Freitag, 19. Januar 2018

03. Januar 2018 06:52 Uhr

Kommentar

Flüchtlingspolitik: CSU will Wähler von der AfD zurückgewinnen

Kurz vor der Klausurtagung poltert die CSU los mit scharfen Forderungen in der Asyl- und Flüchtlingspolitik. Die Partei möchte damit enttäuschte Wähler zurückgewinnen.

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Bekannt für seine harte Gangart: CSU-Landesgruppenchef Alexander Dobrindt.
Foto: Michael Kappeler, dpa (Archiv)

Das neue Jahr ist eingeläutet, und wie immer legt die CSU mit mächtigem Getöse los. Die Klausurtagung der Bundestagsabgeordneten dient seit eh und je dem Zweck, den politischen Diskurs mit plakativen Formeln und scharfen Formulierungen zu befeuern und die CSU stärker erscheinen zu lassen, als sie im Bund mit ihren noch gerade mal sechs Prozent ist.

Landesgruppenchef Dobrindt zeigt härtere Gangart

Und weil heuer der Landtag gewählt wird, die Koalitionsgespräche mit der SPD bevorstehen und der neue Landesgruppenchef Dobrindt eine härtere Gangart pflegt als seine Vorgängerin Hasselfeldt, wird halt besonders kräftig hingelangt – vor allem auf den Feldern der Asyl- und Flüchtlingspolitik sowie der inneren Sicherheit, wo die CSU der AfD mit einem deutlich schärferen Kurs das Wasser abgraben und enttäuschte Wähler zurückgewinnen will.

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Man darf gespannt sein, was aus den lautstark erhobenen Forderungen im Verhandlungsmarathon mit CDU und SPD wird. Spätestens im Herbst werden die bayerischen Wähler wissen wollen, wie es um die tatsächliche Durchsetzungskraft der Partei bestellt ist. Von diesem Befund hängt dann auch maßgeblich ab, ob der CSU mit der neuen Doppelspitze Söder/Seehofer der lange und beschwerliche Wiederaufstieg in die Region jenseits der 45 Prozent gelingt.

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Schlagworte

CSU | SPD | CDU | Bundestagswahl

Ein Artikel von
Walter Roller

Augsburger Allgemeine
Ressort: Chefredakteur



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