Sonntag, 25. Februar 2018

09. Februar 2018 17:07 Uhr

Kommentar

SPD im Chaos: Das unfassbare Schulz-Jahr

Am Ende eines atemberaubenden Jahres steht Martin Schulz vor dem politischen Nichts. Das hat er sich vor allem selbst zuzuschreiben.

i

Martin Schulz hat einen historischen Absturz hinter sich.
Foto: John Macdougall, AFP

Das komplette Scheitern des Martin Schulz ist die unfassbare Geschichte eines Mannes, der zuerst überschätzt wurde und sich am Ende selbst überschätzt hat. Eines Getriebenen, der auf seiner Suche nach dem richtigen Kurs ein ums andere Mal falsch abgebogen ist und irgendwann keinen Ausweg mehr fand.

Dass er am Ende dieses atemberaubenden Jahres vor dem politischen Nichts steht, hat er vor allem sich selbst zuzuschreiben.

ANZEIGE

Schulz hat alles versucht, um seine Karriere zu retten

Schulz war seiner Aufgabe nicht gewachsen. Er fing an als einer, der sich nicht verbiegen lassen wollte. Und er endete als einer, dem die absurdesten Verrenkungen nicht zu peinlich waren, um seine eigene Karriere zu retten.

Selten hat ein Politiker innerhalb von so kurzer Zeit so oft das Gegenteil dessen getan, was er zuvor versprochen hatte. Schulz verschleuderte seine Glaubwürdigkeit, um sich mit letzter Kraft in sein letztes Ziel, das Außenministerium, zu schleppen.

Martin Schulz hat nicht allein Schuld am Absturz der SPD

Das Scheitern des SPD-Vorsitzenden ist aber auch eine tragische Geschichte. Die Schuld an einem derart historischen Absturz, wie ihn die SPD gerade erlebt, kann unmöglich ein Mann allein tragen. Doch jene Genossen, die Schulz am Anfang noch zu Füßen lagen, traten ihn am Ende mit Füßen. Sein Rückzug war die beste Entscheidung seit Monaten – auch für ihn selbst.

Die News zur Regierungsbildung finden Sie in unserem Blog.

Lesen Sie dazu auch: Sigmar Gabriel ist beliebt wie nie – doch die SPD serviert ihn ab

Wir möchten wissen, was Sie denken: Die Augsburger Allgemeine arbeitet daher mit dem Meinungsforschungsinstitut Civey zusammen. Was es mit den Umfragen auf sich hat und warum Sie sich registrieren sollten, lesen Sie hier.

 

i

Ein Artikel von
Michael Stifter

Augsburger Allgemeine
Ressort: Politik



Alle Infos zum Messenger-Dienst