Im Atomkraftwerk Fukushima in Japan gibt es laut der deutschen Bundesregierung mit hoher Wahrscheinlichkeit Schäden an den Kernbrennstäben in den Reaktoren eins bis drei und im Abklingbecken von Block vier. Dies berichtet das Bundesumweltministerium und bezieht sich auf den eigenen Krisenzentrum.
"Ob und wie weit es zu einem Schmelzen des Kernmaterials kam, ist nicht klar", erklärte Sprecherin Christiane Schwarte. Jedoch gebe es einige Indizien für eine Kernschmelze. Dies sei jedoch nicht mit dem Durchschmelzen des radioaktiven Materials im Reaktordruckbehälter gleichzusetzen, fügte Schwarze an. Die Deutschen Behörden hätten aber keine eigenen Erkenntnisse, sondern bezögen ihr Wissen vornehmlich von der internationalen Atomenergiebehörde IAEO und von der Gesellschaft für Reaktorsicherheit.
Am Wochenende seien Partikel von radioaktiver Strahlung auch in Deutschland gemessen worden. Allerdings sei deren Strahlung so gering, dass sie völlig unbedenklich sei.
Strahlenexperte hält Japans AKW-Rettungsversuche für hilflos
Das von einer Kernschmelze bedrohte japanische Atomkraftwerk in Fukushima ist nach Einschätzung des Strahlenbiologen Edmund Lengfelder nicht mehr zu retten. Lengfelder sagte am Montag im Deutschlandfunk, die Darstellung der japanischen Regierung, wonach es in Reaktor 2 des beschädigten Atomkraftwerks Fukushima-Daiichi lediglich eine partielle und vorübergehende Kernschmelze gebe, sei "verharmlosend" und eine "Fehlinformation für die Öffentlichkeit". Die Kernschmelze sei nicht mehr zu verhindern.
Japaner kehren in Gefahren-Zone um AKW-Wrack zurück
Trotz der weiter kritischen Lage am havarierten Atommeiler Fukushima kehren zahlreiche Anwohner in die Gefahrenzone zurück. Vor allem älteren Menschen sorgten sich um ihre Häuser und wollen nicht länger in Notfallunterkünften bleiben, berichtete der japanische Nachrichtensender NHK am Montag.
Die Behörden in Japan hatten die Bewohner im Umkreis von 20 Kilometern um das Kraftwerk Fukushima Eins aufgefordert, das Gebiet zu verlassen. Den Menschen in einer Zone von 20 bis 30 Kilometern wurde zudem empfohlen, in ihren Häusern zu bleiben, um radioaktive Verstrahlung zu vermeiden. Letzte Woche riet die Regierung dann den Bewohnern der äußeren Zone, das Gebiet freiwillig zu räumen. Als Grund gaben die Behörden an, dass die Versorgung der Menschen immer schwieriger werde.
Die Regierung warnte nun am Montag die Menschen aus der 20-Kilometer-Zone um das AKW-Warck, sie sollten vorerst nicht nach Hause zurückkehren. Das Gesundheitsrisiko sei viel zu groß.
Doch viele der Flüchtlinge, vor allem aus dem Gebiet etwa 20 bis 30 Kilometer vom Kraftwerk entfernt, kehren trotz der Warnungen zurück, berichtete NHK. Die Menschen seien erschöpft vom Leben in den Notlagern. Sie wollten wieder nach Hause, sagte die Provinzregierung von Fukushima. Man werde die Zentralregierung in Tokio bitten, die Lieferung von Hilfsgütern in die Evakuierungszone aus diesem Grund zu verstärken.
Strahlung vertreibt Menschen aus der Umgebung des Atomkraftwerks Fukushima
Laut Medienangaben lebten ursprünglich etwa 140.000 Menschen im Umkreis von 20 bis 30 Kilometern um Fukushima Eins. Es blieb unklar, wie viele davon noch in dieser Zone ausharren.
Der AKW-Betreiber Tepco und die Behörden bekommen die Strahlung im AKW Fukushima nicht in den Griff. Jeden Tag werden neue, stark erhöhte Werte gemessen.