Freitag, 24. Mai 2013

10. Mai 2012 15:07 Uhr

Ermittlungen zur Neonazi-Terrorzelle

Polizei betrieb eigenen Döner-Imbiss in Bayern

Auf der Suche nach den Mördern der NSU-Opfer betrieb die Polizei eine Dönerbude in Nürnberg. Damit wollte man die Täter locken, erklärte Ex-Oberstaatsanwalt Walter Kimmel.

NSU-Morde: Bei den Ermittlungen zur mysteriösen Mordserie an Gewerbetreibenden ausländischer Herkunft hatte die bayerische Polizei einen eigenen Döner-Imbiss in Nürnberg eingerichtet.
Foto: Symbolbild, dpa

Die Polizei vermutete die Mörder der NSU-Opfer lange im türkischen Milieu oder in der organisierten Kriminalität und betrieb deshalb für sechs Monate einen Döner-Imbiss in Nürnberg. Der Laden sei ein halbes Jahr lang von einem V-Mann betrieben worden, um Hinweise auf organisierte Kriminalität im Lieferantenmilieu zu sammeln, sagte der frühere Nürnberger Oberstaatsanwalt Walter Kimmel am Donnerstag vor dem Untersuchungsausschuss des Bundestags.

NSU: Ex-Oberstaatsanwalt Kimmel bestreitet Fehler

Im vergangenen November war bekanntgeworden, dass die Neonazi-Terrorzelle NSU für die Morde an neun Männern türkischer und griechischer Herkunft sowie einer Polizistin verantwortlich sein soll. Von den Opfern betrieben einige einen Döner-Imbiss.

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Der Vorsitzende des Bundestags-Untersuchungsausschusses, Sebastian Edathy (SPD) sagte zu den neuen Informationen, Spuren im Bereich der organisierten Kriminalität sei man mit einem «ungleich höhere Aufwand» nachgegangen als einem möglich rechtsextremen Tatmotiv. Ex-Oberstaatsanwalt Kimmel betonte dagegen, aus damaliger Sicht habe man «alles Menschenmögliche» getan, um die Taten aufzuklären. dpa, AZ

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