Der Übergangsrat in Libyen hat den Truppen von Ex-Machthaber Muammar al-Gaddafi ein Ultimatum bis Samstag gestellt, um die letzten Hochburgen des alten Regimes zu übergeben. "Länger können wir nicht warten", sagte der Chef des Rates, Mustafa Abdul Dschalil, am Dienstag in Bengasi.
Derzeit halten Kämpfer der ehemaligen Regierungstruppen noch Gaddafis Geburtsstadt Sirte sowie die Wüstenstadt Sebha im Zentrum des Landes. Seit Tagen versuchen die Rebellen, unter Vermittlung von Stammesältesten beide Gaddafi-Hochburgen zur Aufgabe zu bewegen. Ziel ist es, ein Blutvergießen sowie die Zerstörung der Städte zu vermeiden. "Wir können die Situation militärisch lösen, aber das wollen wir nicht", sagte Dschalil.
In Libyen hat wie in allen anderen arabischen und muslimischen Ländern ein dreitägiges Fest zum Abschluss des Fastenmonats Ramadan begonnen. Der Freitag ist in der arabischen Welt das Wochenende.
Aischa Gaddafi: Einen Tag nach Flucht Kind geboren
Indessen hieß es aus algerischen Regierungskreisen, dass die Tochter von Libyens Machthaber Muammar el Gaddafi einen Tag nach ihrer Flucht nach Algerien ein Kind zur Welt gebracht hat. Aischa Gaddafi habe am frühen Morgen eine Tochter geboren. Mutter und Tochter seien gesund. Aischa Gaddafi war nach Angaben des algerischen Außenministeriums am Montag zusammen mit ihrer Mutter Safia und ihren Brüdern Hannibal und Mohammed in das libysche Nachbarland eingereist. Die gegen den langjährigen Machthaber Gaddafi kämpfenden libyschen Rebellen hatten die Aufnahme kritisiert und die Auslieferung der Familie gefordert. Wo sich Gaddafi selbst aufhält, ist weiter unklar.
"Claudia Schiffer Libyens"
Die 1977 geborene Aischa Gaddafi ist die einzige Tochter des langjährigen libyschen Machthabers. Sie wird aufgrund ihres eleganten Aussehens und der langen blonden Haare "Claudia Schiffer Libyens" genannt. Die Anwältin schloss sich nach der Festnahme des irakischen Ex-Staatschefs Saddam Hussein dem Team seiner Verteidiger an. Auf den Philippinen verhandelte sie mit der islamistischen Abu-Sayyaf-Gruppe über die Freilassung westlicher Geiseln. (dpa/afp)