Die Bundesländer wollen Wildtiere in deutschen Zirkussen verbieten. Der Druck auf die Regierung steigt.

Keine Tiger, Affen, Elefanten und Bären mehr. Giraffen auch nicht. Die Bundesländer wollen den Auftritten von Wildtieren in deutschen Zirkussen ein Ende setzen. Der Agrarausschuss des Bundesrats votierte nach Informationen der Deutschen Presse-Agentur mit deutlicher Mehrheit für ein Wildtierverbot. Am 25. November soll das Plenum der Länderkammer diese Ausschussempfehlung absegnen. Damit steigt der Druck auf Union und FDP im Bundestag, den Weg frei zu machen für ein Ende der Dressur von Wildtieren im Zirkus.
Keine artgerechte Haltung nötig
Der neue Anlauf geht auf eine Initiative Hamburgs zurück. In dem Antrag heißt es zur Begründung, für bestimmte Tierarten sei eine artgerechte Haltung im Zirkus nicht möglich. «Dieses liegt unter anderem darin begründet, dass die Wildtiere einen Großteil ihres Lebens in engen Transportwagen verbringen müssen.» Aufgrund der Fahrt-, Auf- und Abbauzeiten fehle etwa Affen, Elefanten, Großbären, Giraffen, Nashörner und Flusspferden die notwendige Bewegung. «Dadurch kommt es häufig zu schwerwiegenden Erkrankungen, Verhaltensstörungen und nicht selten zu Todesfällen», wird betont.
Bundeslandwirtschaftsministerin Ilse Aigner (CSU) sei nun aufgefordert, Tierquälerei in Zirkussen per Gesetz zu verbieten, sagte Daniela Freyer von der Organisation Pro Wildlife. Bereits 2003 hatte der Bundesrat einen Anlauf für ein Wildtierverbot unternommen, doch bislang fand sich im Bundestag keine Mehrheit dafür. So argumentiert die Union, ein Verbot könnte gegen die Verfassung verstoßen, weil es die Freiheit der Berufsausübung der Dompteure sowie das Eigentumsrecht unverhältnismäßig einschränken würde. dpa/AZ
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