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Euro-Krise: Griechen räumen ihre Konten - Übergangsregierung wird vereidigt

Euro-Krise

Griechen räumen ihre Konten - Übergangsregierung wird vereidigt

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    Panagiotis Pikrammenos soll Griechenland bis zu den Wahlen am 17. Juni führen.
    Panagiotis Pikrammenos soll Griechenland bis zu den Wahlen am 17. Juni führen. Foto: dpa

    In Griechenland werden am Donnerstag die neue Interimsregierung und das am 6. Mai gewählte Parlament vereidigt. Die Übergangsregierung unter Ministerpräsident Panagiotis Pikrammenos soll bis zu den Neuwahlen am 17. Juni führen. Nach den Neuwahlen wird entschieden, ob Griechenland in der Eurozone bleibt. Schon jetzt räumen viele Griechen ihre Konten.

    Euro-Krise: Griecheland droht der Staatsbankrott

    Falls radikale Parteien, die das Sparpaket der bisherigen Regierung ablehnen, bei der Neuwahl weiter zulegen, droht dem Land ein Stopp der internationalen Hilfen und damit auch der Staatsbankrott. Im Raum steht zudem der Austritt aus der Eurozone.

    Aus der Abstimmung am 6. Mai war die linksradikale Syriza von Alexis Tsipras als zweitstärkste Partei hervorgegangen. Er beharrt darauf, das Sparprogramm zu kippen. Staatspräsident Karolos Papoulias hatte bereits am Dienstag gewarnt, der Juni könne zu einem "Monat der Tragödie" werden. Ohne internationale Hilfen ist das Land Ende Juni pleite.

    Griechenlands Parlament tagt zum ersten Mal

    Formell muss nun an diesem Donnerstag das am 6. Mai gewählte Parlament zusammenkommen. Dort werden die Abgeordneten vereidigt und ein neuer Parlamentspräsident wird gewählt, der die Volksvertretung wahrscheinlich am Freitag oder Samstag wieder auflösen wird.


    Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble (CDU)schloss Neuverhandlungen mit Griechenland über das europäische Hilfspaket aus. "Es wird durch Wiederholung nicht besser", sagte der CDU-Politiker im Deutschlandfunk. Wenn das Land in der Eurozone bleiben wolle, müsse in Athen eine handlungsfähige Regierung sitzen, die den eingeschlagenen Weg mitgehe. "Jetzt muss Griechenland selber die Entscheidung treffen."

    Griechenland - Zehn Fakten zum Krisenland

    Griechenland, die Hellenische Republik, heißt im Griechischen Elláda (Ελλάδα).

    Das Land am Mittelmeer ist eine Parlamentarische Republik.

    Auf 131.957 Quadratkilometern leben knapp 11 Millionen Menschen.

    Die Nationalfeiertage der Griechen sind am 25. März und 28. Oktober.

    Das Kfz-Kennzeichen ist GR, die Internet-TLD .gr und die Telefonvorwahl +30.

    Die Hauptstadt Griechenlands ist Athen. Die weiteren größten Städte sind: Thessaloniki, Piraeus und Patrai.

    Staatsreligion in Griechenland ist das Orthodoxe Christentum. Etwa 97 Prozent aller Griechen sind orthodox.

    Griechenland grenzt an Albanien, Mazedonien, Bulgarien und die Türkei, das als Erzfeind des Landes gilt.

    Griechenland ist seit Jahren wegen der Euro-Krise in den Schlagzeilen. Dem Land bekam einen Schuldenschnitt.

    Griechenland gehört zur Europäischen Union und hat den Euro als Währung.

    EU-Kommissionspräsident José Manuel Barroso bekräftigte am Mittwoch in Brüssel, Griechenland solle in der Eurozone bleiben. "Griechenland ist ein Teil unserer Familie", sagte er. Die Entscheidung zum Verbleib im gemeinsamen Währungsraum müsse jedoch auch von der griechischen Bevölkerung selbst kommen.

    Griechenland hat Angst vor Finanzsystem-Crash

    In Griechenland wächst die Angst vor einem Ansturm auf die Banken und dem Kollaps des Finanzsystems. Während des dramatischen Ringens um eine neue Regierung sollen die Bürger Anfang der Woche an einem einzigen Tag fast eine Milliarde Euro abgehoben haben.

    Staatspräsident Papoulias warnte bereits vor einer bedrohlichen Entwicklung. Während der Gespräche über eine tragfähige Regierung seien allein am Montag knapp 900 Millionen Euro abgehoben worden, erfuhr die Nachrichtenagentur dpa aus Bankenkreisen. Am Dienstag war der letzte Versuch einer Regierungsbildung, ein von Papoulias vorgeschlagenes Expertenkabinett, endgültig gescheitert.

    Griechisches Geld könnte bei Euro-Austritt stark an Wert verlieren

    Bereits seit Ausbruch der Schuldenkrise nehmen die Griechen hohe Summen an Bargeld mit nach Hause oder überweisen Erspartes auf ausländische Konten. Sie befürchten, dass die Banken zusammenbrechen oder das Geld bei einer Umwandlung in die alte Währung Drachme stark an Wert verlieren könnte. Von einem klassischen "Bank run" mit langen Schlangen vor den Kassenschaltern ist zwar noch nichts zu spüren, doch bringt die Entwicklung die Banken des Landes in große Schwierigkeiten.

    Den griechischen Banken wird jetzt zunächst mit 18 Milliarden Euro aus dem neuen Rettungspaket von EU und IWF unter die Arme gegriffen. Diese Gelder stammen aus dem Hilfsprogramm in Höhe von 130 Milliarden Euro, die der Euro-Rettungsschirm EFSF in mehreren Tranchen auszahlen soll. Die 18 Milliarden Euro seien bereits auf ein Sonderkonto der griechischen Zentralbank überwiesen worden, teilte die Regierung in Athen nach einem Bericht des staatlichen Fernsehens mit. Zudem genehmigte die EU-Kommission am Mittwoch 680 Millionen Euro an Hilfen aus Rettungsfonds-Mitteln zur Abwicklung der griechischen T Bank. dpa/AZ

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