Samstag, 18. November 2017

14. November 2017 12:25 Uhr

Prognose

Rentenbeitrag sinkt voraussichtlich auf 18,6 Prozent

Gute Nachrichten stehen den Rentnern in Haus - doch langfristig sind die Aussichten gar nicht rosig. Deshalb erreicht die Jamaika-Partner die Forderung, kräftig gegenzusteuern.

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Ein Senkung der Rentenbeiträge könnten die Beschäftigten in ein paar Jahren bitter bezahlen.
Foto: Julian Stratenschulte (dpa)

Der Beitragssatz für die gesetzliche Rente sinkt Anfang 2018 voraussichtlich leicht um 0,1 Prozentpunkte auf 18,6 Prozent. Das teilte der Vorstandsvorsitzende der Rentenversicherung, Alexander Gunkel, in Würzburg mit. Die Bundesregierung dürfte den Schritt per Verordnung vollziehen.

Grund für die positiven Rentenfinanzen sind die gute Konjunktur und Beschäftigungslage. Bis zum Jahr 2022 könnten die Rentenbeiträge dann voraussichtlich stabil bleiben. 2023 dürfte er wieder auf 18,7 Prozent steigen. 2024 wird eine Steigerung auf 19,8 Prozent vorausgesagt. Dann dürfte der Beitragssatz mit dem Eintritt weiterer geburtenstarker Jahrgänge in die Rente schrittweise weiter steigen, bis er im Jahr 2030 bei 21,6 Prozent liegen dürfte.

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Die rund 21 Millionen Rentner können im Sommer mit einer Erhöhung ihrer Bezüge um rund 3 Prozent rechnen. Voraussetzung sei, dass sich Löhne und Gehälter wie derzeit prognostiziert entwickeln, so Gunkel.

"Statt heute die Beiträge zu senken, sollte die Regierung an morgen denken und angemessene Rücklagen bilden", sagte das IG-Metall-Vorstandsmitglied Hans-Jürgen Urban der Deutschen Presse-Agentur in Berlin.

Über die Beitragsentwicklung sagte Urban: "Die Reduzierung des Beitragssatzes um 0,1 Prozentpunkte bringt für einen Durchschnittsverdiener eine Entlastung von knapp 1,60 Euro im Monat." Er warnte davor, dass die Beschäftigen die Senkung spätestens ab 2023 bitter bezahlen müssten. Wegen des Übertritts immer mehr geburtenstarker Jahrgänge in die Rente steige dann der Beitragssatz über viele Jahre. Gleichzeitig werde das Rentenniveau kontinuierlich sinken, mahnte Urban.

Die Präsidentin des Sozialverbands VdK, Ulrike Mascher, sagte der Deutschen Presse-Agentur: "Damit die Bezieher von Grundsicherungsleistungen etwas von der prognostizierten Rentenerhöhung haben, fordern wir einen Freibetrag von 200 Euro." Bisher würden die Rentenerhöhungen komplett mit der Grundsicherung verrechnet. "Die Einführung eines Freibetrags wäre ein echter Schritt zur Armutslinderung." dpa

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