Freitag, 19. Januar 2018

07:16 Uhr

Nordkorea-News

Donald Trump: "Russland hilft uns bei Nordkorea überhaupt nicht"

Donald Trump kritisiert Russland für die Haltung im Nordkorea-Konflikt. Das Land untergrabe die internationalen Sanktionen gegen Pjöngjang. Die News zu Nordkorea.

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Donald Trump hat Russland im Nordkorea-Konflikt scharf kritisiert.
Foto: Mikhail Klimentyev, afp (Archiv)
  • Nordkorea sorgt mit seinen Raketen- und Atomwaffen-Tests weltweit für Unruhe.

  • Die USA kündigten an, das eigene Land und Verbündete mit allen Mitteln zu verteidigen.

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Nordkorea-Konflikt: News im Blog

18. Januar: Trump: Russland untergräbt internationales Vorgehen gegen Nordkorea

US-Präsident Donald Trump hat die russische Regierung wegen ihrer Haltung im Nordkorea-Konflikt scharf attackiert. "Russland hilft uns bei Nordkorea überhaupt nicht", sagte Trump am Mittwoch in einem Interview der Nachrichtenagentur Reuters. Er warf der Regierung in Moskau vor, die internationalen Sanktionen gegen Pjöngjang zu untergraben. Der Beitrag, den China zur Isolation Nordkoreas leiste, werde durch Russland wieder aufgehoben.

Nordkorea komme seinem Ziel, die USA mit Atomwaffen anzugreifen, immer näher, sagte der US-Präsident. "Sie sind noch nicht so weit, aber sie sind nah dran."

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17. Januar: Tillerson stellt weitere Sanktionen gegen Nordkorea in Aussicht

US-Außenminister Rex Tillerson will die Sanktionsschraube gegen Nordkorea im Fall weiterer Atom- und Raketentests noch fester ziehen. "Unsere Diplomaten in New York werden weiter auf mehr Sanktionen drängen, wenn es zu weiteren Provokationen kommt", sagte Tillerson beim Ministertreffen im kanadischen Vancouver am Dienstag (Ortszeit). Vor allem Russland und China müssten bereits bestehende Sanktionen umsetzen. Ziel sei die "vollständige, nachweisbare und unumkehrbare Denuklearisierung der koreanischen Halbinsel".

Außenminister aus 20 Ländern versammelten sich, um über weitere Strafmaßnahmen, diplomatische Mittel und nukleare Abrüstung im Nordkorea-Konflikt zu sprechen. Russland und China - zwei der wichtigsten Handelspartner Pjöngjangs - waren zu dem zweitägigen Treffen nicht geladen. Am Mittwoch wollen die Minister ihre Gespräche in Vancouver fortsetzen.

16. Januar: Nordkorea-Treffen in Vancouver ohne China und Russland

Mit einem Mix aus Sanktionen und Diplomatie wollen die USA und weitere Länder Nordkorea zur Aufgabe seiner Massenvernichtungswaffen bewegen. Außenminister aus 20 Ländern versammelten sich am Dienstag im kanadischen Vancouver, um über weitere Strafmaßnahmen, diplomatische Mittel und nukleare Abrüstung im Nordkorea-Konflikt zu sprechen. Russland und China - zwei der wichtigsten Handelspartner Pjöngjangs - waren zu dem zweitägigen Treffen nicht geladen.

Alle in Vancouver vertretenen Staaten seien sich in dem Ziel einer "kompletten, nachweisbaren und unumkehrbaren Denuklearisierung" Nordkoreas einig, sagte US-Außenminister Rex Tillerson. "Ehe Nordkorea sich zu einem Kurswechsel verpflichtet und alle Massenvernichtungswaffen nachweisbar und unumkehrbar aufgibt", seien keine Fortschritte möglich, sagte seine kanadische Amtskollegin Chrystia Freeland. Die USA und Kanada hatten gemeinsam zu den Beratungen eingeladen, an denen unter anderem auch die Außenminister Südkoreas, Japans und Großbritanniens teilnahmen.

