Donnerstag, 23. Oktober 2014

27. März 2012 19:43 Uhr

Kirchen

Papst Benedikt für Erneuerung in Kuba

Papst Benedikt XVI. hat das sozialistische Kuba zu einer Erneuerung der Gesellschaft ermahnt.

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Bei einer Messe mit Zehntausenden Gläubigen rief er in Santiago de Cuba die kubanischen Katholiken dazu auf, «mit den Waffen des Friedens, der Vergebung und des Verständnisses für den Aufbau einer offenen und erneuerten Gesellschaft, einer besseren, menschenwürdigeren Welt zu kämpfen».

Am Dienstag, dem zweiten Tag des Besuches, traf Benedikt in der kubanischen Hauptstadt Havanna ein. Dort war am frühen Abend (Ortszeit) ein privates Gespräch mit dem kubanischen Präsidenten Raúl Castro und später mit den Bischöfen des Inselstaates geplant.

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Im Mittelpunkt des Gottesdienstes in Santiago, der zweitgrößten Stadt Kubas, stand die 400-Jahr-Feier der Auffindung des Gnadenbildes der als Patronin des Landes verehrten Jungfrau von El Cobre. Dieses religiöse Fest war ein wesentlicher Anlass für die Pastoralreise des katholischen Kirchenoberhauptes auf die Karibikinsel.

Auch Präsident Raúl Castro nahm an dem Gottesdienst am Montag (Ortszeit) teil, den nach einer Schätzung von Vatikan-Sprecher Federico Lombardi mindestens 200 000 Menschen besuchten. Vor der Feier kam es zu einem Zwischenfall. Ein Mann, der versucht hatte, zum Altar vorzudringen und dabei «Nieder mit dem Kommunismus!» rief, wurde von Sicherheitskräften abgeführt.

Am Dienstagmorgen besuchte Benedikt zunächst das Heiligtum der Barmherzigen Jungfrau von El Cobre in der Nähe von Santiago, wo ihn Hunderte von Gläubigen empfingen. Er habe für die Zukunft des Landes gebetet, sagte er in einer kurzen Ansprache. «Auf dass es (Kuba) voranschreite auf dem Wege der Erneuerung und der Hoffnung.» Das Gebet gelte auch denen, die leiden müssten, in ihrer Freiheit eingeschränkt oder von ihren Angehörigen getrennt seien.

Zum Auftakt seines mit Spannung erwarteten Besuchs in Kuba hatte der Papst mehr Fortschritte in den Beziehungen zwischen der Kirche und der Regierung in Havanna angemahnt. «Ich trage in meinem Herzen die gerechten Erwartungen und berechtigten Wünsche aller Kubaner, wo immer sie leben», sagte er bei der Ankunft in Santiago de Cuba, wo er seinen dreitägigen Pastoralbesuch des sozialistischen Landes begann.

Der Papst wurde in Santiago von Raúl Castro mit militärischen Ehren, Marschmusik und Kanonensalven empfangen. In seiner Begrüßung sagte der Präsident: «Das kubanische Volk wird Ihren Botschaften aufmerksam und mit Respekt zuhören.» Kuba werde seinen Kampf für eine bessere Welt fortsetzen, sagte Castro, der seit 2006 als Nachfolger seines Bruders Fidel an der Spitze des Staates steht. Er bekräftigte das Recht Kubas, seinen eigenen Weg zu gehen.

Der Besuch des Papstes fällt in eine Zeit wachsender politischer Spannungen in dem sozialistischen Karibikstaat. Präsident Castro hat zwar wirtschaftliche Reformen begonnen. Aber die Forderung, auch aus Kreisen der Kirche, nach weitergehenden Reformen lehnt er ab. Proteste lässt er - gerade auch vor Benedikts Besuch - unterdrücken.

Der Papst hatte bereits auf dem Flug von Rom nach Mexiko auf die Lage in Kuba Bezug genommen. «Die Ideologien des Marxismus, wie sie konzipiert wurden, entsprechen nicht mehr der Realität», hatte er gesagt. Die Kirche wolle dabei mithelfen, mit der notwendigen Geduld an neuen gesellschaftlichen Modellen für die Zukunft zu arbeiten.

Kubas Außenminister Bruno Rodríguez relativierte die Papstkritik mit den Worten, die Regierung respektiere alle Meinungen und sei zu einem «nützlichen» Austausch bereit. Den Oppositionellen aber drohte er: «Diejenigen, die den apostolischen Besuch stören wollen, werden scheitern.» Der Papst werde auf ein patriotisches Volk treffen, das stolz auf seine Unabhängigkeit und seine Demokratie sei.

Nach Oppositionsangaben waren am Sonntag Dutzende von Dissidenten vorübergehend festgenommen worden. Die international bekannte Bloggerin Yoani Sánchez kritisierte dies als «ideologische Säuberung», um die Teilnahme von Aktivisten und Dissidenten an den päpstlichen Veranstaltungen und Messen zu verhindern. «Die Messen werden nicht vor der Vielfalt des kubanischen Volkes gefeiert, weil die politische Polizei vielen den Zugang verhindert», schrieb sie. (dpa)

Programm der Papstreise

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