Montag, 24. November 2014

14. Oktober 2012 10:57 Uhr

Bundesbildungsministerin

Erneute Plagiatsvorwürfe gegen Schawan

Im Mai wurden Plagiatsvorwürfe gegen die Doktorarbeit von Annette Schavan erhoben. Laut einem Medienbericht sieht ein Gutachter darin «leitende Täuschungsabsicht».

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Bundesforschungsministerin Annette Schavan.
Foto: dpa

Die gegen Bundesbildungsministerin Annette Schavan (CDU) erhobenen Plagiatsvorwürfe im Zusammenhang  mit ihrer Doktorarbeit verdichten sich. Ein Gutachter der Düsseldorfer Heinrich-Heine-Universität erkennt an etlichen Stellen  der Dissertation «das charakteristische  Bild einer plagiierenden Vorgehensweise», wie der Spiegel am Sonntag vorab berichtete. In  dem vertraulichem 75-seitigen Papier stellt der Gutachter demnach bei Schavan «eine leitende Täuschungsabsicht» fest und beanstandet Textstellen auf 60 der 351 Seiten der Dissertation.

Plagiatsjäger gegen Bundesbildungsministerin

Anfang Mai waren auf der Internetseite schavanplag.wordpress  anonym Vorwürfe gegen die Doktorarbeit Schavans erhoben worden. Die Philosophische Fakultät der Universität Düsseldorf kündigte  daraufhin eine Prüfung an. Dies geschah auch auf Bitte der Ministerin. Schavan hatte 1980 mit der Arbeit unter dem Titel  «Person und Gewissen - Studien zu Voraussetzungen, Notwendigkeit  und Erfordernissen heutiger Gewissensbildung» den Doktortitel  erlangt.

Verfasser des Gutachtens ist laut Spiegel der Professor für Jüdische Studien, Stefan Rohrbacher, der zugleich demmit dem  Prüfungsverfahren befassten Promotionsausschuss vorsteht. Sein Papier ist die Grundlage für Beratungen des Promotionsausschusses voraussichtlich am Mittwoch. Neben Rohrbacher sitzen im Ausschuss  drei weitere Professoren, zwei wissenschaftliche Mitarbeiter und ein Studentenvertreter. Sie geben eine Empfehlung an den Fakultätsrat ab, der dann über eine Aberkennung des Doktortitels zu entscheiden hat.

Plagiatsvorwürfe auf schavanplag.wordpress

Laut dem Bericht kannte Schavan das Gutachten am Freitagabend noch nicht. Damit konfrontiert, habe sie mitteilen lassen: «Die erhobenen Vorwürfe treffen mich tief und schmerzen mich sehr;  soweit die Fakultät mir Gelegenheit dazu gibt, werde ich nach sorgfältiger Prüfung dazu Stellung nehmen.

Schavan tief getroffen von den Vorwürfen

Der VroniPlag-Gründer Martin Heidingsfelder hatte Schavan  bereits nach Bekanntwerden der Vorwürfe im Mai zum Rücktritt aufgefordert. «Wer nicht weiß, wie man richtig zitiert, kann nicht Bundesforschungsministerin und Professorin sein», hatte der  bekannteste deutsche Plagiatsjäger damals gesagt. Heidlingsfelder  wirkte bei der Aufdeckung von Plagiatsvorwürfen gegen mehrere  Spitzenpolitiker wie den ehemaligen Bundesverteidigungsminister  Karl-Theodor zu Guttenberg   und die FDP-Europaabgeordnete  Silvana Koch-Mehrin mit. dpa 

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