Ob das Treffen konkrete Ergebnisse bringt, ist offen. Im Konflikt um das nordkoreanische Atomprogramm und wiederholte Atom- und Raketentests hatte der UN-Sicherheitsrat seit 2006 zahlreiche Sanktionen verhängt, zuletzt im Dezember. Diese sollen vor allem den Handel des Landes beschränken und Nordkorea wirtschaftlich unter Druck setzen. Die USA hatten teils ein Ölembargo gefordert, konnten sich mit diesem drastischen Schritt im Sicherheitsrat bisher aber nicht durchsetzen.

US-Präsident Donald Trump und sein chinesischer Amtskollege Xi Jinping äußerten sich nach Angaben des Weißen Hauses in einem Telefongespräch anerkennend über den jüngsten Dialog zwischen Nord- und Südkorea. Sie hätten die Hoffnung geäußert, dass dieses einen Wechsel in Pjöngjangs "destruktivem Verhalten" bewirken möge. Trump sagte, die USA hielten ihre Politik des "maximalen Drucks" auf Nordkorea aufrecht, um das Land zur Denuklearisierung zu bewegen.

Nordkorea-Krise: Japanischer Sender meldet falschen Raketenalarm

Erst Hawaii, nun auch falscher Raketenalarm in Japan: Japans öffentlich-rechtlicher Rundfunksender NHK hat die Bevölkerung am Dienstag versehentlich vor einer nordkoreanischen Rakete gewarnt. Auf seiner Webseite sowie einer App von NHK verbreitete der Sender am Abend (Ortszeit) eine Eilnachricht, wonach Nordkorea wahrscheinlich eine Rakete abgefeuert habe. Rund zehn Minuten später korrigierte sich NHK und entschuldigte sich im Fernsehen und auf der Webseite für den Fehler. 

Erst am Wochenende hatte ein falscher Raketenalarm den US-Bundesstaat Hawaii im Pazifik in Angst und Schrecken versetzt. Die Katastrophenschutzbehörde EMA des Bundesstaats hatte SMS-Nachrichten versandt, in denen vor einer Rakete gewarnt wurde, die im Anflug auf Hawaii sei. "Dies ist keine Übung", hieß es in der Nachricht, die am Samstagmorgen auch als Laufband im aktuellen TV-Programm eingeblendet wurde. Die Bevölkerung solle unverzüglich Schutz suchen.

Nicht nur Hawaii, auch Japan fühlt sich durch Nordkoreas Raketen bedroht. Der kommunistische Nachbarstaat hatte im August und September 2017 jeweils eine Rakete über Japan hinweg getestet. Zwar schoss Japans Regierung die Raketen nicht ab, informierte die Bevölkerung aber mit Hilfe des J-Alert-Warnsystems.

Nordkorea nennt Trump einen "Irren" und "tollwütigen Hund"

Nordkorea hat mit Verzögerung auf den Atomknopf-Vergleich von US-Präsident Donald Trump reagiert. Die Parteizeitung Rodong Sinmun bezeichnete die Twitter-Botschaft Trumps von Anfang Januar am Dienstag als "Zuckung eines Irren" und "Gebell eines tollwütigen Hundes". Trumps Atomknopf-Tweet sei Ausdruck des "geistigen Zustands eines Versagers", der unter "Aggressionsstörungen und Schizophrenie leidet". Trump hatte am 2. Januar in einer Reaktion auf die Neujahrsansprache Kim Jong Uns geschrieben, er habe einen "viel größeren und mächtigeren" Atomknopf als der nordkoreanische Machthaber.

In Trumps Tweet hieß es: "Der Atomknopf ist immer auf meinem Tisch." Der Präsident schrieb weiter: "Kann jemand aus seinem ausgelaugten und ausgehungerten Regime ihm bitte sagen, dass ich auch einen Atomknopf habe. Aber er ist viel größer und mächtiger als seiner, und mein Knopf funktioniert!" In seiner Neujahrsansprache hatte Kim zuvor allerdings nicht nur einen Einsatz von Atomwaffen angedroht, sondern gegenüber Südkorea auch Dialogbereitschaft signalisiert.

