Die Gewerkschaft der Polizei will Klarheit darüber, ob die EM 2012 in Deutschland teils ausgetragen wird. Hintergrund sind die politischen Verwicklungen mit der Ukraine.

Die Gewerkschaft der Polizei (GdP) fordert in einer Pressemitteilung vom Dienstag die UEFA und die politisch Verantwortlichen dazu auf, schnell eine Entscheidung zu treffen, ob die Europameisterschaft 2012 "räumlich oder zeitlich verlegt" werden soll.
Der Bundesvorsitzender der GdP, Bernhard Witthaut, sagte: "Sollten die Spiele nicht in der Ukraine sondern in Deutschland stattfinden, könnte auf Überlegungen zurückgegriffen werden, die vor eineinhalb Jahren diskutiert wurden. Damals stand zu befürchten, dass die Stadien in der Ukraine nicht rechtzeitig fertiggestellt würden. Uns läuft sonst die Zeit davon."
Die Polizei in Deutschland, so Witthaut weiter, wäre, wenn auch unter größten Anstrengungen, in der Lage, die Verlegung der EM aus der Ukraine nach Deutschland zu bewältigen.
Witthaut erklärte: "Vielleicht öffnet die aktuelle Diskussion unseren Politikern die Augen dafür, dass unsere Forderung nach ausreichend Personal nicht aus der Luft gegriffen ist. Wir müssen immer auf Überraschungen eingestellt und dafür ausgestattet sein."
Als weitere, denkbare Alternative bezeichnete Witthaut, die Europameisterschaft zeitlich zu verschieben oder komplett zum Zweitaustragungsland Polen zu verlegen. Witthaut stellte klar: "In Polen finden immerhin die Hälfte der Spiele statt. Dabei könnten wir unsere polnischen Nachbarn nach Kräften unterstützen."
Politiker mehrerer Parteien bringen eine Verlegung der EM-Spiele von der Ukraine nach Deutschland ins Gespräch - darunter auch eine Abgeordnete aus der Region.
Die SPD-Bundestagsabgeordnete Gabriele Fograscher (Wahlkreis Donau-Ries), Mitglied im Sportausschuss, drängt den europäischen Fußballverband Uefa zu einer Verlegung und schlug Deutschland als Austragungsort vor. Die menschenrechtspolitische Sprecherin der Unions-Bundestagsfraktion, Erika Steinbach (CDU), sagte in der Feiertagsausgabe der «Bild am Sonntag», eine Verlegung nach Polen, Österreich oder Deutschland «wäre das richtige politische Signal an die undemokratische Regierung in Kiew» und würde «den größten Druck erzeugen».
Der Vorsitzende des Bundestagswirtschaftsausschusses, Ernst Hinsken (CSU), fordert die Uefa auf, zu prüfen, ob Polen die EM allein ausrichten könne. Wenn nicht, müsse Deutschland als zweiter Austragungsort geprüft werden. FDP-Generalsekretär Patrick Döring sagte der «Bild am Sonntag», Alternativen zu den Spielstätten in der Ukraine in Polen müssten «ernsthaft und schnell» überprüft werden.
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