, den zu Hause in Deutschland bislang nur ausgewiesene Fußballexperten kannten, im Champions-League-Achtelfinale mit Basel auf den großen FC Bayern. Wieder so eine Möglichkeit, wenn auch eine kleine, weiß Heiko Vogel.
Aber das war schon vor dem Spiel im Dezember gegen Manchester United so, als Vogels Team den englischen Spitzenklub mit einem 2:1-Sieg aus dem Wettbewerb warf. „Fußball wird mit dem Fuß gespielt, ist daher unpräzise und überraschend“, erklärt der Rotschopf mit dem kräftigen Nacken. „Alles ist möglich.“
So wie im Leben von Heiko Vogel, der sich in einer ruhigen Minute schon mal denkt: „Mensch Vogel, es hätte wirklich beschissener laufen können.“ Denn als Spieler war schon in der Regionalliga Schluss – wegen einer Knöchelverletzung und „einer gewissen Bequemlichkeit“ (Vogel).
Der Pfälzer war 22 Jahre alt und Sportstudent in München, als für ihn feststand: „Ich will Trainer werden.“ Beim TSV 1860 München ließen sie den Nobody abblitzen. Dafür bekam Vogel beim FC Bayern München eine Chance, arbeitete sich in neun Jahren von der U-10- bis zur U-17-Mannschaft hoch und kennt Philipp Lahm und Thomas Müller aus dieser Zeit.
Parallel dazu machte er den Fußballlehrer-Schein – zusammen mit Thorsten Fink, dessen Assistent er 2008 beim FC Ingolstadt wurde. Eineinhalb Jahre später, nach der Entlassung in Ingolstadt, engagierte der FC Basel das Trainergespann. Vogel spricht von „einem Sechser im Lotto“.
Nach außen wirkte der kleine Unbekannte neben dem großen Champions-League-Sieger wie der klassische Assistent, Marke Hütchenaufsteller, der allenfalls dadurch auffiel, dass der bei jedem Wetter in kurzer Hose auf dem Trainingsplatz stand.
Vogel schmunzelt über die Fremdwahrnehmung. „Wer mich unterschätzt, ist selbst schuld.“ Beim FC Basel tun sie das nicht. „Heiko besitzt eine hohe fachliche Kompetenz und denkt über das 4-4-2 hinaus“, stellt Basels Präsident Dr. Bernhard Heusler fest. Zudem ist Vogel nicht nur erfolgreich, seine authentische Art und Schlagfertigkeit kommen auch bei den Fans bestens an.
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