Im westafrikanischen Mali haben sich meuternde Soldaten nach eigenen Angaben an die Macht geputscht und Staatsoberhaupt Amadou Toumani Toure gestürzt.


Zuvor hatten sie den Präsidentenpalast in der Hauptstadt Bamako gestürmt. In einer Fernsehansprache sagten die Rebellen, das „Klima der Unsicherheit“ im Land und die „Unfähigkeit des Regimes, den Terrorismus zu bekämpfen“, habe sie zu dem Putsch bewogen. Die Verfassung sei bis auf Weiteres aufgehoben und es sei eine Ausgangssperre verhängt worden, erklärte der Sprecher des neu gegründeten „Nationalkomitees für die Wiederherstellung der Demokratie und des Staates“, Leutnant Amadou Konare.
Toure sei wegen „seines Unvermögens, die Krise im Norden Malis zu bewältigen“, gestürzt worden, fügte er hinzu. Hintergrund sind Kämpfe zwischen Tuareg-Rebellen und Regierungstruppen im Norden des Landes.
Während seiner Rede war Konare von rund 20 weiteren Rebellen in Militäruniformen umgeben. Sie wollten nun mit den Nachbarländern und internationalen Organisationen über das weitere Vorgehen beraten, hieß es weiter.
In Malis ehemaliger Kolonialmacht Frankreich forderte Außenminister Alain Juppé die Wiederherstellung der verfassungsmäßigen Ordnung und die planmäßige Durchführung der für 29. April geplanten Wahlen. Toure, der seit 2002 an der Macht ist, konnte laut Verfassung nach zwei Amtszeiten nicht mehr als Kandidat antreten. Nach dem Staatsstreich verschwand Toure. Medienberichten zufolge soll er Zuflucht in der US-amerikanischen Botschaft in Bamako gesucht haben. dpa/afp
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