Xi appelliert an Trump: Entspannung mit Nordkorea für Dialog nutzen

Chinas Staats- und Parteichef Xi Jinping hat an US-Präsident Donald Trump appelliert, die jüngste Entspannung mit Nordkorea für eine Wiederaufnahme der Gespräche mit Pjöngjang zu nutzen. In einem Telefonat mit Trump sagte Xi, alle Seiten sollten sich gemeinsam bemühen, "den mühsam errungenen Schwung in der Beruhigung der Lage auf der koreanischen Halbinsel aufrechtzuerhalten und Bedingungen zu schaffen, um Gespräche wiederaufzunehmen", wie das Staatsfernsehen am Dienstag zitierte. 

Die Weltgemeinschaft sollte daran festhalten, die koreanische Halbinsel von Atomwaffen zu befreien, sagte Xi Jinping. China wolle die Kooperation und die Kommunikation mit den USA verstärken, "um angemessen mit der Frage umzugehen", zitierte das Staatsfernsehen weiter. US-Präsident Trump habe in dem Telefonat die "Schlüsselrolle" Chinas bekräftigt und wolle ebenfalls die Zusammenarbeit ausbauen. 

Mit Blick auf die Handelsspannungen zwischen den beiden größten Volkswirtschaften hob Xi Jinping hervor, dass beide Seiten von der Wirtschaftskooperation profitierten und die gesunde und stabile Entwicklung aufrechterhalten sollten. Probleme sollten im Dialog miteinander gelöst werden.

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Schiff mit Leichen vor Japan - vermutlich aus Nordkorea

An Japans Westküste ist erneut ein verlassenes Boot mit Toten entdeckt worden, die vermutlich aus Nordkorea stammen. Wie lokale Medien am Dienstag meldeten, handelt es sich um sieben Leichen. Verweste Leichenteile seien zudem neben dem Boot gefunden worden. Das Holzboot war Tage zuvor vor der Küste der Stadt Kanazawa entdeckt worden, doch wegen hoher Wellen konnte die Polizei das Boot nicht gleich erreichen. Seit Jahren werden vor allem im Winter immer wieder Dutzende Fischerboote, teils voll mit Leichen, in Japan an Land gezogen. Die Schiffe stammen höchstwahrscheinlich aus Nordkorea.

In diesem Jahr sind es so viele wie lange nicht mehr: Die japanische Küstenwache zählte bereits mehr als 100 angetriebene Boote. Experten vermuten, dass die Häufung mit den internationalen Sanktionen gegen Nordkorea wegen dessen Atom- und Raketentests zusammenhängen. Es könnte Lebensmittelknappheit sein, die die Fischer zwingt, mehr Fische zu fangen und dafür weiter auf das Japan-Meer hinauszufahren. Ihre Holzboote verfügen jedoch über keine modernen Navigationsgeräte, die Motoren an Bord sollen zudem in schlechtem Zustand sein. Wenn die Maschinen ausfallen, treiben die Fischer hilflos auf dem Meer.

15. Januar: Nordkorea will großes Orchester zu Winterolympiade in Südkorea schicken

Süd- und Nordkorea machen bei ihren Gesprächen über die Zusammenarbeit bei den Olympischen Winterspielen in Pyeongchang Fortschritte. Zunächst einigen sie sich auf einen Beitrag Nordkoreas zum kulturellen Rahmenprogramm. Ein großes Orchester soll auftreten.

Das Treffen begann am Montag auf nordkoreanischer Seite des Grenzorts Panmunjom, wie südkoreanische Sender berichteten. Es ist das erste Treffen auf Arbeitsebene, das nach der Einigung beider Seiten auf die Teilnahme Nordkoreas an den Winterspielen in Südkorea zwischen dem 9. und 25. Februar stattfindet. Das weithin abgeschottete Nordkorea will unter anderem eine ranghohe Regierungsabordnung, Sportler, eine Fangruppe und Künstler entsenden.

