Japan ist im Alarmzustand: Das Regime in Nordkorea hat die Stellung des jüngsten Sohns und Nachfolgers des langjährigen Alleinherrschers Kim Jong Il weiter gestärkt.



Angesichts des offenbar unmittelbar bevorstehenden nordkoreanischen Raketenstarts ist Japan nach Angaben von Ministerpräsident Yoshihiko Noda in höchster Alarmbereitschaft. Das Land wolle auf alle Eventualitäten vorbereitet sein, sagte Noda am Donnerstag vor einem Treffen einer eigens eingesetzten Arbeitsgruppe. Japan hält ein Raketenabwehrsystem für den Fall bereit, dass die Rakete in Richtung japanisches Staatsgebiet stürzen sollte.
Ungeachtet der Kritik aus aller Welt hatte Nordkorea die Rakete am Mittwoch betankt. Sie soll zwischen Donnerstag und Montag anlässlich der Feiern zum 100. Geburtstag des verstorbenen Staatsgründers Kim Il Sung den Beobachtungssatelliten Kwangmyongsong-3 (zu Deutsch: Glänzender Stern) ins All bringen. Dieser soll nach offizieller Darstellung Daten über Wälder und Ressourcen in Nordkorea sammeln.
Mehrere westliche Regierungen sehen hinter dem Start des Satelliten dagegen einen unzulässigen Raketentest für das nordkoreanische Atomprogramm. Pjöngjang hatte jeweils wenige Monate vor den Atomwaffentests in den Jahren 2006 und 2009 Langstreckenraketen getestet. Nun wird befürchtet, dass der Norden auch diesmal einen Atomwaffentest vorbereitet.



Das Regime in Nordkorea hat die Stellung des jüngsten Sohns und Nachfolgers des langjährigen Alleinherrschers Kim Jong Il weiter gestärkt. Außer der Ernennung zum ersten Sekretär der herrschenden Arbeiterpartei erhielt Kim Jong Un bei einer Parteikonferenz am Mittwoch in Pjöngjang noch weitere Führungsämter, wie die staatlichen Medien des sozialistischen Landes am Donnerstag berichteten. Danach wurde der noch nicht 30-Jährige auch zum Vorsitzenden der zentralen Militärkommission sowie Mitglied des Präsidiums des Politbüros der Partei ernannt.
Als erster Sekretär ist Kim praktisch Parteichef. Sein Vater war bei dem Delegiertentreffen posthum zum «ewigen Generalsekretär» der Partei erklärt worden. Kim Jong Il war im Dezember gestorben. Kurz danach war sein Sohn zum neuen «obersten Führer» der Partei, der Streitkräfte und des Staates ausgerufen worden. Kim Jong Il hatte den Sohn schrittweise auf die Nachfolge vorbereitet.
An diesem Freitag soll auch die Oberste Volksversammlung - das Parlament - in Pjöngjang zusammentreten. In Südkorea wird mit Spannung erwartet, ob Kim Jong Un dabei auch den Vorsitz über die mächtige Nationale Verteidigungskommission erhält oder ob dieser Posten zu Ehren Kim Jong Ils unbesetzt bleibt. afp/dpa/AZ
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