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04. September 2008 15:48 Uhr

Der Anti-Wahlkampf

Marga Beckstein und die Landtagswahl in Bayern

Marga Beckstein stellt sich nicht ans Rednerpult - sie will keinen Vortrag halten und braucht auch kein Mikrofon. «Ich versuche es mal ohne», sagt die Frau des bayerischen Ministerpräsidenten Günther Beckstein (CSU). Im Ratskeller in München warten rund 50 Frauen der CSU-Frauen-Union gespannt auf politische Botschaften von Bayerns «First Lady» gut drei Wochen vor der Landtagswahl.

München (dpa) - Marga Beckstein stellt sich nicht ans Rednerpult - sie will keinen Vortrag halten und braucht auch kein Mikrofon. «Ich versuche es mal ohne», sagt die Frau des bayerischen Ministerpräsidenten Günther Beckstein (CSU).

Im Ratskeller in München warten rund 50 Frauen der CSU-Frauen-Union gespannt auf politische Botschaften von Bayerns «First Lady» gut drei Wochen vor der Landtagswahl. Doch über die Lippen der 63-jährigen kommt keine einzige politische Aussage, nicht einmal das Wort «CSU». Außerdem mag sie auch die Bezeichnung «First Lady» nicht besonders. «Ich selber bezeichne mich als Frau Beckstein», sagt sie später. «Seminarrektorin. Die Frau des Ministerpräsidenten.»

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Marga Beckstein, seit 1973 verheiratet, drei Kinder, wohnhaft in der Nürnberger Trabantensiedlung Langwasser, steht nicht gern im Rampenlicht, das auf sie fällt, seitdem vor knapp einem Jahr ihr Mann Günther im Landtag zum Ministerpräsidenten gewählt wurde. Vor der Frauen-Union beantwortet die Lehrerin, die Referendare für das Lehramt an Grundschulen ausbildet, Fragen zur Situation an bayerischen Schulen. «Ich arbeite hier nicht die politischen Themen meines Mannes ab», sagt sie gleich zu Beginn.

Außerdem hasst Marga Beckstein Verallgemeinerungen. Kritik, dass Klassen mit 34 Schülern zu groß seien, weist sie zurück. «Ich empfinde Klassen mit 17 Schülern manchmal als zu wenig», sagt sie. Wenn dann auch noch drei Kinder krank seien, könne man weder Prüfungen machen noch Gruppenarbeit. Auch Klassen mit vielen Kindern mit Migrationshintergrund sind für sie «nicht von vorneherein ein Problem».

Marga Beckstein ist keine typische «Landesmutter» - vor allem nicht in Bayern. Sie hat trotz ihrer drei Kinder den Beruf nie aufgegeben und Karriere gemacht. An Wahlkampfauftritten nimmt sie «in erster Linie meinem Mann zuliebe» teil. Und zur Wiesn werde sie auf keinen Fall ein Dirndl tragen. Unauffällig ist ihr schwarzer doppelreihiger Hosenanzug, dazu offene schwarze Sandaletten mit schwarzen Riemchen und kleinem Absatz. Dezent der goldene Schmuck und die Brille mit kleinen glitzernden Steinen an den Bügeln.

Nur wenige persönliche Einblicke gewährt Marga Beckstein den CSU- Frauen, die sie fragen, wie sie Kinder und Beruf unter einen Hut gebracht habe und wie sie jetzt Beruf und Protokoll vereinbare. In den ersten Jahren, als ihre Kinder noch klein waren, sei ihre Mutter jeden Tag gekommen, sagt sie. Im Wahlkampf sei ihr Lehrerberuf von Vorteil. «Ich bin in erster Linie vormittags tätig.» Die «Termine, wo mein Mann ganz gern sieht, dass ich dabei bin», lägen eher am Nachmittag und Abend. Die Skripte und Referate für das neue Schuljahr liegen längst fertig in einer Kiste. «Ich kann auch im Auto was schreiben», sagt Marga Beckstein. «Ich packe das schon.»

Zwar hat sie in den Sommerferien nicht mehr wie früher ein Dutzend Bücher gelesen, sondern gerade einmal ein halbes geschafft. Aber sie lerne im Wahlkampf dafür viele Gegenden Bayerns kennen. Auch wenn die CSU ihre jahrzehntelange Alleinherrschaft im Freistaat einzubüßen droht - äußerlich macht sich Marga Beckstein keine Sorgen um die Zukunft ihres Mannes und ihre eigene. Sie geht davon aus, dass sie auch nach dem 28. September «First Lady» des Freistaats bleibt.

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