Freitag, 24. Mai 2013

19. Oktober 2011 08:08 Uhr

48 Stunden Generalstreik

Griechenland: Der völlige Stillstand droht

In Griechenland steht ab Mittwoch das öffentliche Leben weitgehend still: Die Gewerkschaften des schuldengeplagten Landes haben einen 48-stündigen Generalstreik begonnen.

Im schuldengeplagten Griechenland droht ab Mittwoch der totale Stillstand: Aus Protest gegen das Sparprogramm der Regierung haben Gewerkschaften einen 48-stündigen Generalstreik angekündigt. Es wird erwartet, dass weite Teile des öffentlichen Verkehrs zum Erliegen kommen und zahlreiche Flüge ausfallen. Griechenlands Ministerpräsident Giorgos Papandreou warnte die Streikenden, wenn sie das Land "zersetzen", dann werde es "kein Geld für Löhne und Renten" geben.

Parlament berät über weitere Sparmaßnahmen

Einen seit 17 Tagen anhaltenden Streik der Müllabfuhr in Athen hatte Papandreou mit einer Notstandsvollmacht am Dienstag für beendet erklärt. Für Donnerstag ist eine Abstimmung über weitere Sparmaßnahmen im Parlament geplant.

ANZEIGE

Fluglotsen starten die Streikwelle

Als erste starteten die Fluglotsen die Streikwelle. Allerdings beschloss ihre Gewerkschaft angesichts der dramatischen Lage und um dem Tourismus nicht einen schweren Schlag zu verpassen, nur für zwölf Stunden zu streiken. Ursprünglich wollten die Fluglotsen für zwei Tage streiken. Der griechische Luftraum blieb seit Mittwoch Mitternacht für alle kommerzielle Flüge von und nach Griechenland geschlossen. Viele Flüge werden verschoben oder fallen aus. Der Flugbetrieb soll ab 11 Uhr (MESZ) wieder aufgenommen werden.

Ärzte behandeln nur Notfälle

Ministerien und staatliche Unternehmen sowie viele Banken, Apotheken, Tankstellen, Geschäfte und Bäckereien sollen ebenfalls bestreikt werden. Ärzte behandeln in Krankenhäusern nur Notfälle.

Polizei zieht starke Einheiten zusammen

Auch die öffentlichen Verkehrsmittel sollen für mehrere Stunden bestreikt werden. Zu dem Ausstand haben die beiden größten Gewerkschaftsverbände aufgerufen. Für den Nachmittag sind mehrere Demonstrationen geplant. Aus Angst vor Ausschreitungen zog die Polizei starke Einheiten in Athen zusammen.

Tiefe Rezession

Griechenland steckt seit Jahren in einer tiefen Rezession. Die Staatsverschuldung beläuft sich auf rund 162 Prozent der Wirtschaftsleistung. Beim EU-Gipfel am Sonntag in Brüssel soll eine Strategie für das weitere Vorgehen in der Schuldenkrise vorgestellt werden.(dapd, dpa)

Jetzt bestellen! Das neue iPad inkl. e-Paper.

Artikel kommentieren



Neu in den Foren

Neu in den Leserblogs