Donnerstag, 23. Oktober 2014

18. Februar 2013 06:00 Uhr

Piratenpartei

Lauer gesteht Droh-SMS: Rücktritt, sonst "knallt es ganz gewaltig"

Der politische Geschäftsführer der Piraten, Johannes Ponader, wehrt sich gegen Vorwürfe, er habe der Partei geschadet. Christopher Lauer hat unterdessen eine Droh-SMS gestanden.

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Ponader wehrt sich - Lauer gesteht Droh-SMS: "Ich bin nicht der Sündenbock der Piratenpartei und die meisten Piraten sehen das auch nicht so" sagte Ponader am Sonntag "Spiegel Online". "Unser Problem sind die ungelösten Flügelkämpfe, die immer wieder zu unnötigen Eskalationen führen und letztlich auch dazu, dass die Menschen nicht mehr genau wissen, wofür wir stehen", fügte Ponader hinzu.

Piraten: "Ich habe keine Angst"

"Genau das habe ich versucht, zu ändern." Führende Parteimitglieder werfen dem politischen Geschäftsführer vor, er profiliere sich durch Alleingänge und gebrochene Absprachen, anstatt einfach seinen Job zu machen. Ponader verteidigte sein Auftreten in der Öffentlichkeit. "Ich bin vermutlich der einzige im Bundesvorstand, der es in den vergangenen Monaten gewagt hat, in Meinungsbildern der Basis formulierte Ziele nach außen zu vertreten", sagte Ponader.

"Dieser Vorstand ist am Ende"

"Ich habe keine Angst vor einem möglichen Misstrauensvotum." Die Partei erwägt derzeit, für den Wahlkampf einen neuen Vorstand zu wählen. In der kommenden Woche sollen die Mitglieder darüber in einer E-Mail-Umfrage entscheiden. Der nordrhein-westfälische Piraten-Politiker Udo Vetter sagte "Spiegel Online", jeder wisse, "dass im Bundesvorstand zwischenmenschlich gar nichts mehr stimmt".

 

"Dieser Vorstand ist am Ende." Martin Delius, der für die Piraten im Berliner Abgeordnetenhaus sitzt, sieht in Neuwahlen keine Lösung. "Es reicht nicht, nur mal eben den Vorstand neu zusammenzusetzen", sagte er. "Kein Bundesvorstand wird sämtliche Strömungen der Partei bedienen können."

Johannes Ponader: "Das einzige, was hilft"

Unterdessen hat der Berliner Piraten-Geschäftsführer Christopher Lauer laut "Spiegel Online" zugegeben, eine Droh-SMS an Ponader geschickt zu haben. In der SMS hieß es wörtlich an die Adresse Ponaders: "Lieber Johannes, wenn Du bis morgen 12.00 Uhr nicht zurück getreten bist knallt es ganz gewaltig. Ich seh mir nicht mehr länger schweigend und untätig an, wie Du meine Partei gegen die Wand fährst. Gruß, Christopher." Ponader veröffentlichte sie SMS auf seiner Internet-Seite "netzkind.net". (afp, AZ)

 

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