Auf der Suche nach den Mördern der NSU-Opfer betrieb die Polizei eine Dönerbude in Nürnberg. Damit wollte man die Täter locken, erklärte Ex-Oberstaatsanwalt Walter Kimmel.

Die Polizei vermutete die Mörder der NSU-Opfer lange im türkischen Milieu oder in der organisierten Kriminalität und betrieb deshalb für sechs Monate einen Döner-Imbiss in Nürnberg. Der Laden sei ein halbes Jahr lang von einem V-Mann betrieben worden, um Hinweise auf organisierte Kriminalität im Lieferantenmilieu zu sammeln, sagte der frühere Nürnberger Oberstaatsanwalt Walter Kimmel am Donnerstag vor dem Untersuchungsausschuss des Bundestags.
Im vergangenen November war bekanntgeworden, dass die Neonazi-Terrorzelle NSU für die Morde an neun Männern türkischer und griechischer Herkunft sowie einer Polizistin verantwortlich sein soll. Von den Opfern betrieben einige einen Döner-Imbiss.
Der Vorsitzende des Bundestags-Untersuchungsausschusses, Sebastian Edathy (SPD) sagte zu den neuen Informationen, Spuren im Bereich der organisierten Kriminalität sei man mit einem «ungleich höhere Aufwand» nachgegangen als einem möglich rechtsextremen Tatmotiv. Ex-Oberstaatsanwalt Kimmel betonte dagegen, aus damaliger Sicht habe man «alles Menschenmögliche» getan, um die Taten aufzuklären. dpa, AZ
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