Sonntag, 23. Juli 2017

18. April 2017 16:22 Uhr

Kinderarmut

In Deutschland leben 2,55 Millionen Kinder in Armut

In Deutschland wird Kinderarmut zunehmend zum Problem. Das ergab eine Untersuchung der Hans-Böckler-Stiftung. Ein Faktor ist dabei entscheidend.

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In Deutschland sind immer mehr Kinder von Kinderarmut betroffen.
Foto: Rolf Vennenbernd, dpa (Symbolfoto)

In Deutschland gibt es immer mehr Kinder, die von Armut betroffen sind. Das hat eine Untersuchung der gewerkschaftsnahen Hans-Böckler-Stiftung ergeben. Demnach stieg die Quote der Kinderarmut 2015 im Vergleich zum Vorjahr um 0,7 auf 19,7 Prozent.

Kinderarmut in Deutschland: Faktor Zuwanderung

In Deutschland leben also 2,55 Millionen Kinder in Armut, das sind rund 77.000 mehr als im Jahr zuvor.

Der Anstieg beruhe ganz überwiegend auf der starken Zuwanderung von Minderjährigen, die als Flüchtlinge mit ihren Familien meist unter der Armutsgrenze leben müssten, teilte das Wirtschafts- und Sozialwissenschaftliche Institut (WSI) der Stiftung am Dienstag in Düsseldorf in seinem Kinderarmutsbericht mit. Bei Kindern ohne Migrationshintergrund sei die Quote zuletzt geringfügig von 13,7 auf 13,5 Prozent zurückgegangen. Für die Studie wurden Daten aus dem Mikrozensus ausgewertet.

Armut in Deutschland: Alleinerziehende häufig betroffen

Als arm gelten Haushalte mit weniger als 60 Prozent des mittleren Einkommens. Für eine Familie mit zwei Kindern unter 14 Jahren lag 2015 die Armutsschwelle bei einem Nettoeinkommen von weniger als 1978 Euro pro Monat. Den größten Einfluss auf Höhe und Entwicklung der Armutsquote hat laut der Studie die Situation am Arbeitsmarkt. Auch Alleinerziehende und ihre Kinder seien häufig betroffen. In Familien mit Migrationshintergrund trage eine oft unterdurchschnittliche Erwerbsbeteiligung von Frauen zum erhöhten Armutsrisiko bei. dpa/AZ

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