Mittwoch, 30. Juli 2014

08. April 2012 17:37 Uhr

Kirchen

Papst ruft in Osterbotschaft zu Frieden und Gerechtigkeit auf

Papst Benedikt XVI. hat in seiner Osterbotschaft eindringlich zu Frieden, Versöhnung und Gerechtigkeit in der Welt aufgerufen.

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Nach der Ostermesse wandte sich Benedikt am Sonntag vor Zehntausenden von Gläubigen und Touristen auf dem Petersplatz vor allem den brennenden Problemen in Syrien und in Afrika zu. «Die Hoffnung muss in dieser Welt unweigerlich mit der Härte des Bösen rechnen», warnte das Kirchenoberhaupt der Katholiken. Bei eher kühlem Frühlingswetter verfolgte die Menge diesen Höhepunkt der Osterfeiern, darunter viele Deutsche. Niederländische Floristen hatten den Platz mit Rosen, Astern, Lilien und japanischen Kirschblüten geschmückt.

Nach seiner Osterbotschaft spendete Benedikt traditionsgemäß von der Mittelloggia des Petersdoms aus den päpstlichen Segen «Urbi et Orbi» (Der Stadt und dem Erdkreis). Von TV-Kameras und Radiostationen in die Welt übertragen verlas er Ostergrüße in 65 Sprachen. «Euch allen ein gesegnetes und frohes Osterfest! Der Friede und die Freude des auferstandenen Herrn sei mit Euch», wünschte Joseph Ratzinger auf Deutsch.

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«Besonders in Syrien sollte das Blutvergießen enden und unverzüglich der Weg der Achtung, des Dialogs und der Versöhnung eingeschlagen werden», forderte der knapp 85-jährige Benedikt. Die vielen syrischen Flüchtlinge bräuchten humanitäre Hilfe, Aufnahme und Solidarität, um ihre schmerzlichen Leiden zu mindern.

Der Papst ermunterte das irakische Volk, sich mit allen Kräften um Entwicklung und Stabilität zu bemühen. «Im Heiligen Land mögen Israelis und Palästinenser mutig den Friedensprozess wieder aufnehmen», sagte er. Benedikt sprach jenen Christen Mut und Hoffnung zu, die wegen ihres Glaubens «unter Diskriminierung und Verfolgung zu leiden haben».

Versöhnung wünschte Benedikt auch den leidenden Menschen in vielen Regionen Afrikas. «Dem Staat Mali, der einen politisch heiklen Moment erlebt, schenke der glorreiche Christus Frieden und Stabilität», sagte er. In dem westafrikanischen Land hatten Militärs geputscht, worauf Tuareg-Rebellen den Norden unter ihre Kontrolle brachten und einen eigenen Staat ausriefen.

«Nigeria war in letzter Zeit Schauplatz blutiger terroristischer Überfälle», klagte Benedikt. Er wünschte dem westafrikanischen Land die notwendigen Energien, «um den Aufbau einer friedlichen Gesellschaft wieder aufzunehmen, die die Religionsfreiheit respektiert.» Christliche Kirchen sind in Nigeria immer wieder das Ziel von Angriffen islamistischer Terroristen. Am Sonntag gab es dort erneut einen Bombenanschlag.

Am Samstagabend hatte Benedikt gemeinsam mit tausenden Gläubigen im Dom die Osternacht gefeiert. Dabei wird das Osterlicht in der Vorhalle entzündet, und der Papst bringt es in die dunkle Kirche. Die Kerze stellt die von den Christen weltweit gefeierte Auferstehung Jesu dar. Im Zuge der mehrstündigen Zeremonie im Petersdom nahm der Papst traditionsgemäß Erwachsene von mehreren Kontinenten durch Taufe und Firmung in die katholische Kirche auf. Unter den acht Getauften sind zwei Deutsche, ein 41-jähriger Mann und eine 31-jährige Frau.

Nach den anstrengenden Feierlichkeiten in Rom wollte Benedikt, der am 16. April 85 Jahre alt wird, den Ostermontag in der päpstlichen Sommerresidenz Castel Gandolfo verbringen. (dpa)

Heiliger Stuhl

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