Viele großen Parteien leiden unter Mitgliederschwund. Laut einer Umfrage haben alle im Jahr 2011 Mitglieder verloren - bis auf auf die Piraten die Piraten und die Grünen. Wie eine Emnid-Umfrage im Auftrag der Hannoverschen Allgemeinen Zeitung ergab, schrumpften sowohl CDU und SPD als auch FDP und Linke deutlich. Am härtesten traf der Mitgliederschwund demnach die FDP: Binnen eines Jahres verlor sie rund 5400 Parteigänger, fast acht Prozent.
Die Grünen gewannen als einzige im Bundestag
Zum Jahreswechsel hatten die Liberalen demnach nach eigenen Angaben noch 63.123 Mitglieder.
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Die Grünen gewannen als einzige der im Bundestag vertretenen Partei neue Anhänger hinzu - im Laufe des vergangenen Jahres waren es rund 6000, ein Zuwachs von fast elf Prozent auf 59.019 Mitglieder. Im Aufwind ist auch die Piratenpartei: Sie knackte Anfang des Jahres die 20.000-Mitglieder-Marke. 8000 neue Mitglieder meldeten sich laut Umfrage bei den Piraten an.
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«Am gefährlichsten aber ist, dass sich auch viele Konservative neuerdings zum Verzicht auf Wachstum bekennen. Konservative Weltverbesserer wie Klaus Töpfer und Kurt Biedenkopf sind dafür bekannt. Irritiert hat mich aber, dass unser Finanzminister diese Kritik mittlerweile teilt. (...) Das ist unverantwortlich.»
(Rösler mit Blick auf Forderungen nach einer Abkehr von einer Wachstumsideologie. Rösler sagte, Wohlstand hänge vom Wachstum ab.)
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«Gemeinsam reißen wir das Ruder rum.» (FDP-Chef Philipp Rösler)
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«Wer aus der Kernenergie aussteigen will, der muss auch in fossile Kraftwerke einsteigen. Alles andere wäre unseriös.» (FDP-Chef Philipp Rösler)
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«Wir Deutschen sind laut BBC zurzeit das beliebteste Volk der Erde - doch nicht trotz FDP und Guido Westerwelle als Außenminister, sondern weil es die FDP und Westerwelle in dieser Regierung gibt!»
(Entwicklungsminister Dirk Niebel am Freitag in Stuttgart in seiner Rede beim FDP-Dreikönigstreffen)
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«Das haben wir in den vergangenen Monaten unserer parteiinterne Gesprächstherapie vielleicht zu wenig deutlich gemacht.»
(Entwicklungsminister Dirk Niebel warb am Freitag in Stuttgart in seiner Rede beim FDP-Dreikönigstreffen dafür, sich wieder stärker um die Mitte der Gesellschaft zu kümmern.)
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«Es ist nicht notwendig, die Laterne eines andern auszublasen, damit die eigene heller strahle.»
(Niebel zitierte ein Sprichwort aus Tansania, das auch für den Umgang mit Parteifreunden gelte.)
CDU und SPD liefern sich bei starken Verlusten weiter ein Kopf-an-Kopf-Rennen um den ersten Platz bei der Mitgliederstärke. Erstmals rutschten beide Parteien laut der Umfrage unter die 500.000-Marke, wobei die SPD ihren Mitgliederstand zum Jahresende noch nicht beziffern konnte. Vor 20 Jahren hatte die SPD noch fast eine Million Mitglieder. Die CDU verzeichnete nach eigenen Angaben noch 489.896 Beitragszahler, 15 418 weniger als ein Jahr zuvor.
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Philipp Rösler wurde wahrscheinlich am 24. Februar 1973 in Khán Hyng, einem vietnamesischen Dorf südlich von Saigon, geboren. Er war gerade neun Monate alt, als er von einer norddeutschen Familie adoptiert wurde. Bis dahin hatte er in einem katholischen Waisenhaus gelebt.
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Als sich seine Adoptiveltern trennten, blieb er bei seinem Vater, einem Hubschrauberpiloten, Berufssoldaten und Fluglehrer der Bundeswehr. Die Mutter wanderte nach Südamerika aus.
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1992 machte Philipp Rösler an der Lutherschule Hannover sein Abitur. Anschließend wurde er Sanitätsoffizieranwärter bei der Bundeswehr, bevor er an der Medizinischen Hochschule Hannover schließlich Humanmedizin studierte. 2002 promivierte er zum Dr. med.
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Rösler trat 1992 der FDP bei. Seit 1996 gehört er zum Landesvorstand der FDP Niedersachsen. Im selben Jahr wurde er Landesvorsitzender der Jungen Liberalen Niedersachen. Er behielt das Amt bis 1999.
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Im Jahr 2000 trat er durch seine Taufe der römisch-katholischen Kirche bei. Seit 2008 zählt Rösler zur Vollversammlung des Zentralkomitees der deutschen Katholiken.
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Von 2000 bis 2004 war Philipp Rösler ehrenamtlicher Generalsekretär der FDP Niedersachsen. Ab 2003 verdingte er sich als Vorsitzender der FDP-Landtagsfraktion in Niedersachsen und als Mitglied im niedersächsischen Landtag.
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Seit 2002 ist er mit der Ärztin Wiebke Rösler verheiratet. Das Paar hat am 28. Oktober 2008 die Zwillingstöchter Grietje und Gesche bekommen. Die Familie lebt in Isernhagen in der Nähe von Hannover.
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Im Februar 2009 wurde er schließlich Minister für Wirtschaft, Arbeit und Verkehr sowie stellvertretender Ministerpräsident in Niedersachsen. Acht Monate später übernahm er das Gesundheitsministerium und im Mai 2011 das Bundesministerium für Wirtschaft und Technologie.
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Philipp Rösler ist Bundesvorsitzender der FDP und seit Mai 2011 der Stellvertreter von Angela Merkel.
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2006 suchte Rösler zum ersten Mal sein Geburtsland auf. Laut eigener Aussage entsprach er damit dem Wunsch seiner Frau, die "gern wissen wollte, woher ich komme".
Parteien erscheinen als machtlos
Laut Klaus Peter Schöppner, Geschäftsführer des Meinungsforschungsinstituts TNS Emnid, ist der allgemeine Mitgliederschwund erklärbar. Er sagt: «Die Parteien sind einfach nicht mehr attraktiv genug.» Das Problem sei, dass die Parteien angesichts der Europäisierung der Politik verstärkt als machtlos erschienen. «Der Bürger hat den Eindruck, dass Politiker immer weniger bewegen können.» Außerdem werde Politik von vielen Menschen immer weniger verstanden. dpa
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