Die beiden Länder hatten sich am vergangenen Dienstag auf weitreichende Maßnahmen zur Verbesserung ihrer angespannten Beziehungen verständigt. Dazu gehörte auch die Einigung auf eine Zusammenarbeit für eine erfolgreiche Austragung der Winterspiele und die Wiederaufnahme von Militärgesprächen. Die jüngsten Signale der Annäherung beider Koreas haben die Angst vor einer Eskalation des Streits um das nordkoreanische Atomprogramm kurz vor Beginn der Winterspiele erheblich verringert.

14. Januar: Raketen-Fehlalarm sorgt im US-Bundesstaat Hawaii für Angst und Panik

Ein Raketen-Fehlalarm hat die Menschen im US-Bundesstaat Hawaii in Angst und Schrecken versetzt. Ein Mitarbeiter des Katastrophenschutzes (EMA) verschickte am Samstag versehentlich eine automatische Nachricht auf alle aktivierten Handys, in der eindringlich vor einer ballistischen Rakete im Anflug gewarnt wurde. Viele Menschen suchten daraufhin in Panik Schutz. Es dauerte fast 40 Minuten, bis die Warnung zurückgenommen wurde. Nun soll das Warnsystem überarbeitet werden.

Handynutzer auf dem gesamten Pazifik-Archipel wurden am Morgen gegen 8 Uhr (Ortszeit, 19 Uhr MEZ) von der Push-Benachrichtigung in Großbuchstaben aufgeschreckt: "Bedrohung durch ballistische Rakete Richtung Hawaii. Suchen Sie sofort einen Schutzraum auf. Das ist keine Übung."

Viele Menschen suchten daraufhin in Panik nach Schutzmöglichkeiten - in Kellern, Badewannen, Schächten oder unter Matratzen. Der falsche Alarm wurde in sozialen Online-Netzwerken wie auch von Fernseh- und Radiosendern weiter verbreitet.

Obwohl Hawaiis Gouverneur David Ige, das Pazifik-Kommando der US-Streitkräfte und die EMA schon kurz darauf von einem Fehlalarm sprachen, dauerte es fast 40 Minuten, bis auf den Smartphones Entwarnung gegeben wurde. Laut EMA hatte ein Mitarbeiter während der Routinekontrolle des Systems nach einem Schichtwechsel versehentlich "den falschen Knopf gedrückt".

In der Bevölkerung von Hawaii löste der Fehlalarm vor dem Hintergrund der jüngsten Spannungen mit Nordkorea Panik aus. Pjöngjang hatte Ende November nach dem Test einer ballistischen Rakete mit besonders großer Reichweite erklärt, seine Raketen könnten nun das gesamte US-Gebiet erreichen. Daraufhin hatte Hawaii im Dezember erstmals seit dem Ende des Kalten Kriegs Sirenen getestet, die vor einem Atomangriff warnen.

12. Januar: Trump spricht von "wahrscheinlich sehr guter Beziehung zu Kim Jong Un"

Trotz der scharfen Wortgefechte in den vergangenen Monaten kann sich US-Präsident Donald Trump ein "sehr gutes" Verhältnis zu dem nordkoreanischen Machthaber Kim Jong Un vorstellen. "Ich habe wahrscheinlich eine sehr gute Beziehung zu Kim Jong Un", sagte Trump am Donnerstag in einem Interview mit dem Wall Street Journal. "Ich habe Beziehungen zu Leuten. Ich denke, Sie sind überrascht", fügte er hinzu.

Die Frage, ob er bereits mit Kim gesprochen habe, wollte Trump nicht beantworten. "Das will ich nicht kommentieren. Ich sage nicht, ich habe oder ich habe nicht."

11. Januar: USA denken über Kontrolle des Seeweges nach Nordkorea nach

Die USA denken im Konflikt mit Nordkorea über die Überwachung des Seeweges in das kommunistische Land nach. Das sagte Brian Hook, politischer Chefstratege im US-Außenministerium, am Donnerstag in Washington. Entsprechende Diskussionen erwarte er am nächsten Dienstag bei einem internationalen Ministertreffen im kanadischen Vancouver, das sich mit der Nordkorea-Frage auseinandersetzt. Zu dem Treffen, zu dem aus den USA unter anderem Außenminister Rex Tillerson und Verteidigungsminister James Mattis reisen werden, werden keine Vertreter Chinas und Russlands erwartet.  

