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Porträt: Miriam Gruß: Die Optimistische

Porträt

Miriam Gruß: Die Optimistische

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     Die Generalsekretärin der bayerischen FDP, Miriam Gruß.
    Die Generalsekretärin der bayerischen FDP, Miriam Gruß.

    Sie hatte es alles andere als leicht in letzter Zeit. Fast schien es so, als sollte sich der ganze Frust über den Niedergang der Liberalen bei Miriam Gruß entladen. Als sich Bayerns FDP-Generalsekretärin dann auch noch für die Abschaffung der Studiengebühren stark machte und mit ihrem Alleingang die ganze Partei überrumpelte, drohte richtig Ärger. Von Entmachtung war die Rede, gar vom Rücktritt der 36-jährigen Augsburgerin.

    Miriam Gruß, für die es nach dem Einzug 2005 in den Bundestag politisch steil bergauf ging, musste kämpfen. Ihren Kritikern begegnete sie offensiv. „Das ist ein Riesenansporn für mich“, sagte sie und fügte hinzu: „Es ist ganz normal, dass ein Generalsekretär aneckt.“

    Als enge Vertraute hat sie die Rückendeckung von FDP-Landeschefin Sabine Leutheusser-Schnarrenberger. Auch in schwierigen Zeiten stand die Justizministerin zu Gruß. „Der Wahlkampf“, sagte Leutheusser-Schnarrenberger, „wird von einem Team organisiert.“ Und Gruß werde darin Verantwortung tragen.

    Die Diplom-Politologin weiß um die Probleme der FDP. Die Umfragewerte sind im Keller und von einer Fortsetzung der schwarz-gelben Regierungen in Berlin und München nach den Wahlen 2013 spricht derzeit kaum jemand. „Selbstverständlich gibt es Nervosität und Unmut wegen des anhaltenden negativen Trends“, betont Gruß. Parteiinterne Personaldiskussionen haben ihr Übriges getan. „Es war falsch, uns mit uns selbst zu beschäftigen.“

    Vom Parteitag der Bayern-FDP morgen in Lindau verspricht sie sich ein Stück Aufbruchstimmung. „Wir haben ja auch viel erreicht. Müssen das jedoch besser verkaufen.“ Und Ende des Jahres, glaubt sie, gehen dann auch die Umfragewerte wieder nach oben. „Die Schlacht ist noch nicht verloren. Sie hat gerade erst begonnen.“ Um die Zukunft der FDP sei ihr jedenfalls nicht bange.

    Miriam Gruß bezeichnet sich selbst als Überzeugungstäterin. Sie liebe die Politik und arbeite dafür. Von ihrer einstigen Machtfülle ist jedoch nicht allzu viel geblieben. Den Posten als Fraktionsvize im Bundestag hat sie verloren, im Amt der Generalsekretärin wurde sie nur mit knapper Mehrheit bestätigt.

    Zurückschauen will sie nicht. Sie will kämpfen. Ausgleich zum politischen Alltag sucht die verheiratete Mutter eines Sohnes inzwischen beim Joga. Oder sie spielt Handball. Dreimal trat sie in dieser Saison mit dem Königsbrunner Frauen-Team in der Bezirksklasse an. „Es ist wichtig, mit den Leuten in Kontakt zu bleiben.“ Zu Hause, bei der Familie in Augsburg, mag sie es dann am liebsten ruhig. „Oder ich koche etwas Schönes.“

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