Im schuldengeplagten Griechenland droht ab Mittwoch der totale Stillstand: Aus Protest gegen das Sparprogramm der Regierung haben Gewerkschaften einen 48-stündigen Generalstreik angekündigt. Es wird erwartet, dass weite Teile des öffentlichen Verkehrs zum Erliegen kommen und zahlreiche Flüge ausfallen. Griechenlands Ministerpräsident Giorgos Papandreou warnte die Streikenden, wenn sie das Land "zersetzen", dann werde es "kein Geld für Löhne und Renten" geben.
Parlament berät über weitere Sparmaßnahmen
Einen seit 17 Tagen anhaltenden Streik der Müllabfuhr in Athen hatte Papandreou mit einer Notstandsvollmacht am Dienstag für beendet erklärt. Für Donnerstag ist eine Abstimmung über weitere Sparmaßnahmen im Parlament geplant.
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Fluglotsen starten die Streikwelle
Als erste starteten die Fluglotsen die Streikwelle. Allerdings beschloss ihre Gewerkschaft angesichts der dramatischen Lage und um dem Tourismus nicht einen schweren Schlag zu verpassen, nur für zwölf Stunden zu streiken. Ursprünglich wollten die Fluglotsen für zwei Tage streiken. Der griechische Luftraum blieb seit Mittwoch Mitternacht für alle kommerzielle Flüge von und nach Griechenland geschlossen. Viele Flüge werden verschoben oder fallen aus. Der Flugbetrieb soll ab 11 Uhr (MESZ) wieder aufgenommen werden.

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Die allererste aufgezeichnete Staatspleite der Geschichte geht auf das Konto der Engländer (Bild: Big Ben/Palace of Westminster in London). Schon Anfang des 14. Jahrhunderts war das Land, damals unter der Regierung King Edwards II., zahlungsunfähig. Grund für die Geldsorgen: Der Hundertjährige Krieg gegen Frankreich, der enorme Summen verschlang.
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Spanien (Bild: Gaudi-Kirche in Barcelona) gilt als der Rekordhalter im Pleite gehen: Satte 13 mal waren die Iberer schon bankrott, vor allem die Seeschlachten Ende des 16. Jahrhunderts verschlangen wahnwitzige Beträge. Auch im Zuge der Euro-Krise kreisen über Spanien die Pleitegeier - bisher ist das Land aber nicht zahlungsunfähig.
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Der lateinamerikanische Staat Argentinien (Bild: Obelisk in Buenos Aires) erklärte 2001 offiziell seine Zahlungsunfähigkeit. Mittlerweile hat das Land sich wieder erholt und verbucht Wirtschaftswachstumsraten um die zehn Prozent. Nicht ganz unschuldig an der Staatspleite Argentiniens war ...
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Ärzte behandeln nur Notfälle
Ministerien und staatliche Unternehmen sowie viele Banken, Apotheken, Tankstellen, Geschäfte und Bäckereien sollen ebenfalls bestreikt werden. Ärzte behandeln in Krankenhäusern nur Notfälle.
Polizei zieht starke Einheiten zusammen
Auch die öffentlichen Verkehrsmittel sollen für mehrere Stunden bestreikt werden. Zu dem Ausstand haben die beiden größten Gewerkschaftsverbände aufgerufen. Für den Nachmittag sind mehrere Demonstrationen geplant. Aus Angst vor Ausschreitungen zog die Polizei starke Einheiten in Athen zusammen.
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16. Dezember 2009 Ratingagenturen stufen Griechenlands Kreditwürdigkeit herab. Die Diskussion um Griechenland nimmt Fahrt auf: Spekulationen über eine Staatspleite beginnen, das Land muss zunehmend höhere Zinsen am Kapitalmarkt zahlen.
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25. März 2010 Die Lage spitzt sich zu: Die Euro-Länder sagen Athen vorsorglich ein Hilfspaket unter Beteiligung des Internationalen Währungsfonds (IWF) zu.
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23. April 2010 Griechenland droht akut die Insolvenz. Das Hilfsprogramm wird offiziell beantragt.