"Wir eruieren weiterhin alle Optionen, um die Sicherheit auf See zu verbessern und die Möglichkeit, Schiffsverkehr zu unterbinden, mit dem Waren nach und von Nordkorea transportiert werden, die das Atomprogramm unterstützen", sagte Hook. "Eine Seeüberwachung hilft uns, die Ressourcen Nordkoreas zu kappen", sagte Hook. Ferner werde bei dem Treffen in Vancouver auch über weitere Sanktionen nachgedacht.

UN-Sicherheitsrat begrüßt Gespräche zwischen Nordkorea und Südkorea

Der UN-Sicherheitsrat hat die direkten Gespräche zwischen Nordkorea und Südkorea als Beitrag zur Entspannung begrüßt. Das Gremium habe die Gespräche vom Dienstag positiv aufgenommen, erklärte am Mittwoch (Ortszeit) in New York der Botschafter von Kasachstan, Kairat Umarow, dessen Land diesen Monat den Vorsitz des Sicherheitsrats inne hat. Umarow führte aus, die Ratsmitglieder seien der Ansicht, "dass ein erster Dialog zwischen den beiden koreanischen Staaten Möglichkeiten eröffnet, Vertrauen auf der koreanischen Halbinsel wiederherzustellen, um die Spannungen zu verringern" und zu einer atomwaffenfreien Region beizutragen. Ein westlicher Diplomat, der nicht namentlich genannt werden wollte, sagte hingegen, ein Verzicht Nordkoreas auf sein Atomwaffenarsenal sei wohl erst nach einem Machtwechsel in dem international isolierten Land möglich.

10. Januar: USA und Südkorea: Druck auf Nordkorea muss hoch bleiben

US-Präsident Donald Trump und sein südkoreanischer Amtskollege Moon Jae-In haben sich darauf verständigt, den Druck auf das kommunistisch geführte Nordkorea hochzuhalten. "Die beiden Staatsmänner unterstrichen die Bedeutung, die Strategie des maximalen Drucks auf Nordkorea aufrechtzuhalten", heißt es in einer am Mittwoch in Washington verbreiteten Mitteilung des Weißen Hauses nach dem Telefonat der Präsidenten. 

Moon habe Trump über die Ergebnisse der direkten Gespräche zwischen Nordkorea und Südkorea am Dienstag in Kenntnis gesetzt. Trump habe sich erneut offen dafür gezeigt, selbst Gespräche mit Nordkorea zu führen. Diese müssten aber zur richtigen Zeit und unter den richtigen Umständen stattfinden, hieß es vom Weißen Haus ohne nähere Erläuterung. 

Ähnliche Andeutungen hatte Trump in jüngster Zeit mehrmals gemacht. Trump habe Moon ferner darüber informiert, dass Vizepräsident Mike Pence die US-Delegation bei den Olympischen Winterspielen in Pjöngjang anführen werde.

Südkoreas Präsident ist zu Treffen mit Nordkoreas Machthaber bereit

Nach der Einigung mit Nordkorea auf Maßnahmen für bessere Beziehungen hat Südkoreas Präsident Moon Jae In vor zu großen Erwartungen gewarnt. "Wir haben einen Dialog begonnen, doch wir haben noch nicht über den Atomstreit (mit Nordkorea) geredet", sagte Moon am Mittwoch bei seiner Neujahrspressekonferenz in Seoul. "Wir sollten uns nicht zu früh freuen." 

Einen Tag nach den ersten innerkoreanischen Gesprächen seit zwei Jahren bekräftigte Moon, "unter den richtigen Bedingungen" zu einem Treffen mit Nordkoreas Machthaber Kim Jong Un bereit zu sein. Falls "konkrete Ergebnisse" erzielten werden könnten, würde er solch einem Treffen zustimmen. 

