Donnerstag, 29. September 2016

08. Februar 2016 19:54 Uhr

Kaufbeuren

Flüchtlinge nach Brandstiftung in Asylbewerberheim in Angst

Das Feuer in einer Flüchtlingsunterkunft in Kaufbeuren ist wohl absichtlich gelegt worden. Die Asylbewerber haben nach dem mutmaßlichen Anschlag Angst. Von Renate Meier

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Polizisten vor dem Haus der "Initiative Neugablonz" in Kaufbeuren: Das Feuer in der geplanten Flüchtlingsunterkunft hat einen Schaden von mehreren Hunderttausend Euro verursacht.
Foto: Andreas Gebert (dpa)

Es ist der Tag nach dem mutmaßlichen Brandanschlag auf ein noch leer stehendes Asylbewerberheim im Stadtteil Neugablonz. Und es ist der Tag, an dem deutlich wird, wie sehr die Aufnahme von derzeit 646 Flüchtlingen viele der 44 000 Einwohner Kaufbeurens beschäftigt. Die unmittelbaren Nachbarn des Gebäudes machen gegenüber unserer Zeitung keinen Hehl daraus, dass sie nach wie vor keine Flüchtlinge in dem früheren Vereinsgebäude dulden möchten – auch wenn sie den Anschlag verurteilen.

Sie haben Angst um ihre Frauen und Kinder. Angst haben auch die Asylbewerber, die nur wenige Straßen weiter in Unterkünften leben. „Sie merken, dass die Stimmung in Deutschland kippt und fürchten, dass die Hemmschwelle immer niedriger wird“, berichtet eine Sprecherin des Asylkreises.

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Bündnis für Flüchtlinge will auf mutmaßlichen Anschlag reagieren

Das örtliche Bündnis für Flüchtlinge will auf den mutmaßlichen Anschlag mit einer Demonstration reagieren. Für Freitagabend ruft die Organisation zu einer Kundgebung gegen Fremdenfeindlichkeit auf und hofft auf viele Teilnehmer. Die Stadt Kaufbeuren hofft derweil, dass der Brandstifter gefunden wird. Sie will laut Oberbürgermeister Stefan Bosse daran festhalten, in dem Gebäude Flüchtlingsfamilien unterzubringen. Z

Zunächst müsse der Schaden mit der Versicherung begutachtet werden. Dann sollen die Renovierungsarbeiten von Neuem beginnen. Bosse rechnet damit, dass Kaufbeuren heuer 600 weitere Asylbewerber aufnehmen muss. Er baut auf die gute Integrationsarbeit seiner Verwaltung und der vielen freiwilligen Helfer im Asylkreis.

15-köpfige Ermittlungsgruppe will Brand in Flüchtlingsheim aufklären

Die Kriminalpolizei hat eine 15-köpfige Ermittlungsgruppe zur Aufklärung des Brandes eingesetzt. Ein Sachverständiger des Landeskriminalamts erstellt ein Gutachten. Erst wenn dieses vorliegt, kann die Brandursache eindeutig benannt werden.

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