Startseite
Icon Pfeil nach unten
Politik
Icon Pfeil nach unten

Vorwurf der versuchten Vergewaltigung: In U-Haft: IWF-Chef Strauss-Kahn soll Frau belästigt haben

Vorwurf der versuchten Vergewaltigung

In U-Haft: IWF-Chef Strauss-Kahn soll Frau belästigt haben

  • |
  • |
  • |
    IWF-Chef Strauss-Kahn ist in New York festgenommen und angeklagt worden. dpa
    IWF-Chef Strauss-Kahn ist in New York festgenommen und angeklagt worden. dpa

    Doch die  Geschichte soll nicht im Film, sondern in Wirklichkeit passiert  sein. Nach Angaben der Polizei in New York handelt es sich bei dem Mann um Dominique Strauss-Kahn. Der 62 Jahre alte Strauss-Kahn ist Chef des Internationalen Währungsfonds  (IWF). Bis gestern war Strauss-Kahn noch aussichtsreichster möglicher Bewerber um die  französische Präsidentschaft 2012.

    Erst am Samstag bescheinigte das  Meinungsforschungsinstitut Ifop dem  62-Jährigen wieder einen  satten Vorsprung vor der rechtsextremen Kandidatin Marine Le Pen  und dem konservativen Amtsinhaber Nicolas Sarkozy. Dass er  kandidieren würde, war unter seinen Anhängern klar. Die Frage war  nur noch, wann er seine Kandidatur bekanntgeben würde.

    Strauss-Kahn fiel bereits mit Eskapaden auf

    Diese Frage dürfte sich nun erledigt haben, denn selbst die  toleranten Franzosen sind durch die Vorwürfe gegen DSK erschüttert.  Es ist nicht das erste Mal, dass der renommierte Finanzexperte mit  Eskapaden auffällt. 2008 wird eine Affäre mit einer Mitarbeiterin  des IWF bekannt. Die in Washington ansässige Finanzinstitution  wäscht ihren weißhaarigen Chef mit den markanten schwarzen  Augenbrauen vom Vorwurf des Machtmissbrauchs rein. Auch seine  dritte Frau, die in Frankreich beliebte Journalistin Anne Sinclair  hält zu ihm: Sie wolle das "Abenteuer einer Nacht" vergessen,  schreibt sie in ihrem Blog. "Wir lieben uns wie am ersten Tag".

    Auch wenn das Paar nach der IWF-Affäre offenbar keine  Eheprobleme hat, gerät es doch wegen seines luxuriösen Lebensstils  in die Kritik. In der vergangenen Woche sorgt ein Foto für  Aufregung, das den möglichen Kandidaten der Sozialisten und Anne  Sinclair zeigt, wie sie gerade in den Porsche Panamera eines  Mitarbeiter einsteigen. Dann kommen weitere Details ans Tageslicht,  die den Vater von vier Kindern aus seinen ersten beiden Ehen nicht  gerade als Mann des Volkes erscheinen lassen. So soll er laut  "France-Soir" seine Anzüge beim selben Schneider nähen lassen, wie  US-Präsident Barack Obama - für einen Preis ab 7000 Euro das Stück.  Auch die Luxuswohnungen in Paris und die Villa in Marokko werden  zum Thema.

    Der IWF-Chef rückt sich damit selbst in die Nähe von Sarkozy,  der vor allem am Anfang seiner Amtszeit wegen seines üppigen  Lebensstils kritisiert wurde. Wie Sarkozy gilt auch DSK als  unternehmerfreundlich. In seiner Zeit als "Superminister" für  Wirtschaft und Finanzen 1997 privatisieren die Sozialisten  zahlreiche Staatskonzerne.

    Viele sahen den redegewandten und staatsmännisch auftretenden  Politiker schon als damals neuen Regierungschef. Aber 1999 stolpert  der Wirtschaftsfachmann, der von 1993 bis 1997 Industrie- und  Außenhandelsminister war, über eine Affäre um angeblich unzulässige  Honorar- und Gehaltszahlungen. Als die Justiz ihn zwei Jahre später  von den Vorwürfen reinwäscht, setzt sich der in Marokko  aufgewachsene Franzose, der dank eines deutschen Kindermädchens  auch fließend Deutsch spricht, ein neues Ziel: das Amt des  Staatschefs. Doch die Sozialisten entscheiden sich statt dessen  2006 für die unkonventionelle Ségolène Royal.

    DSK nimmt gerne das Angebot Sarkozys an, statt dessen den IWF zu  leiten. Dort gelingt es ihm, die Organisation mit ihren 2700  Mitarbeitern zu modernisieren. Die Finanzkrisen der vergangenen  Jahre meistert der IWF dank seinem Chef, der auch als "Arzt der  Weltwirtschaft" der gelobt wird. Doch die Verdienste, die sich  Strauss-Kahn als internationaler Finanzexperte erarbeitet hat,  verblassen nun hinter der Sex-Affäre. "Es ist erniedrigend für  Frankreich, einen solchen Mann zu haben, der sich im Sex  herumwälzt", kommentiert der Abgeordnete der Regierungspartei UMP,  Bernard Debré.  afp

    Diskutieren Sie mit
    XXX 0 Kommentare
    hier kommen komentare rein
    Dieser Artikel kann nicht mehr kommentiert werden