Mittwoch, 19. Juni 2013

19. April 2012 11:37 Uhr

Margarita Mathiopoulos in Plagiatsaffäre: Doktortitel entzogen

Margarita Mathiopoulos verliert ihren Doktortitel nach Plagiatsvorwürfen: Die Universität Bonn hält wissenschaftliches Fehlverhalten der FDP-Politikerin für bewiesen.

Margarita Mathiopoulos wird der Doktortitel entzogen: Nach Plagiatsvorwürfen entzieht die Universität Bonn der FDP-Politikerin und Politikprofessorin Margarita Mathiopoulos den Doktortitel. Der Fakultätsrat der Philosophischen Fakultät bestätigte am Mittwoch einen entsprechenden Beschluss des Promotionsausschusses von Anfang April, teilte die  Hochschule mit.

Mathiopoulos: Doktortitel nach Plagiatsaffäre entzogen

Prüfer hatten demnach in der Dissertation von  Mathiopoulos in zahlreichen Fällen Passagen gefunden, die aus  anderen wissenschaftlichen Arbeiten entlehnt und nicht als wörtliche Übernahmen gekennzeichnet waren.

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Die Doktorarbeit von Mathiopoulos zum Thema "Amerika: das  Experiment des Fortschritts. Ein Vergleich des politischen Denkens  in Europa und in den USA" war der Uni zufolge bereits Anfang der 90er Jahre in die Kritik geraten. Eine Überprüfung der Kommission der Fakultät hatte zwar schwerwiegende handwerklich-methodische Mängel  offenbart, aber keinen Täuschungsvorsatz festgestellt. Daher wurde der Doktortitel damals nicht aberkannt.

Margarita Mathiopoulos: Bekannt durch Brandt

Der Promotionsausschuss der Philosophischen Fakultät stellte  aber nun fest, dass die Entscheidung von 1991 aus heutiger Sicht objektiv rechtswidrig war und daher aufgehoben werden konnte.

Mathiopoulos war 1987 bundesweit bekannt geworden, als der damalige SPD-Vorsitzende Willy Brandt die seinerzeit parteilose Politikwissenschaftlerin zur SPD-Sprecherin machen wollte. Nach  heftiger innerparteilicher Kritik an der Nominierung von Mathiopoulos trat Brandt vom SPD-Vorsitz zurück.

Plagiatsvorwürfe von VroniPlag

Die neue Überprüfung war durch Vorwürfe der Internetplattform VroniPlag ins Rollen gekommen. Laut Uni Bonn fanden sich in der Arbeit über 320 Stellen, in denen die Originalquelle systematisch nicht ordnungsgemäß zitiert wurde. Teilweise seien längere Passagen anderer Quellen mit nur geringen Abänderungen wörtlich abgeschrieben worden. Zudem wurde die Übernahme fremder Texte zusätzlich durch eine  irreführende Zitierweise verschleiert.

"Auf Grund der systematischen und breit angelegten Vorgehensweise steht aus der Sicht der entscheidenden Gremien fest, dass es sich nicht um bloße  Versehen, sondern um vorsätzliche Täuschungen über die  wissenschaftliche Urheberschaft handelt", teilte die Universität  mit. (afp, AZ)

 

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