Samstag, 20. Dezember 2014

09. Juli 2013 16:25 Uhr

Extremismus

Rechtsextreme locken Jugendliche verstärkt ins Internet

Rechtsextreme nutzen im Internet immer häufiger Soziale Netzwerke, um Jugendliche mit ihren Botschaften zu erreichen. Im Jahr 2012 sei die Zahl der erfassten rechtsextremen Angebote auf 5500 gestiegen, wie die Organisation «jugendschutz.net» mitteilte.

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Gefahr im Netz: Neonazis versuchen Jugendliche verstärkt mit rechtsextremen Inhalten zu erreichen.

«Facebook und YouTube spielen für die Ansprache von Jugendlichen die wichtigste Rolle», sagte Stefan Glaser, Leiter des Extremismusbereichs der von der Bundeszentrale für politische Bildung unterstützten Organisation. 2011 seien es noch 3700 in den sozialen Netzwerken erfasste Beiträge gewesen.

Auch der Kurzmitteilungsdienst Twitter spiele für Neonazis eine immer wichtigere Rolle bei der Mobilisierung von Anhängern und der Verbreitung ihrer Informationen. 196 rechtsextreme Twitter-Accounts dokumentierte «jugendschutz.net» im vergangenen Jahr. Im Jahr zuvor seien es noch 141 gewesen.

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Statische Szenewebsites gerieten für Rechtsextreme hingegen zunehmend in den Hintergrund, sagte Glaser. Nur ein Viertel der als rechtsextrem eingestuften Angebote fand sich noch auf klassischen Internetseiten. Im Vergleich zu 2011 sei die Zahl von rund 1700 auf 1500 zurückgegangen. Einzige Ausnahme: islamfeindliche Websites. Hier verzeichnete «jugendschutz.net» einen Anstieg von 25 auf 40 Seiten im deutschsprachigen Netz.

Immer häufiger verbreiteten Neonazis auch unverhohlen Hasspropaganda und Gewaltvideos im Internet. Die Zahl der strafbaren Inhalte, beispielsweise von volksverhetzenden Äußerungen oder von Holocaustleugnungen, sei im Vergleich zum Vorjahr deutlich angestiegen. In der überwiegenden Mehrzahl lagen die rechtsextremen Internetangebote auf Servern in den USA.

In den großen Online-Netzwerken werde mittlerweile jedoch verstärkt gegen rechtsextreme Inhalte vorgegangen. «Mit den großen US-Diensten wie Facebook und YouTube gibt es eine gute Zusammenarbeit», sagte Glaser. Fast alle von «jugendschutz.net» gemeldeten Fälle problematischer Inhalte würden mittlerweile von den Anbietern gelöscht. Ein Problem sei jedoch, dass gelöschte Inhalte kurze Zeit später in leicht veränderter Form oder mit neuen Zugangskonten eingestellt würden.

«Facebook ist aktiver geworden», sagte Thomas Krüger, Präsident der Bundeszentrale für politische Bildung. Rechtsextreme wichen deshalb immer häufiger auf Dienste aus, in denen sie sich sicherer fühlten - beispielsweise das russische Netzwerk VK (bisher bekannt als VKontakte). Derartige «sichere Häfen» müssten verhindert werden, sagte Krüger. In einzelnen Fällen hätten die VK-Betreiber auf Initiative von «jugendschutz.net» bereits Hassbeiträge gelöscht. Es seien jedoch über den Einzelfall hinausgehende Kooperationen nötig. (dpa)

Bericht Rechtsextremismus online als PDF

jugendschutz.net zu Rechtsextremismus

Grundlagentexte der Online-Beratung gegen Rechtsextremismus

Bundeszentrale für politische Bildung

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