Samstag, 25. Mai 2013

22. September 2011 21:20 Uhr

Deutschland-Besuch

Papst feiert mit über 60.000 Menschen den Glauben

Im Olympiastadion in Berlin ruft Benedikt XVI. zur Kirchentreue auf

Papst Benedikt XVI. feiert die Messe im Berliner Olympiastadion. dpa

Mit 61.000 Menschen im Berliner Olympiastadion hat Papst Benedikt XVI. am Donnerstagabend den ersten großen Gottesdienst seiner Deutschlandreise gefeiert. In seiner Predigt rief er die Gläubigen auf, sich von den Verfehlungen von Geistlichen nicht entmutigen zu lassen und der Kirche treu zu bleiben. Unmittelbar vor der Eucharistiefeier drehte der Papst im Papamobil eine Runde durch das Stadion, grüßte die Gläubigen und segnete Kinder, die ihm in das Fahrzeug gereicht wurden.

Benedikt warnte vor einem oberflächlichen Kirchenverständnis: «Manche bleiben mit ihrem Blick auf die Kirche an ihrer äußeren Gestalt hängen». Wenn dann auch noch die leidvolle Erfahrung dazukomme, dass es in der Kirche «gute und schlechte Fische, Weizen und Unkraut» gebe, «dann erschließt sich das große und schöne Mysterium der Kirche nicht mehr».

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Kirche ein «Ort des Lichtes»

Indirekt ging er auch auf die Forderungen nach grundlegenden Reformen in der Kirche ein: «Es verbreiten sich Unzufriedenheit und Missvergnügen, wenn man die eigenen oberflächlichen und fehlerhaften Vorstellungen von 'Kirche', die eigenen 'Kirchenträume' nicht verwirklicht sieht!» Benedikt bezeichnete die Kirche als eine «Ort des Lichtes, der Hoffnung und Zuversicht, der Ruhe und Geborgenheit». Er betonte: «In Christus bleiben heißt, wie wir bereits gesehen haben, auch in der Kirche bleiben.» Der Papst fügte hinzu: «Wir halten gemeinsam Stand gegen den Sturm und geben einander Schutz.» Er wünschte allen, «dass ihr immer tiefer die Freude entdeckt, in der Kirche in all ihren Nöten und Dunkelheiten mit Christus verbunden zu sein».

Begrüßung durch Wowereit

Die Messfeier im Olympiastadion war der erste Termin der viertägigen Deutschlandreise des Papstes, bei dem er sich einer größeren Öffentlichkeit zeigte. Nach seiner Fahrt im Papamobil wurde Benedikt XVI. vom Regierenden Bürgermeister von Berlin, Klaus Wowereit (SPD), begrüßt. Der Papst trug sich ins Goldene Buch der Stadt ein.

Unmittelbar vor Beginn der Messfeier setzte Regen ein, die Gottesdienstbesucher im Innenraum zogen den bereitliegenden Regenschutz über. Allerdings besserte sich das Wetter schnell wieder. Der Gottesdienst war wegen des großen Interesses vom Schloss Charlottenburg ins Olympiastadion verlegt worden.  Petr Jerabek, dapd

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