Mittwoch, 13. Dezember 2017

14. Juli 2017 07:24 Uhr

Frau von Emmanuel Macron

Brigitte Macron: Wer ist die "First Lady" von Frankreich?

Brigitte Macron ist 25 Jahre älter als ihr Emmanuel Macron. Doch die "First Lady" Frankreichs sollte man auf keinen Fall auf ihr Alter reduzieren.

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Ein ungewöhnliches Paar. Brigitte Macron ist 25 Jahre älter als ihr Ehemann, der Präsident Frankreichs. Die neue Première Dame ist eine interessante Persönlichkeit.
Foto: Philippe Huguen, afp

Für die Klatschpresse war der Altersunterschied zwischen dem künftigen französischen Präsidenten Emmanuel Macron und seiner Ehefrau Brigitte Macron ein gefundenes Fressen. Während es kaum jemanden hinter dem Sofa hervorgeholt hat, dass Melania Trump 24 Jahre jünger ist als der US-Präsident Donald Trump, ist ein solcher Altersunterschied bei umgekehrter Geschlechterkonstellation auch im Jahr 2017 noch immer eine kleine Sensation.

Brigitte Macron stärkt das Image ihres Gatten als Mann, der sich nicht um Konventionen schert. Doch sie unterstützt ihn nicht nur mit ihrem Alter. Die Frau, "ohne die ich nicht wäre", nennt Emmanuel Macron die zukünftige Première Dame, als sie ihn händehaltend einige Tage vor der Stichwahl auf die Bühne begleitet. Brigitte Macron hatte wohl einen nicht unerheblichen Anteil am ungewöhnlichen Aufstieg des 39-jährigen Ex-Wirtschaftsministers.

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Brigitte Macron: Ehefrau von Emmanuel Macron war früher seine Lehrerin

Macron lernte seine künftige Gattin als Gymnasiast in seiner nordfranzösischen Heimatstadt Amiens kennen: Brigitte Macron, geborene Trogneux, unterrichtete dort Französisch und Latein und leitete die Theater-Gruppe. Zusammen schrieben sie und der damals 15-jährige Emmanuel Macron ein Theaterstück um. „Ich spürte, wie wir ins Rutschen kamen“, beschrieb Trogneux später und erklärte, dass das gemeinsame Schreiben eine „unglaubliche Nähe“ ausgelöst habe.

Es gibt dieses Video vom 15-jährigen Emmanuel Macron, in dem er auf der Theater-Bühne seiner Schule eine Vogelscheuche spielt. In der ersten Reihe sitzt Brigitte Macron. "Er hatte eine unglaubliche Präsenz auf der Bühne", sagt sie über ihn.

Ihre Tochter Laurence war zu dieser Zeit Emmanuel Macrons Klassenkameradin. Brigitte Macron war damals noch verheiratet, drei Kinder hat sie aus ihrer ersten Ehe mitgebracht, zwei davon sind älter als der zukünftige französische Präsident. Später beschrieb Macron die Anfänge ihrer Beziehung als „heimlich, oftmals verstohlen“ und von manchen „unverstanden“.

Wann genau die Beziehung zwischen Emmanuel und Brigitte begann, das wissen nur die beiden. "Das ist unser Geheimnis", wird sie zitiert. Eine Beziehung zwischen dem Schüler und seiner Lehrerin scheint damals undenkbar. Die als jüngste Tochter einer angesehenen Chocolatiers-Familie geborene Lehrerin überzeugt ihren verliebten Schüler, Amiens zu verlassen und an das Pariser Elitegymnasium Henri IV zu wechseln. Beide bleiben aber in engem Kontakt. Mit 17 Jahren soll Macron versprochen haben: "Egal, was Sie tun: Ich werde Sie heiraten."

Wie Brigitte Macron den Polit-Aufstieg ihres Mannes unterstützte

2007 ist es dann tatsächlich so weit: Macron, inzwischen Mitarbeiter der prestigeträchtigen Finanzinspektion, heiratet die von ihrem ersten Ehemann geschiedene Brigitte. In den folgenden Jahren begleitet sie die steile Karriere ihres Mannes, der es vom Wirtschaftsberater von Staatschef François Hollande zum Wirtschaftsminister und jetzt zum neuen französischen Präsidenten schafft.

Die Klatschpresse begeistert ist von dem ungewöhnlichen Paar. "Paris Match", das bekannteste aller französischen People-Magazine, brachte den Politik-Jungstar und seine 64-jährige Frau in weniger als einem Jahr gleich vier Mal auf die Titelseite - in feiner Garderobe im Innenhof des Elysee-Palasts, bei einem Herbstspaziergang in Paris oder in Badekleidung beim Sommerurlaub am Strand, mit den Füßen im Wasser.

Doch es kann auch Nachteile haben, so ein Leben in der Öffentlichkeit. Seit Gerüchten um die angebliche Homosexualität ihres Mannes gibt Brigitte Macron fast keine Interviews mehr. Dabei scheint sie Humor zu haben, die Franzosen schätzen ihre entwaffnende Offenheit. Freunden soll sie einem Magazin zufolge spaßhaft gesagt haben, ihr Mann müsse unbedingt diese Präsidentschaftswahl gewinnen: "Emmanuel muss es jetzt schaffen. Stellt Euch mein Aussehen 2022 vor!"

Der französischen Öffentlichkeit bekannt wird Brigitte Macron, als sie ihren Mann 2015 auf einen Empfang im Präsidentenpalast begleitet. In diesem Jahr beendete sie ihre Tätigkeit als Lehrerin, um ihren Mann bei seiner politischen Karriere zu unterstützen. Die Franzosen staunen nicht schlecht über die Ehe des damaligen Wirtschaftsministers mit einer Frau, die inzwischen bereits siebenfache Großmutter ist.

Großmütterlich aber tritt die Politikergattin, Spitzname "Bibi", beileibe nicht auf: Die blonde, schlanke und braungebrannte Mittsechzigerin mit dem breiten Lächeln ist bekannt für ebenso todschicke wie körperbetonte Garderobe. Manch einer lästert, sie übertreibe es mit kurzen Kleidern und hohen Absätzen ein wenig.

Denen wird entgegengehalten, niemand solle den Fehler begehen, Brigitte Macron auf ihr Äußeres zu reduzieren. Im Wahlkampf war sie allgegenwärtig, beriet ihren Mann, bereitete seine Auftritte vor, feilte an seinen Reden. Manchmal wirkte es, als sei sie noch immer seine Lehrerin - wie einst am Jesuitengymnasium La Providence in Amiens, wo sich die beiden kennenlernten.

afp, sli

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