9. Januar: Nordkorea schickt hohe Delegation zu Olympia nach Südkorea

Trotz des verschärften Konflikts um das nordkoreanische Atomprogramm haben sich Süd- und Nordkorea auf weitreichende Maßnahmen zur Verbesserung ihrer Beziehungen geeinigt. Nordkorea stimmte demnach zu, eine hohe Delegation und Sportler zu den Olympischen Winterspielen im südkoreanischen Pjöngjang im Februar zu entsenden. Auch will das isolierte Land Militärgespräche über eine Entspannung wiederaufnehmen. Der Durchbruch erfolgte am Dienstag im Grenzort Panmunjom bei den ersten offiziellen Gesprächen zwischen beiden Länden seit zwei Jahren.

In einer Drei-Punkte-Abschlusserklärung kündigten sie zudem ihre Absicht an, die hochrangigen Treffen fortzusetzen, und den Austausch in verschiedenen Bereich wiederzubeleben. Südkoreas Forderung, neue Treffen zwischen Familien zu organisieren, die durch den Korea-Krieg (1950-53) auseinandergerissen wurden, blieb dagegen unerwähnt. Südkoreas fünfköpfige Delegation wurde von Vereinigungsminister Cho Myoung Gyon angeführt.

8. Januar: Süd- und Nordkorea reden erstmals seit zwei Jahren wieder

Südkorea will bei den ersten Gesprächen mit Nordkorea seit zwei Jahren nicht nur über sportpolitische Dinge, sondern auch über humanitäre Fragen und eine militärische Entspannung reden. Eine mögliche Teilnahme Nordkoreas an den Olympischen Winterspielen im südkoreanischen Pjöngjang im Februar werde bei dem Treffen am Dienstag zwar im Vordergrund der Verhandlungen stehen, sagte Vereinigungsminister Cho Myoung Gyon am Montag vor Journalisten in Seoul. Er werde aber versuchen, auch über auseinandergerissene koreanische Familien zu reden und Wege zur Entspannung anzusprechen, wurde Cho von der nationalen Nachrichtenagentur Yonhap zitiert.

Beide Länder hatten sich nach einem überraschenden Friedensangebot des nordkoreanischen Machthabers Kim Jong Un auf die Gespräche geeinigt. Kim hatte am Neujahrstag erklärt, eine Delegation zu den Spielen vom 9. bis zum 25. Februar entsenden zu wollen.

Die Gespräche finden auf der südkoreanischen Seite des Grenzorts Panmunjom statt. Südkorea wird dabei von Cho vertreten. Nordkorea will mit dem Vorsitzenden des Komitees für die Friedliche Wiedervereinigung des Vaterlandes, Ri Son Gwon, einen erfahrenen Unterhändler bei innerkoreanischen Gesprächen schicken.

Seoul will mit Nordkorea über Familienzusammenführung sprechen

Südkorea will sich bei den Gesprächen mit Nordkorea in dieser Woche um eine Wiederaufnahme der Familienzusammenführungen bemühen. "Wir bereiten uns auf Diskussionen zum Thema getrennte Familien und zur Lockerung der militärischen Spannungen vor", sagte Wiedervereinigungsminister Cho Myoung Gyon am Montag nach Angaben der südkoreanischen Nachrichtenagentur Yonhap.

Nordkoreanische Staatsmedien forderten indes eine "unabhängige Wiedervereinigung", ohne auf die Unterstützung anderer Länder wie die USA zu bauen. "Die Garanten für verbesserte innerkoreanische Beziehungen sind nicht Außenstehende, sondern ist die koreanische Nation", ließ die amtliche Nachrichtenagentur KCNA am Wochenende verlauten.

Die Nachbarstaaten hatten in der vergangenen Woche beschlossen, den ersten offiziellen Dialog seit mehr als zwei Jahren zu führen. Das Treffen soll am Dienstag im Grenzort Panmunjom stattfinden. Die Gespräche werden sich vor allem um die Teilnahme Nordkoreas an den olympischen Winterspielen im kommenden Monat in Südkorea drehen. Es wird aber erwartet, dass beide Seiten auch andere Belange zur Sprache bringen werden.

