Sonntag, 19. Mai 2013

10. August 2012 17:47 Uhr

Berlin

Bayerns Innenminister: Facebook soll bei Einladungen warnen

Bayerns Innenminister fordert, dass Facebook die Nutzer bei Einladungen warnen soll. Die Polizeigewerkschaft geht sogar noch einen Schritt weiter.

Wenn es nach Bayerns Innenminister ginge, müsste Facebook bald für Massenpartys zahlen.

Die jüngsten Fälle öffentlicher «Facebook-Partys» haben eine neue Diskussion um die Mitverantwortung des sozialen Netzwerkes entfacht. Bayerns  Innenminister Joachim Herrmann (CSU) regte in der «Bild»-Zeitung  vom Freitag an, das Unternehmen solle Nutzer warnen, bevor sie Einladungen öffentlich machten. «Facebook wird seinen  Schutzpflichten gegenüber seinen Nutzern nicht gerecht, wenn  zwischen einer Einladung an den Freundeskreis oder die ganze Welt  nur ein Mausklick entscheidet», sagte er.

ANZEIGE

 

Facebook soll für Kosten aufkommen

Zuvor hatte bereits Baden-Württembergs Innenminister Reinhold  Gall (SPD) in einem Interview mit der «Südwest Presse» aus Ulm  gesagt, Facebook habe als Plattform, die derartige Aufrufe  ermögliche, «ein großes Maß an Verantwortung». Der Chef der  Deutschen Polizeigewerkschaft (DPolG), Rainer Wendt, forderte am  Freitag in der «Bild»-Zeitung, das Unternehmen an den Kosten für  Polizeieinsätze durch «Facebook-Partys» zu beteiligen. «Die Firma  stellt die Plattform zur Verfügung und kann nicht so tun, als ginge  sie das alles nichts an», sagte er dem Blatt.

 

Kritik kommt von der FDP

Kritik an Forderungen nach einer Mithaftung von Facebook für die Folgen von Party-Einladungen äußerte der FDP-Bundestagsabgeordnete  und Internetexperte Sebastian Blumenthal. «Einige Innenminister haben offenbar noch immer nicht verstanden, wie das Internet funktioniert», erklärte er am Freitag in Berlin. Es seien nicht das Netzwerk oder die Technik, die zu Partys aufriefen. Wären die  Einladungen per Post verschickt worden, käme niemand auf die Idee,  den Postboten zur Verantwortung zu ziehen, «weil im Park Müll  zurückgeblieben ist».

 

Polizei und Politiker suchen nach Antworten

Für Schlagzeilen gesorgt hatte zuletzt der Fall eines jungen  Koblenzers, der im Juli über Facebook öffentlich zu einer Feier  eingeladen hatte. Aus Sorge vor unkontrollierbaren Zuständen verbot  die Stadt die Versammlung, und Polizisten sperrten den Bereich  vorsorglich ab. Ähnliche Fälle hatte es in den vergangenen Jahren  schon öfter gegeben, teils war es nach öffentlichen Aufrufen zu  Partys über soziale Netzwerke auch zu Randale gekommen. Politiker und Polizeivertreter diskutieren deshalb seit längerem darüber, wie  dem Phänomen zu begegnen ist. (AFP)

Jetzt bestellen! Das neue iPad inkl. e-Paper.


Neu in den Foren

Neu in den Leserblogs