Auf Duisburgs umstrittenen Oberbürgermeister Adolf Sauerland soll ein Kopfgeld von 5000 Euro ausgesetzt worden sein. Der Politiker äußert sich in einem Interview zu der Morddrohung.

Auf Duisburgs umstrittenen Oberbürgermeister Adolf Sauerland (CDU) soll ein Kopfgeld ausgesetzt worden sein. Ein Mann hatte telefonisch mitgeteilt, dass ihm 5000 Euro angeboten wurden, um den OB zu töten.
Der Oberbürgermeister, der unter Polizeischutz steht, sagte dem Nachrichtenmagazin «Der Spiegel», er fühle sich nach mehreren Morddrohungen als «Getriebener». Seine Familie habe er wenige Tage nach dem Unglück aus der Stadt gebracht.
Der Unbekannte habe sich gemeldet und erklärt, man habe ihm 5000 Euro gezahlt, damit er ihn töte. Ein anderer habe gedroht, einen Kindergarten zu sprengen, falls er nicht zurücktrete.
Sauerland schließt persönliche Konsequenzen nicht aus - er will sie aber offenbar erst nach der Aufklärungsarbeit ziehen. «Natürlich stelle ich mir die Frage, ob man das Amt nach so einem tragischen Ereignis weiter ausüben kann. Aber diese Antwort werde ich erst dann geben, wenn ich die Antworten auf die uns alle bedrückenden Fragen habe», sagte der 55-Jährige am Sonntag in der 20-minütigen Sendung «Kreuzverhör» im WDR Fernsehen.
Die Schuldfrage müsse geklärt werden, sagte er. Die Stadt Duisburg sei Genehmigungsbehörde für die Veranstaltung gewesen. «Und wir überprüfen jetzt unser Verhalten.» Er hoffe, dass die Stadtverwaltung in den kommenden zwei Wochen viele offene Fragen zu dem Unglück beantworten kann.
Sauerland lehnte einen sofortigen Rücktritt nach wie vor ab und räumte auch keine persönliche Schuld ein: «Es muss geklärt werden, wer der Verursacher dieses tragischen Ereignisses war. So weit sind wir noch nicht.» Er betonte, wie sehr ihn das Unglück mitnehme: «Jeden Morgen, wenn ich wach werde, wünsche ich mir, dass alles das, was wir erlebt haben, nur ein böser Traum ist, aber es ist Realität.» dpa/ddp
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