Dienstag, 27. Juni 2017

20. Juni 2017 00:32 Uhr

Die EU ehrt Kohl Anfang Juli

Staatsakt soll in Straßburg stattfinden

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Altkanzler Helmut Kohl wird voraussichtlich als erster verstorbener Politiker Anfang Juli mit einem europäischen Staatsakt in Straßburg geehrt. Mögliches Datum ist der 1. Juli. Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier würdigte den am Freitag im Alter von 87 Jahren gestorbenen früheren CDU-Vorsitzenden mit einem Eintrag in das im Kanzleramt ausliegende Kondolenzbuch als Staatsmann, „der Historisches für unser Land erreicht hat“. In das Buch schrieb er: „Helmut Kohl war ein Ausnahmepolitiker und ein Glücksfall für unser Land.“

Für Kohl wird es nach Informationen der Bild-Zeitung außer dem Staatsakt auf europäischer Ebene keinen nationalen Staatsakt in Deutschland geben. Dies sei Kohls ausdrücklicher Wunsch gewesen.

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EU-Kommissionspräsident Jean-Claude Juncker hatte einen europäischen Staatsakt angeregt – es wäre die erste Veranstaltung dieser Art überhaupt. Daran sollen EU-Spitzenvertreter und politische Weggefährten Kohls teilnehmen. Aber auch in Deutschland dürfte es eine größere Trauerzeremonie geben. Direkt nach den Feierlichkeiten in Straßburg sei im Dom zu Speyer in Rheinland-Pfalz eine Totenmesse geplant, hatte die Bild am Sonntag geschrieben.

Kanzlerin Angela Merkel (CDU) ließ Regierungssprecher Steffen Seibert erklären, Kohl sei ein Wegbereiter der europäischen Einigung gewesen. „Insofern ist es für die Bundesregierung außer Frage, dass zu seinem Tod höchste Ehrungen angemessen sind.“ In welcher Form, wann und an welchem Ort dies geschehe, werde noch geklärt. Das Bundespräsidialamt erklärte, man werde sich bei der Ausgestaltung der Trauerfeierlichkeiten entsprechend der bisherigen Staatspraxis an den Wünschen der Familie orientieren. „Dazu finden derzeit Gespräche statt.“

Ein Staatsakt am 1. Juli in Straßburg, dem Sitz des Europaparlaments, würde auch den Terminplanungen der Union entgegenkommen. Am 2. und 3. Juli wollen die Spitzen von CDU und CSU in Berlin ihr Wahlprogramm verabschieden. In der Union hieß es aber auch, falls der 1. Juli nicht praktikabel sei, werde ein Staatsakt etwa an einem der folgenden Tage nicht an parteipolitischen Terminen scheitern.

Der frühere Berater Kohls, Horst Teltschik, sagte im ZDF, ein europäischer Staatsakt für Kohl sei auch eine Chance: „Vielleicht gibt dieses Signal der europäischen Würdigung der gesamten Europäischen Union einen neuen Impuls.“ (dpa)

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