Samstag, 25. Mai 2013

09. März 2012 14:41 Uhr

Griechenland

Merkel sieht im Schuldenschnitt "ermutigendes Ergebnis"

Die Mehrheit der privaten Gläubiger Griechenlands wollen sich am Schuldenschnitt für das hochverschuldete Land beteiligen. Für Bundeskanzlerin Merkel ein gutes Zeichen.

Die Schuldenkrise Griechenlands beherrscht seit Monaten die Schlagzeilen.
Foto: Paris Papaioannou/ANA dpa

Die Bereitschaft der Gläubiger zum Anleihetausch  sei ein  «ermutigendes Ergebnis, das helfen wird, Griechenland auf  Stabilitätskurs zu bringen», ließ Bundeskanzlerin Angela Merkel über ihren  Sprecher Steffen Seibert ausrichten. Wichtig sei nun, dass  Griechenland die sich dadurch bietende Chance nutze und die  vereinbarten Reformprogramme umsetze. Die Bundesregierung werde  dabei «wie bisher auch in vielfältiger Form ihre Hilfe» anbieten.

Längere Laufzeit und niedrigere Zinsen

Formal bedeutet der Schuldenschnitt zwar nur einen Forderungsverzicht von 53,5 Prozent. Wegen längerer Laufzeiten und niedrigerer Zinsen ergeben sich aber weitere Belastungen für die Gläubiger.

ANZEIGE

Westerwelle: "Grund für neue Zuversicht"

Auch Bundesaußenminister Guido Westerwelle (FDP) wertete die  Zustimmung der Privatgläubiger zum Schuldenschnitt als neue Chance  für Griechenland. «Es gibt noch keinen Grund für Entwarnung, aber  es gibt jetzt einen guten Grund für neue Zuversicht», sagte er in  Berlin. «Das zeigt, dass sich die Dinge in Griechenland vorwärts  entwickeln.» Das Land habe «jetzt die Chance für einen echten  Neuanfang». Es zeige sich auch, «dass Europa in einer schwierigen  Bewährungsphase handlungsfähig ist».

Westerwelle warnte vor Pauschalkritik an Griechenland. «Die  Menschen in Griechenland, die derzeit diese Reformen schultern  müssen, können nichts für das politische Versagen zuvor», sagte er.  «Deswegen ist es wichtig, dass wir Solidarität und ausreichendes  Fingerspitzengefühl zeigen, wenn wir über Griechenland und wenn wir  mit Griechenland und den Bürgerinnen und Bürgern Griechenlands  reden.»

Bundeswirtschaftsminister Philipp Rösler (FDP) Griechenland aufgefordert, die zugesagten Reformen rasch umzusetzen. «Griechenland hat es selbst in der Hand, die Voraussetzungen zu schaffen, um wieder auf eigenen Beinen zu stehen», so der Vizekanzler in Berlin.

Deutsche Bank-Chef Josef Ackermann hat den Schuldenschnitt für Griechenland gelobt. Er helfe, die Krise zu lösen.

Zuvor hatte das griechische Finanzministerium bekanntgegeben,  dass im Zuge des Schuldenschnitts eine Zusage zum Umtausch von  insgesamt 83,5 Prozent der griechischen Staatsanleihen in privater  Hand vorliegt - bei den nach griechischem Recht aufgenommenen  Schulden sind es demnach 85,8 Prozent. Mit dem Anleihetausch soll  sichergestellt werden, dass sich auch private Gläubiger an den  Kosten der Krisenbewältigung in Griechenland beteiligen.

Der Deutsche Sparkassen- und Giroverband (DSGV) sieht im Schuldenschnitt für Griechenland ein «außergewöhnliches Zugeständnis der weltweiten Kreditgeber». Für Geldinstitute bedeute dies eine Abschreibung von rund 75 Prozent, sagte DSGV-Präsident Heinrich Haasis. «Das ist nicht in anderen Fällen wiederholbar.» Athen sei nun in der Pflicht, die bessere Ausgangslage zu einer durchgreifenden Sanierung zu nutzen. Die Eurozone müsse sicherstellen, dass Kreditverpflichtungen verlässlich erfüllt werden. Nur auf diese Weise könne wieder Vertrauen erworben werden.dpa/afp/AZ

Jetzt bestellen! Das neue iPad inkl. e-Paper.

Artikel kommentieren




Neu in den Leserblogs