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Griechenland wählt: Europa erwartet gespannt den Ausgang der Schicksalswahl

Griechenland wählt

Europa erwartet gespannt den Ausgang der Schicksalswahl

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    Chef der radikalen Linken, Alexis Tsipras, bei der Stimmabgabe.
    Chef der radikalen Linken, Alexis Tsipras, bei der Stimmabgabe. Foto: dpa

    Mit der zweiten Parlamentswahl innerhalb von sechs Wochen haben die Griechen am Sonntag über ihre Zukunft in der Eurozone entschieden. Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) und  Eurogruppen-Chef Jean-Claude Juncker appellierten an die Stimmberechtigten, eine Regierung zu wählen, die die Sparauflagen der internationalen Geldgeber einhalte.

    Umfragen sagen Kopf-an-Kopf-Rennen voraus

    Nach der Wahl am 6. Mai war eine Regierungsbildung wegen unterschiedlicher Ansichten zur Fortführung des Sparkurses  gescheitert, weshalb jetzt noch einmal gewählt werden musste. Letzte Umfragen sagten ein Kopf-an-Kopf-Rennen zwischen der konservativen Nea Dimokratia (ND) und dem Linksbündnis Syriza voraus. Der erste Platz ist ein wesentlicher Vorteil bei der Regierungsbildung, da dieser 50 Bonusmandate im 300-köpfigen Parlament bringt.

    Die ND will die Sparauflagen der internationalen Geldgeber nachverhandeln, Syriza hat dagegen mit der Aufkündigung des Sparkurses gedroht. Athen könnte dann unter Druck geraten, die Eurozone zu verlassen. Aber auch Syriza-Spitzenkandidat Alexis Tsipras beteuerte, er wolle im Fall einer Regierungsübernahme den Verbleib Griechenlands in der EU und der Eurozone sichern. Das entspricht Umfragen zufolge dem Wunsch der großen Mehrheit der Griechen.

    Merkel sagte am Samstag in Darmstadt, sie hoffe auf einen Sieg derjenigen Kräfte in Griechenland, die sich an die getroffenen Vereinbarungen hielten. Es könne nicht sein, dass diejenigen, die keine Abmachungen einhielten, "jeden anderen am Nasenring durch die Manege führen".

    Austritt Griechenlands aus der Eurozone?

    Eurogruppen-Chef Juncker warnte vor der "verheerenden  Signalwirkung" eines möglichen Austritts Griechenlands aus der Eurozone. Sollte die Wahl wirklich dazu führen, wäre die Gefahr groß, dass die gesamte Währungsunion in Turbulenzen gerate, sagte er dem österreichischen "Kurier".

    Einem Bericht des "Focus" zufolge fürchtet die Bundesregierung,  dass die Krise unbeherrschbar wird, sollten Athen eine Sonderbehandlung erfahren. "Dann würden auch Spanien und Italien auf bevorzugte Behandlung pochen", hieß es demnach im Kanzleramt.

    Griechische Zeitungen schrieben von der wichtigsten Wahl seit dem Ende der Militärdiktatur 1974. ND-Chef Antonis Samaras erklärte bei der Stimmabgabe, für das Land beginne am Montag "eine neue  Ära". "Wir brauchen internationale Glaubwürdigkeit, um das Beste für die Griechen innerhalb der Eurozone zu erreichen", sagte Sozialistenführer Evangelos Venizelos. Präsident Karolos Papoulias erkläre, er hoffe auf die Bildung einer stabilen Regierung.

    Für Alleinregierung reichen die Sitze nicht

    Wer auch immer am Sonntag das Rennen macht, für eine Alleinregierung dürften die Sitze nicht reichen. Sollte die Syriza-Partei gewinnen, könnte sie versuchen, ein Bündnis mit der Demokratischen Linken (Dimar) einzugehen. Falls auch das für eine Mehrheit nicht reicht, wäre Tsipras möglicherweise auf eine Tolerierung durch Abgeordnete der sozialistischen Pasok angewiesen. Deren Spitzenkandidat Venizelos setzt allerdings auf eine Koalition mit der Nea Dimokratia.

    Vor dem Sitz der privaten Mediengruppe Skai in der Hafenstadt Piräus wurden unterdessen am Wahltag nach einem anonymen Drohanruf zwei Granaten gefunden. Die Regierung sprach von einem Versuch, den Ablauf des Urnengangs zu stören.

    Die Wahllokale sollten um 18 Uhr schließen, erste Trends werden unmittelbar danach, erste aussagekräftige Ergebnisse gegen 21 Uhr erwartet. dpa

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