Donnerstag, 20. Juni 2013

03. Mai 2012 14:13 Uhr

Berlin

CDU-Fraktionschef Graf bleibt trotz Plagiats-Geständnis im Amt

Trotz Aberkennung seines Doktortitels wegen Täuschung bleibt der Berliner CDU-Fraktionsvorsitzende Florian Graf im Amt.

Berlins CDU-Fraktionsvorsitzender Florian Graf (CDU) spricht am Donnerstag im Abgeordnetenhaus in Berlin nach einer Sondersitzung seiner Fraktion. Graf musste seinen Doktortitel wegen eines Plagiatsvorwurf ablegen und stellte nun die Vertrauensfrage. Die Fraktion sprach ihm das Vertrauen aus.
Foto: Maurizio Gambarini

Als die Türen des Saales im Berliner Abgeordnetenhaus aufgingen, in dem die Sondersitzung der Berliner CDU-Fraktion tagte, war Florian Graf trotz Plagiats-Geständnis immer noch Fraktionsvorsitzender seiner Partei. Graf ist trotz der Debatte über seinen Doktortitel mit klarer Mehrheit im Amt bestätigt worden. Der 38-Jährige hatte, nach dem Entzug des Titels wegen Täuschung die Vertrauensfrage in der CDU-Fraktion gestellt. Von 34 anwesenden CDU-Abgeordneten erhielt Graf am Donnerstag 30 Ja- und 3 Nein-Stimmen sowie 1 Enthaltung (88,2 Prozent Zustimmung).

Graf: "Große Fehler gemacht und eingeräumt"

Nach der Sondersitzung bedankte sich Graf außerordentlich für das ausgesprochene Vertrauen, das nicht selbstverständlich sei. Er sagte: «Ich habe große Fehler gemacht und eingeräumt.» Die Universität Potsdam hatte Graf am Mittwochabend auf eigene Bitte den Doktortitel aberkannt, weil er in seiner Dissertation über die Berliner CDU mit dem Titel "Der Entwicklungsprozess einer Oppositionspartei nach dem abrupten Ende langjähriger Regierungsverantwortung" getäuscht hatte.

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Bei mehreren Autoren abgeschrieben

Der Diplom-Verwaltungswirt Graf hatte zuvor in einer Erklärung an die Universität zugegeben, dass er bei mehreren Autoren abgeschrieben habe, ohne dies kenntlich gemacht zu haben. Dies betreffe sieben seiner rund 210 Seiten starken Doktorarbeit. Zudem habe er noch an zwei Stellen falsch zitiert.

Der CDU-Landesvorsitzende und Berliner Innensenator Frank Henkel betonte, Graf habe eine zweite Chance verdient. Das bedeute nicht, dass die CDU Täuschung in einer Doktorarbeit als Kavaliersdelikt betrachte. «Menschen machen Fehler, und Graf hat um Entschuldigung gebeten. In seiner politischen Arbeit hat er sich nichts vorzuwerfen.» (dpa/AZ)

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