US-Botschafterin bei UNO relativiert Trumps Dialogbereitschaft gegenüber Kim

Die US-Botschafterin bei den Vereinten Nationen, Nikki Haley, hat die Dialogbereitschaft von US-Präsident Donald Trump gegenüber Nordkorea relativiert und Vorbedingungen für Gespräche formuliert. Dass Trump sich am Samstag offen für ein Gespräch mit Nordkoreas Machthaber Kim Jong Un erklärt habe, bedeute "keine Kehrtwende", sagte Haley am Sonntag dem US-Sender ABC. Trump habe lediglich gesagt, dass es einmal "eine Zeit geben könnte, in der wir mit Nordkorea sprechen".

Zuvor müssten aber noch "viele Dinge passieren", hob die US-Botschafterin hervor. Nordkorea müsse zunächst einmal mit seinen Atom- und Raketentests aufhören und sich zu Gesprächen über einen Verzicht auf seine Atomwaffen bereit erklären. "Diese Dinge müssen passieren", sagte Haley.

7. Januar: Trump zu direkten Gesprächen mit Kim Jong Un bereit

US-Präsident Donald Trump hat sich offen für direkte Gespräche mit dem nordkoreanischen Machthaber Kim Jong Un gezeigt. "Ich glaube immer an Gespräche", sagte Trump am Samstag bei einer Pressekonferenz in Camp David auf die Frage, ob er ein Telefonat mit Kim führen würde. "Natürlich würde ich das tun, ich habe überhaupt kein Problem damit", sagte er, unterstrich aber zugleich, dies bedeute nicht, dass er ohne Vorbedingungen ein solches Gespräch führen würde.

Trumps Äußerung weicht von seiner oft kriegerischen Rhetorik gegenüber Nordkorea und insbesondere Kim ab. Trump und Kim hatten sich in den vergangenen Monaten mehrfach gegenseitig verbal beleidigt, was vor dem Hintergrund der nordkoreanischen Raketen- und Atomwaffentests international die Sorge vor einem Atomkrieg auslöste.

Trump hatte am Samstag kurz zuvor in Camp David auch gesagt, er hoffe, dass der Dialog zwischen Nordkorea und Südkorea über die Olympischen Winterspiele im südkoreanischen Pjöngjang hinaus andauern werde.

Das international isolierte Nordkorea wird nach Angaben seines Vertreters beim Internationalen Olympischen Komitee (IOC) "wahrscheinlich" an dem Sportereignis in Südkorea im Februar teilnehmen. Zudem konkretisieren sich die Planungen für ein ranghohes bilaterales Treffen am Dienstag. Es wären die ersten bilateralen Gespräche seit mehr als zwei Jahren.

 

6. Januar: Funktionär: Nordkorea nimmt "wahrscheinlich" an Winterspielen teil

Nordkorea wird nach den Worten eines Verbandsfunktionärs des Landes "wahrscheinlich" an den Olympischen Winterspielen im südkoreanischen Pjöngjang im Februar teilnehmen. Das sagte der einzige nordkoreanische Vertreter beim Internationalen Olympischen Komitee (IOC), Chang Ung, laut der japanischen Nachrichtenagentur Kyodo am Samstag vor Journalisten auf dem internationalen Flughafen in Peking. 

Nordkorea hatte einen Tag zuvor den Vorschlag Südkoreas akzeptiert, sich am nächsten Dienstag im Grenzort Panmunjom zu treffen. Es soll vor allem um eine Teilnahme Nordkoreas an den Olympischen Winterspielen, aber auch allgemein um die Verbesserung der innerkoreanischen Beziehungen gehen. Chang war aus Pjöngjang nach Peking gereist und wollte laut Kyodo offenbar in die Schweiz weiterfliegen, um mit dem IOC über eine mögliche Teilnahme seines Landes an den Spielen im südkoreanischen Pjöngjang zu sprechen.

