Sonntag, 31. August 2014

23. Dezember 2012 10:13 Uhr

Jahreswechsel

Kretschmann mag SPD-Kandidat Steinbrück

Baden-Württembergs Ministerpräsident Winfried Kretschmann (Grüne) findet Gefallen am SPD-Kanzlerkandidaten Peer Steinbrück, dem einst ein schwieriges Verhältnis zu Rot-Grün nachgesagt wurde.

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Der baden-württembergische Ministerpräsident Winfried Kretschmann (Grüne) kann sich mit SPD-Kanzlerkandidat Peer Steinbrück anfreunden. Foto: Bernd Weißbrod dpa

«Steinbrück ist ein durchsetzungsstarker, willensstarker, kantiger Politiker. Er macht klare Ansagen und spricht nicht in gestanzten Phrasen. Insofern gefällt er mir», sagte Kretschmann der Nachrichtenagentur dpa in Stuttgart.

Steinbrück selbst sagte der «Passauer Neuen Presse» (Samstag), in einer rot-grünen Koalition würden «gleichberechtigte Partner» sitzen. «Keiner wird den anderen über den Tisch ziehen.» Die SPD werde ihr größeres Gewicht einbringen, ohne dass dies als anmaßend gesehen werde.

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Dass Steinbrück sich seine Vorträge mit viel Geld bezahlen ließ, sieht Kretschmann in punkto Kanzlerkandidatur nicht als Problem. «Ob Steinbrück ein guter Kanzler wird, hängt nicht davon ab, was er für seine Vorträge bekommt», sagte der Stuttgarter Regierungschef der dpa. Er erinnerte an die früheren US-Präsidenten George W. Bush und Bill Clinton. «Der eine war ein wiedererweckter Christ, der andere hatte ein Verhältnis mit seiner Praktikantin. Aber über die Qualität ihrer Politik sagt das gar nichts aus.»

Kretschmann - derzeit auch Bundesratspräsident - warnte in diesem Zusammenhang davor, zu moralisieren. «Dadurch wird die Latte so hoch gehängt, dass wir alle nur noch drunter durchlaufen können.» In einer Demokratie könnten die Gewählten grundsätzlich nicht besser sein als diejenigen, die sie wählen. «Politiker sind ein Abbild der Bevölkerung.» Jeder solle sich selbst ein Vorbild sein. «Es gibt keinen Grund, warum zum Beispiel ein Journalist weniger Vorbild sein sollte als ein Bundeskanzler», sagte der Ministerpräsident. (dpa)

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