Donnerstag, 25. August 2016

16. März 2016 04:00 Uhr

Bahn

Die ICE-Strecke Ulm–Augsburg wird nun ausgebaut

Der Ausbau der ICE-Strecke von Ulm nach Augsburg ist nach Informationen unserer Zeitung beschlossene Sache. Für Bayerisch-Schwaben öffnet sich damit nach langem Kampf ein Nadelöhr. Von Rudi Wais und Jörg Sigmund

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Der Ausbau der ICE-Strecke von Ulm nach Augsburg ist wohl beschlossene Sache. Nach Informationen unserer Zeitung zählt die Bundesregierung ihn zu den vordringlichen Verkehrsprojekten der nächsten 15 Jahre und hat ihn deshalb in den sogenannten Bundesverkehrswegeplan aufgenommen, den Minister Alexander Dobrindt (CSU) heute in Berlin vorstellen will.

Für Bayerisch-Schwaben öffnet sich damit nach langem Kampf ein Nadelöhr im Schienenverkehr. Noch vor einem Jahr hatte es so ausgesehen, als sollte das Projekt an den unterschiedlichen Vorstellungen über den Streckenverlauf scheitern.

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Neubau parallel zur A8 ist wohl vom Tisch

Bereits vor einer Woche hatte Dobrindt in einem Interview mit unserer Zeitung angekündigt, er hege „große Sympathie“ für den Ausbau. Der verkehrspolitische Sprecher der Union, der Nördlinger Abgeordnete Ulrich Lange (CSU), betonte auf Anfrage: „Das Schienenprojekt Ulm–Augsburg ist für die Region Schwaben das wichtigste Bahn-Projekt. Es ist die Verbindung zwischen den Zentren in West- und Süddeutschland.“ Die gesamte Region stehe geschlossen hinter dem Ausbau, so Lange weiter. Er sei daher sehr zuversichtlich, dass die Strecke im neuen Verkehrswegeplan berücksichtigt werde. Ein weitgehender Neubau parallel zur Autobahn A8 ist danach allerdings vom Tisch. Diese Variante habe kaum Rückhalt und sei realistisch nicht umsetzbar, kritisierte Lange. Im Umkehrschluss heißt das, dass die bestehende Strecke ausgebaut und an einzelnen Stellen begradigt werden soll, um die Fahrtzeiten spürbar zu verkürzen.

Erste Pläne bereits in den 1980er Jahren

Bereits in den 1980er Jahren hatte es erste Pläne für den Ausbau gegeben. Fertiggestellt wurde 1992 jedoch lediglich der Abschnitt zwischen Augsburg und Dinkelscherben. Dann herrschte Stillstand. Zunächst hielten Bahn und Bund den Weiterbau der Schnellstrecke bis Neu-Ulm für nicht mehr „vorrangig“, dann zog auch das Land Bayern seine Zusage zurück, Geld für die Maßnahme vorzustrecken. Aus dem Großprojekt der Region, immer wieder als Ausgleich für die Abkopplung von der ICE-Neubaustrecke München–Ingolstadt–Nürnberg versprochen, wurde nichts.

Wieder beschleunigt hat die Pläne letztlich das Milliardenprojekt „Stuttgart 21“. Die ICE-Strecke Stuttgart–Ulm wird inzwischen für Hochgeschwindigkeitszüge komplett neu gebaut. Dann werden – voraussichtlich ab 2021 – nicht mehr zwei, sondern drei bis vier Fernzüge pro Stunde von Stuttgart über Ulm nach Augsburg fahren. Politiker und Wirtschaft hatten in der Vergangenheit stets davor gewarnt, dass es dann in Bayern zu einem „Flaschenhals“ kommen könnte.

Schwabens CSU-Chef Markus Ferber zeigte sich gestern optimistisch, was eine schnelle Realisierung des Bahnprojekts betrifft. „Ich gehe davon aus, dass wir zügig in die Planung gehen können und 2020 Baurecht haben.“ Bayern hat bereits eine Vorfinanzierung der Planungskosten zugesagt. »

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