5. Januar: Südkorea und Nordkorea sitzen zum ersten Mal seit zwei Jahren an einem Tisch

Trotz des verschärften Konflikts um das nordkoreanische Atomprogramm wollen sich Süd- und Nordkorea zum ersten Mal seit zwei Jahren wieder an einen Tisch setzen. Nordkorea habe den Vorschlag des Südens akzeptiert, sich am nächsten Dienstag zu Gesprächen im Grenzort Panmunjom zu treffen, teilte das Vereinigungsministerium in Seoul am Freitag mit. Es soll um eine Teilnahme Nordkoreas an den Olympischen Winterspielen vom 9. bis zum 25. Februar im südkoreanischen Pjöngjang, aber auch allgemein um die Verbesserung der angespannten Beziehungen gehen. Wer auf beiden Seiten an den Gesprächen teilnimmt, war zunächst unklar.

Die Einigung beider Koreas erfolgte einen Tag nach der Zustimmung von US-Präsident Donald Trump, geplante südkoreanisch-amerikanische Militärmanöver wegen der Olympischen Spiele zu verschieben. Ein Sprecher der US-Streitkräfte Korea (USFK) bestätigte am Freitag, die entsprechende Vereinbarung zwischen Trump und dem südkoreanischen Präsidenten Moon Jae In schließe auch die Paralympischen Winterspiele in Pjöngjang vom 9. bis zum 18. März ein. Moon hatte die Verlegung vorgeschlagen.

Berlin: Nordkorea muss von weiteren Provokationen Abstand nehmen

Die Bundesregierung hat die vereinbarten Gespräche zwischen Nord- und Südkorea mit Zurückhaltung kommentiert. Vize-Regierungssprecherin Ulrike Demmer sagte am Freitag in Berlin, die Gespräche in der nächsten Woche könnten zur Entspannung der Situation beitragen. Freilich gilt das nur unter der Voraussetzung, dass das Regime in Pjöngjang von weiteren Provokationen Abstand nimmt und seine völkerrechtswidrigen Raketen- und Nukleartests einstellt. Notwendig sei unbedingt eine geschlossen Haltung der internationalen Gemeinschaft gegenüber Nordkorea. Vor allem Russland und China seien zur vollen Implementierung der von den UN verhängten Sanktionen aufgerufen. Das nordkoreanische Raketen- und Nuklearprogramm sei die Ursache der Spannungen auf der koreanischen Halbinsel.

4. Januar: USA und Südkorea verzichten während der Winterspiele auf Militärmanöver

Die USA und Südkorea verzichten während der Olympischen Winterspiele im südkoreanischen Pjöngjang auf gemeinsame Militärübungen. US-Präsident Donald Trump und Südkoreas Staatschef Moon Jae In einigten sich in einem Telefonat am Donnerstag darauf, die für Februar geplanten Manöver zu verschieben, wie das Präsidialamt in Seoul mitteilte. Die Winterspiele finden vom 9. bis 25. Februar in der im Nordosten gelegenen Stadt Pjöngjang statt.

Mit ihrer Entscheidung wollen Trump und Moon offenbar zur Deeskalation des Konflikts um das nordkoreanische Atom- und Raketenprogramm beitragen. Die USA und ihr Verbündeter Südkorea hatten in den vergangenen Monaten mit gemeinsamen Militärmanövern mehrfach militärische Stärke demonstriert. Die Regierung in Pjöngjang wertet solche Übungen als Provokation.

Trump: Koreagespräche wären ohne meine Stärke unmöglich

US-Präsident Donald Trump schreibt die jüngste Annäherung zwischen Nord- und Südkorea seiner eigenen Position der Stärke zu. "Glaubt wirklich irgendjemand, Gespräche und Dialog zwischen Nord- und Südkorea würden weitergehen, wenn ich nicht standfest und stark wäre - willens, unsere totale "Macht" gegen den Norden einzusetzen?" twitterte Trump am frühen Donnerstagmorgen (Ortszeit) - offensichtlich unter Bezug auf die atomare Bewaffnung der USA. Eine solche Einschätzung sei närrisch, meinte Trump - aber Gespräche seien eine gute Sache. Nord- und Südkorea hatten sich zuletzt angenähert und standen vor einem möglichen Treffen in der kommenden Woche.

dpa/afp

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