Mittwoch, 22. Mai 2013

04. Mai 2012 20:23 Uhr

Präsidentschaftswahlen in Ägypten

Dutzende Verletzte bei Protesten in Ägypten

Ägypten kommt nicht zur Ruhe. Bei erneuten Zusammenstößen zwischen Demonstranten und Militär gab es wieder zahlreiche Verletzte.

Knapp drei Wochen vor der Präsidentschaftswahl in Ägypten sind bei Protestkundgebungen gegen den herrschenden Militärrat dutzende Demonstranten verletzt worden. Das Gesundheitsministerium in Kairo sprach am Freitag von 59 Verletzten. Medienberichten zufolge setzte das Militär in der Nähe des Verteidigungsministeriums Wasserwerfer und Tränengas sowie Schusswaffen ein.

Aufgebrachte Demonstranten warfen im Stadtviertel Abbassija Steine auf Soldaten. An den Kundgebungen in der Hauptstadt und im nördlichen Alexandria nahmen mehrere tausend Menschen teil. Im Fernsehen wurden Bilder gezeigt, auf denen Soldaten verletzte Kameraden wegtrugen. Das Militär teilte mit, die Schusswaffen seien lediglich zum Abfeuern von Warnschüssen genutzt worden.

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Militärrat verspricht "100 Prozent rechtmäßige" Präsidentschaftswahl

Der Militärrat hat seit dem Rücktritt des langjährigen Präsidenten Husni Mubarak im Februar 2011 die Macht inne. Nach der Präsidentenwahl will der Militärrat die Macht an eine zivile Regierung übergeben. Im Vorfeld des ersten Wahlgangs am 23. und 24. Mai gab es wiederholt gewaltsame Proteste gegen den Ausschluss von zehn der insgesamt 23 Präsidentschaftsbewerber. Setzt sich keiner der13  Kandidaten im ersten Durchgang durch, ist für den 16. und 17. Juni eine Stichwahl vorgesehen.

Der Militärrat versprach am Donnerstag eine zu «100 Prozent rechtmäßige» Wahl. Am Mittwoch war die Gewalt bei Protesten gegen den Militärrat eskaliert. Bei schweren Ausschreitungen auf dem Abbassija-Platz in Kairo wurden nach Angaben von Ärzten 20 Menschen getötet und dutzende weitere verletzt.

Vor allem Anhänger der ausgeschlossenen Salafisten protestieren gegen die Wahl

Kritik an der Kandidatenauswahl kommt vor allem aus dem Lager des von der Wahl ausgeschlossenen Salafisten Hasem Abu Ismail. Ismails Anhänger, von denen zahlreiche unter den Opfern der Ausschreitungen vom Mittwoch waren, demonstrieren schon seit Tagen für einen Machtverzicht des Militärrats.

Saudi-Arabien kündigte indes die Rückkehr seines Botschafters nach Kairo und die Wiedereröffnung seiner diplomatischen Vertretungen in Ägypten an, die in der vergangenen Woche geschlossen worden waren. König Abdallah habe entsprechende Anweisungen erteilt, berichtete die staatliche Nachrichtenagentur SPA. Die Schließung erfolgte am 28. April nach Demonstrationen in Kairo, bei denen die Freilassung eines in Saudi-Arabien festgehaltenen Anwalts gefordert wurde. (AFP/AZ)

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