Das Auftauchen Seif el Islam vorJournalisten hat für eine Überraschung gesorgt. Denn eigentlich wähnte man Gaddafis Sohn in den Händen der Rebellen.
Überraschenderweise hat sich Seif el Islam, der zweitälteste Sohn von Libyens Machthaber Muammar el Gaddafi, in der Öffentlichkeit gezeigt. Dabei war die Nachricht gestreut worden, dass Seif el Islam von den Rebellen festgenommen worden war. Ein AFP-Korrespondent berichtete, er habe den 39-Jährigen zusammen mit zwei weiteren Journalisten in der Nacht zum Dienstag vor der Residenz seines Vaters getroffen. Die Rebellen hatten in der Nacht zuvor die Festnahme des 39 Jahre alten Seif el Islams gemeldet, später wurden die Informationen vom Chefankläger des Internationalen Strafgerichtshofs in Den Haag, Luis Moreno-Ocampo, bestätigt.
Seif el Islam galt lange Zeit als möglicher Nachfolger seines Vaters und war in den vergangenen Wochen wiederholt als dessen Sprachrohr aufgetreten. Er wird ebenso wie Gaddafi vom Internationalen Strafgerichtshof wegen Verbrechen gegen die Menschlichkeit per Haftbefehl gesucht.
Bereits zuvor hatten die Rebellen bereits berichtet, dass Gaddafis ältester Sohn Mohammed geflüchtet sei. Er sei seinen Bewachern entkommen, bestätigte ein ranghoher Vertreter der Aufständischen in Bengasi. Mohammed Gaddafi soll demnach bei der Blitzoffensive der Rebellen auf die libysche Hauptstadt festgenommen worden sein. Im Gegensatz zu seinem Bruder Seif el Islam spielte er jedoch keine politische Rolle, sondern war Geschäftsmann.



Vertreter von Gaddafis Regime hätten ihn und zwei weitere Journalisten zu Gaddafis Komplex im Stadtteil Bab el Asisija gefahren, berichtete der AFP-Korrespondent. Kurz darauf sei Seif el Islam in einem Geländewagen angekommen, habe sich vor ein Gebäude gestellt, dass 1986 von den USA bombardiert worden war und habe gesagt: «Ich bin gekommen, um die Lügen zu widerlegen». Dutzende Anhänger Gaddafis hätten ihn mit libyschen Fahnen und Porträts des Machthabers und seines Sohns empfangen. Seif el Islam habe ihnen versichert, «Tripolis ist unter unserer Kontrolle». afp/AZ
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