Mittwoch, 19. Juni 2013

03. Mai 2012 13:09 Uhr

Florian Graf

CDU-Politiker verliert Doktortitel - und behält seinen Posten

Florian Graf, der Vorsitzende der CDU-Fraktion in Berlin, hat wegen Plagiaten seinen Doktortitel verloren. Seine Parteifreunde stehen trotzdem hinter ihm.

Florian Graf: Die CDU-Fraktion im Berliner Abgeordnetenhaus sprach ihrem Vorsitzenden jetzt das Vertrauen aus - trotz Verlust des Doktortitels.
Foto: Robert Schlesinger

Die CDU-Fraktion im Berliner Abgeordnetenhaus sprach ihrem Vorsitzenden Florian Graf jetzt das Vertrauen aus. Bei einer Abstimmung in der Fraktion stimmten am Donnerstag 30 der 34  Anwesenden für den Faktionsvorsitzenden, wie ein Sprecher mitteilte. Es gab drei Nein-Stimmen und eine Enthaltung. Außerdem  sprachen dem Fraktionschef zwei der vier nicht anwesenden  Mitglieder in einer schriftlichen Erklärung das Vertrauen aus.

Uni Potsdam entzog Graf den Doktortitel

Die Universität Potsdam hatte Florian Graf am Mittwoch auf eigenes Bitten den Doktortitel entzogen. Grund für die Entscheidung sei «die von  mir eingeräumte Täuschung bei der Abfassung meiner Arbeit»,  erklärte Graf in Berlin. Der Politiker verzichtete nach eigenen  Angaben auf das Einlegen von Rechtsmitteln, die Entscheidung der  Universität wird damit bestandskräftig.

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Florian Graf hatte Doktorarbeit 2010 eingereicht

Der Politiker hatte seine Dissertation über die Berliner CDU mit  dem Titel «Der Entwicklungsprozess einer Oppositionspartei nach dem  abrupten Ende langjähriger Regierungsverantwortung» im April 2010  eingereicht, im Dezember erhielt er seine Urkunde. Auf Kritik hatte  Graf eingeräumt, an einigen Stellen wissenschaftlich nicht  fehlerfrei gearbeitet zu haben und selbst um Entzug der Doktorwürde  gebeten.

Florian Graf ist nicht der einzige Politiker, der aktuell mit seiner Doktorarbeit Probleme hat. Bundesbildungsministerin Annette Schavan (CDU) muss sich seit Mittwoch gegen den anonym erhobenen Vorwurf von Plagiaten in ihrer Doktorarbeit wehren. In einem Internet-Blog werden dazu zahlreiche Stellen aus ihrer Dissertation vor 32 Jahren aufgeführt - sie soll Quellen nicht immer ausreichend benannt haben. Die Bundesbildungsministerin versicherte, aufklären zu wollen. AZ, afp

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