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19. Februar 2010 19:00 Uhr

Missbrauchsskandal

Mixa erhält Unterstützung aus CSU und Kirche

Bayerns FDP-Generalsekretärin Miriam Gruß hat Beate Merk für ihre Aussagen kritisiert. Währenddessen hat ein Augsburger Diözesanrat Bischof Mixa den Rücken gestärkt. Von Alois Knoller

Bischof Walter Mixa

Im heftigen Streit über Ursachen von Kindesmissbrauch in der Kirche hält Bayerns Justizministerin Beate Merk (CSU, Neu-Ulm) zum Augsburger Bischof Walter Mixa. "Selbstverständlich hat die sexuelle Freizügigkeit dazu beigetragen, die Hemmschwelle zu senken", sagte Merk.

Sie sehe in Mixas Worten, wonach die zunehmende Sexualisierung der Öffentlichkeit auch abnorme sexuelle Neigungen "eher fördert als begrenzt", "keine unglückliche Formulierung, sondern den Versuch einer Erklärung". Sie sei dem Augsburger Bischof sehr dankbar. Allen Kritikern Mixas riet sie, sein Interview mit unserer Zeitung genau zu lesen, "anstatt Scheindebatten anzuzetteln".

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Dafür musste Beate Merk selbst Kritik einstecken. Ihr Lob für Mixa "verschlägt einem die Sprache", erklärte Bayerns FDP-Generalsekretärin Miriam Gruß (Augsburg). "Ausgerechnet dort, wo die sexuelle Revolution nie stattgefunden hat, soll sie schuld am Kindesmissbrauch sein", sagte Gruß über die Kirche. Der SPD-Fraktionsvorsitzende Markus Rinderspacher sprach von "peinlicher Freizügigkeitslyrik".

Der Wallfahrtsdirektor von Maria Vesperbild, Prälat Wilhelm Imkamp, sagte indes, Bischof Mixa habe zu Recht darauf hingewiesen, "dass jedes Verbrechen, auch das eines Priesters, immer in einem gesellschaftlichen Kontext steht".

Der Augsburger Diözesanrat der Katholiken stärkte Bischof Mixa den Rücken. Er habe einen menschlichen Werterahmen skizziert, in dem Sexualität verwirklicht werden kann, erklärte Vorsitzender Helmut Mangold (Senden, Kreis Neu-Ulm). Sexueller Missbrauch von Schutzbefohlenen sei unter keinen Umständen zu tolerieren und müsse mit allen Mitteln des Rechts bekämpft werden. Sexualstraftäter dürften in kirchlichen Einrichtungen nicht mit Nachsicht oder Vertuschung rechnen, so der Diözesanrat.

Die Leitung des Pallottinerordens in Deutschland hat sich am Freitag für sexuellen Missbrauch an Schülern entschuldigt. Provinzial Hans-Peter Becker erklärte in Friedberg bei Augsburg, es seien bislang drei Missbrauchsfälle aus den 60er Jahren bekannt geworden. Alois Knoller

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