Samstag, 25. Mai 2013

26. Januar 2012 19:35 Uhr

Update

Folter: "Ärzte ohne Grenzen" beenden Einsatz in Libyen

Anhänger des getöteten libyschen Ex-Machthabers Muammar al-Gaddafi werden nach Angaben von Ärzten und Menschenrechtlern in Gefangenenlagern in Libyen teilweise zu Tode gefoltert.

Anhänger des getöteten libyschen Ex-Machthabers Muammar al-Gaddafi werden nach Angaben von Ärzten und Menschenrechtlern in Gefangenenlagern in Libyen teilweise zu Tode gefoltert auf dem Foto: Tripolis).
Foto: dpa

Folter in Libyen: Anhänger des getöteten libyschen Ex-Machthabers Muammar al-Gaddafi werden nach Angaben von Ärzten und Menschenrechtlern in Gefangenenlagern in Libyen teilweise zu Tode gefoltert.

Misrata: Zahlreiche Fälle von Folter

Mehrere Gefangene seien gestorben, nachdem sie in den vergangenen Wochen in von Milizen kontrollierten Lagern gefoltert worden seien, teilte die Menschenrechtsorganisation Amnesty International am Donnerstag mit.

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Folter und Misshandlung durch Militär- und Sicherheitskräfte sowie durch eine Vielzahl bewaffneter Milizen, die außerhalb der Legalität agierten, seien weit verbreitet. Mitarbeiter der Organisation trafen demnach Gefangene in den Großstädten Tripolis und Misrata sowie in kleineren Städten wie Gharijan, die deutliche Zeichen von erst kürzlich erlittener Folter aufwiesen.

Mehrere Gefangene gestorben

Die Organisation Ärzte ohne Grenzen beendete aufgrund der zahlreichen Fälle von Folter ihre Arbeit in der Küstenstadt Misrata. "Mitarbeiter haben festgestellt, dass Gefangene gefoltert werden und ihnen medizinische Hilfe vorenthalten wird", erklärte ein Sprecher.

 

Die Ärzte seien zunehmend mit Patienten konfrontiert, die durch Folter bei Verhören zugefügte Verletzungen erlitten. Diese Verhöre hätten außerhalb der Gefangenenlager stattgefunden. Einige Behördenvertreter hätten zudem versucht, die Arbeit der Organisation "zu instrumentalisieren oder zu behindern".

Zunahme von Gewalt

Zuvor hatten sich ranghohe UN-Beamte besorgt über sogenannte libysche Revolutionsgarden gezeigt. Diese seien für eine erneute Zunahme der Gewalt verantwortlich und hielten tausende Menschen in geheimen Gefangenenlagern fest.

In einem monatelangen Volksaufstand hatten Gaddafi-Gegner im vergangenen Jahr den Sturz des langjährigen Machthabers herbeigeführt. Militärische Unterstützung erhielten die Rebellen von der NATO, die auf Basis einer UN-Resolution in Libyen eingriff. Gaddafi wurde am 20. Oktober in seiner Heimatstadt Sirte getötet. (AZ, afp)

 

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Schlagworte

Folter | Libyen | Misrata




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