Montag, 20. Mai 2013

16. April 2012 08:47 Uhr

Afghanistan

Frühjahrsoffensive der Taliban fordert fast 50 Tote

Bei der Serie Angriffen radikalislamischer Taliban in Afghanistan sind rund 50 Menschen getötet worden. Auch am Montag wurde in Kabul noch gekämpft.

Afghanische Sicherheitskräfte im Zentrum von Kabul, das durch eine "Frühjahrsoffensive" der Taliban erschüttert wurde.
Foto: dpa

Sicherheitskräfte gingen mit NATO-Luftunterstützung  gegen Rebellen vor, die sich in zwei  Gebäuden im Diplomatenviertel verschanzt hielten, wie ein  Polizeioffizier sagte.

Die Zahl der Getöteten lag laut Behördenangaben bei 47. 36 Taliban-Kämpfer seien als  Selbstmordattentäter oder bei den Einsätzen der Sicherheitskräfte  ums Leben gekommen, teilte die Polizei am Montag mit. Darüber  hinaus seien acht Mitglieder der Sicherheitskräfte und drei  Zivilisten getötet worden.

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Die Taliban bekannten sich zu den Attacken vom Sonntag und sprachen vom «Beginn der Frühjahrsoffensive». Die  Islamisten wollten unter Beweis stellen, dass sie kampffähig seien.  In den kalten afghanischen Wintern ziehen sie sich regelmäßig  zurück und intensivieren ihre Angriffe auf die Regierung und die  NATO-Truppe ISAF im Frühling wieder.

Auch deutsche Botschaft angegriffen

Von den Angriffen im Diplomatenviertel von Kabul war auch die  deutsche Botschaft betroffen, wie Bundesaußenminister Guido  Westerwelle (FDP) in Berlin bestätigte. Er verurteilte die Attacken  «in aller Schärfe» und sagte, es gebe «kleinere Sachschäden» auf  dem Botschaftsgelände, jedoch keine Verletzten. Die  Botschaftsmitarbeiter befänden sich «an einem sicheren Ort».

Auch in der Nähe der US-Botschaft waren Explosionen und Schüsse  zu hören. Die US-Vertretung teilte ebenso wie die britische  Botschaft später mit, alle Mitarbeiter seien unverletzt in  Sicherheit gebracht worden. Mehrere Kämpfer versuchten nach  Behördenangaben zudem, das Parlament in Kabul zu stürmen, wurden  aber von Sicherheitskräften überwältigt.

Präsident Hamid Karsai in Sicherheit gebracht

Ein Mitarbeiter von Präsident Hamid Karsai sagte, dieser sei  ebenfalls in Sicherheit gebracht worden. Aus Geheimdienstkreisen  hieß es, zwei mit Sprengstoff bewaffnete Männer und ein weiterer  Angreifer hätten das Haus vom Mohammed Karim Chalili, einem  Stellvertreter Karsais, im Visier gehabt, seien aber gefasst worden.

Südlich von Kabul stürmten Selbstmordattentäter nach  Behördenangaben Gebäude der Regierung und eine US-Basis. Im Osten  Afghanistans sprengten sich demnach zwei Selbstmordattentäter am  Flughafen der Stadt Dschalalabad, wo auch die NATO vertreten ist,  in die Luft. Zwei weitere Angreifer seien verletzt festgenommen  worden. In der östlichen Stadt Gardes griffen Kämpfer ein  Polizeilager an.

Die EU-Außenbeauftragte Catherine Ashton verurteilte die  Angriffsserie «auf das Schärfste». Die EU versichere der  afghanischen Regierung auch weiterhin ihrer Unterstützung in dem  Bemühen, «Stabilität und Demokratie in Afghanistan zu festigen».  Die US-Regierung nannte die Attacken «feige».

Politiker von Grünen und FDP fordern Verhandlungen

Politiker von Grünen und FDP haben erneut Verhandlungen des Westens mit den Taliban gefordert. Der Grünen-Verteidigungspolitiker Omid Nouripour sagte der «Rheinischen Post», das Gesprächsangebot müsse auf dem Tisch bleiben. Die verteidigungspolitische Sprecherin der FDP, Elke Hoff, äußerte sich ähnlich. Das Problem sei allerdings , dass die Taliban keine einheitliche Bewegung darstellen.

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Schlagworte

Afghanistan | Taliban



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