Dienstag, 21. Mai 2013

10. Juni 2012 19:54 Uhr

Syrien

Oppositionschef sieht Assad-Regime am Ende

Angesichts der eskalierenden Gewalt  hat der neue Chef des oppositionellen Syrischen Nationalrats (SNC)  der Führung in Damaskus ein baldiges Ende vorausgesagt.

UN-Beobachter in Syrien: Angesichts der eskalierenden Gewalt  hat der neue Chef des oppositionellen Syrischen Nationalrats (SNC)  der Führung in Damaskus ein baldiges Ende vorausgesagt.
Foto: Sana Handout/dpa

Der 55-jährige Kurde Abdel  Basset Sajda war am Samstag von den Vertretern des  größten Zusammenschlusses syrischer Regierungsgegner zum neuen  Vorsitzenden des SNC gewählt worden. Sajda rief die Mitglieder der Regierung von Präsident  Baschar al-Assad am Sonntag zum Überlaufen auf und brachte eine  UN-mandatierte Militärintervention ins Spiel.

«Das Regime geht auf sein Ende zu.  Die sich häufenden Massaker und die Plünderungen zeigen, dass es um  sich schlägt», sagte Sajda. Es gebe Informationen, wonach die  syrische Regierung die Kontrolle über die Hauptstadt Damaskus und  andere Städte verloren habe. Weitere Angaben dazu machte er nicht.

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Nach Sajdas Worten will sich der SNC dafür einsetzen, dass der  Friedensplan des Syrien-Gesandten Kofi Annan nach Kapitel VII der  UN-Charta verwirklicht wird. Kapitel VII sieht bei der Bedrohung  des Friedens Sanktionen oder auch militärische Gewalt vor. Sajda  rief die Syrer in aller Welt auf, vor den syrischen Botschaften im  Ausland gegen das gewaltsame Vorgehen der Sicherheitskräfte zu  protestieren.

Bestürzung über Massaker in Syrien

Weltweite Bestürzung hatte jüngst das Massaker von Al-Kubeir  ausgelöst, bei dem regierungstreue Milizen am Mittwoch 55 Menschen  getötet haben sollen. Die internationalen Beobachter hätten bei  ihrem Besuch in dem Dorf «einen starken Geruch von verbranntem  Fleisch» wahrgenommen, teilte die UNO am Freitag (Ortszeit) mit. An  Häusern seien Einschüsse von Raketen und großkalibrigen Waffen  gefunden worden.

Schwere Verluste für Assad-Truppen

Nach Angaben der in London ansässigen Beobachtungsstelle für  Menschenrechte erlitten die Assad-Truppen im Gebiet von Heffa in  der Küstenprovinz Lattakia schwere Verluste bei Kämpfen gegen  Rebellen. Innerhalb der vergangenen fünf Tage seien dort rund 60  Soldaten, aber auch rund 50 Zivilisten und Rebellen getötet worden.  Die Stadt, in der sich hunderte Rebellen verschanzt hielten, wurde  demnach am Sonntag den sechsten Tag in Folge bombardiert.

Die Zahl der Toten seit dem Beginn der Revolte Mitte März 2011 gab  die Beobachtungsstelle mit mehr als 14.100 an. Am Sonntag wurden  demnach mindestens 29 Menschen getötet, darunter elf Soldaten. afp

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Schlagworte

Syrien | Unruhen



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