Der deutsche Verteidigungsminister Thomas de Maizière hat den Staat Israel vor einem militärischen Schlag gegen den Iran gewarnt.



Israel könnte den Iran noch im Frühjahr angreifen. Dies berichtet die «Washington Post». Verteidigungsminister de Maizière hat Israel jetzt davor gewarnt.
«Die Lage rund um das Thema Iran und sein Nuklearprogramm ist besorgniserregend», so de Maizière gegenüber der «Die Welt» vom Freitag. Wegen der in Israel geführten Diskussion über einen Präventivschlag gegen den Iran sagte er weiter, man nehme Israels Sorgen sehr ernst. «Aber wir warnen Israel auch vor Abenteuern.»
Auch der frühere Leiter der Münchener Sicherheitskonferenz Horst Teltschik hat im Phoenix-Interview vor einer Intervention Israels im Iran gewarnt: »Ich habe von US-Fachleuten die Warnung bekommen, dass Israel die Handlungsunfähigkeit der amerikanischen Regierung während der Wahlkampagne für die nächste Präsidentenwahl ausnutzen könnte, und - entgegen dem Rat der Amerikaner - im Iran intervenieren könnte. Wenn dass passiert, könnte die gesamte Region unter Feuer stehen. Das wäre für mich ein Albtraum.» Die gesamte Region würde dann zu einem zentralen Krisenherd werden, so Teltschik.
Seit Monaten steigen wegen des Atomprogramms des Iran die internationalen sowie bilateralen Spannungen. Der Iran hatte im Falle weiterer Sanktionen mit einer Blockade der Öl-Exporte durch den Persischen Golf gedroht. De Maizière erklärte, bei nüchterner Betrachtung spreche nichts dafür, dass die Iraner ein Interesse daran haben könnten, die Öltransporte durch die Meerenge von Hormus zu blockieren. Damit würde Teheran sich selbst schaden. «Aber ich gestehe: Ich bin nicht ganz sicher, wie rational es in Teheran zugeht.»
Nach einem Bericht der «Washington Post» könnte Israel im Frühling einen militärischen Angriff auf Atomanlagen im Iran starten. Der amerikanische Verteidigungsminister Leon Panetta gehe davon aus, dass eine hohe «Wahrscheinlichkeit» für solch eine Operation im April, Mai oder Juni bestehe, schreibt die Zeitung, ohne jedoch konkrete Quellen in der Online-Ausgabe zu nennen.
Der Staat Israel fürchte, dass Iran schon sehr bald über ausreichend angereichertes Uran verfüge, um eine Atombombe zu bauen. Israel gehe davon aus, dass es sich um einen begrenzten Militäreinsatz handeln könnte. Eine Entscheidung sei aber noch nicht gefallen.
Den Plänen zufolge könnten die Atomanlage bei Natans und andere unterirdische Anlagen das Ziel sein, hieß es. Die Anlage in Qom sei dagegen mit einem Luftangriff schwieriger auszuschalten.
Weiter heißt es, für den Fall eines Angriffs rechne Israel mit iranischen Vergeltungsaktionen. Einer israelischen Quelle zufolge sei von 500 möglichen Opfern die Rede.
Der amerikanische Präsident Barack Obama sowie Panetta versuchten seit längerem, Israel von einem Angriff abzuhalten, heißt es. Washington sei der Ansicht, ein Angriff werde die Sanktionspläne gefährden. Die USA gehen davon aus, dass die verschärften Sanktionen der internationalen Gemeinschaft das Regime in Teheran zunehmend unter Druck setzen.
Bereits seit Wochen steigen die Spannungen um das iranische Atomprogramm. Teheran hatte damit im Falle weiterer Sanktionen mit einer Blockade der Ölexporte durch den Persischen Golf gedroht. Darauf hatten die USA umgehend erklärt, sie würden eine solche Blockade nicht hinnehmen.
Seit vielen Jahren gibt es immer wieder Spekulationen und Gerüchte über Angriffspläne Israels. Angeblich hatte bereits US-Präsident George W. Bush Israel von einem solchen Schritt abgehalten. Der Westen fürchtet, dass Teheran Atombomben bauen wolle, um gegen Israel vorzugehen. Dagegen betont Teheran immer wieder, die Atomprojekte dienten lediglich zur Energiegewinnung. dpa/AZ
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