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2. Mai 2010 Die Eurogruppe beschließt Notkredite von 110 Milliarden Euro für Athen und verlangt im Gegenzug einen harten Sparkurs. Die Hilfen kommen nicht aus dem Euro-Rettungsschirm EFSF, der erst später unter dem Eindruck der eskalierenden Schuldenkrise im Euroraum aufgespannt wird.
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10. Mai 2010 Um die Schuldenkrise einzudämmen, einigen sich die EU-Finanzminister auf einen 750 Milliarden Euro schweren Rettungsschirm (EFSF) für pleitebedrohte Mitglieder.
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16. Dezember 2010 Der EU-Gipfel beschließt das Aufspannen eines permanenten Rettungsschirms (ESM) für die Zeit ab 2013. Später wird der Start auf 2012 vorgezogen. Er soll mit 500 Milliarden Euro an verfügbaren Mitteln ausgestattet werden. Mittlerweile wird eine Ausweitung diskutiert.
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25. März 2011 Ein EU-Gipfel verabschiedet ein Gesamtpakt zur Überwindung der Schuldenkrise. Dazu gehören der permanente Rettungsschirm, eine Schärfung des Stabilitätspakts und ein neuer «Euro-Pakt-Plus», mit dem sich die Regierungschefs zu Strukturreformen verpflichten.
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29. Juni 2011 Das griechische Parlament nimmt ein radikales Sparpaket der Regierung an - Voraussetzung für eine Teilzahlung aus dem Hilfspaket. Ohne die Hilfe wäre das Land zahlungsunfähig geworden.
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21. Juli 2011 Auf einem Sondergipfel einigt sich die EU auf ein neues Griechenland-Rettungsprogramm im Volumen von 109 Milliarden Euro. Das Programm wird so nie in die Tat umgesetzt und später deutlich nachgebessert.
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27. Oktober 2011 Die Euro-Länder und Banken einigen sich auf einen Schuldenschnitt von 50 Prozent für Griechenland und ein neues 130-Milliarden-Euro-Paket für Athen. Im Gegenzug gibt es neue harte Sparauflagen für Athen, die im Land zunehmend Proteste und Streiks provozieren.
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10. November 2011 Lucas Papademos, der ehemalige Vize-Präsident der Europäischen Zentralbank, löst Giorgios Papandreou als Regierungschef ab. Er führt eine Übergangsregierung, die die drakonischen Sparmaßnahmen auf den Weg bringen soll. Ohne die kann weder frisches Geld fließen - noch das neue Hilfspaket aktiviert werden.
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30. Januar 2012 Auf dem EU-Gipfel in Brüssel einigen sich die Staats- und Regierungschefs auf einen Fiskalpakt mit Schuldenbremsen und automatischen Sanktionen.
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12. Februar 2012 Das griechische Parlament billigt das einschneidende Sparpaket, das nach Forderung der internationalen Geldgeber mehrfach verschärft werden muss.
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21. Februar 2012 Die Länder der Eurozone geben grünes Licht für das 130-Milliarden-Hilfspaket. Voraussetzung für eine endgültige Freigabe ist aber ein Erfolg des Schuldenschnittes.
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9. März 2012 Mit der größten Staatsumschuldung aller Zeiten verschafft sich Griechenland Luft im Dauerkampf gegen die Pleite. Nach bangen Monaten mit langwierigen Verhandlungen meldet Athen eine breite Beteiligung am Schuldenschnitt, der das Land um mehr als 100 Milliarden Euro entlasten wird. Die Euro-Finanzminister geben umgehend einen Teil des neuen 130-Milliarden-Hilfspakets frei.
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6. Mai 2012: Die Parlamentswahlen in Griechenland finden statt. Die Parteien können sich auf keine Regierungskoalition einigen.
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17. Juni 2012: Nach den gescheiterten Koalitionsverhandlungen wird wieder in Griechenland gewählt. Sollte keine stabile und euro-freundliche Regierung zustande kommen, droht nach Expertenmeinung das Ausscheiden Griechenlands aus dem Euro.
Tiefe Rezession
Griechenland steckt seit Jahren in einer tiefen Rezession. Die Staatsverschuldung beläuft sich auf rund 162 Prozent der Wirtschaftsleistung. Beim EU-Gipfel am Sonntag in Brüssel soll eine Strategie für das weitere Vorgehen in der Schuldenkrise vorgestellt werden.(dapd, dpa)
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