Die Staatsanwaltschaft geht nach den Angriffen von Salafisten auf Polizisten, die eine Pro NRW Kundgebung in Solingen schützten von einer geplanten Attacke aus. Als Anhänger der Splitterpartei Pro NRW am Dienstag in der Nähe einer Moschee islamkritische Karikaturen gezeigt hatten, versuchten radikale Islamisten, die Polizeiabsperrung zu durchbrechen, schlugen mit Stöcken und warfen Steine.
Staatsanwaltschaft geht von geplanter Salafisten-Attacke aus
Die Wurfgeschosse seien mitgebracht worden, in der Umgebung habe es keine Steine gegeben, sagte der Wuppertaler Staatsanwalt Wolf-Tilmann Baumert am Mittwoch der Nachrichtenagentur dpa. Das habe ein ganz anderes strafrechtliches Gewicht.
81 Festnahmen nach Salafisten-Attacke auf Polizisten
Nach den Angriffen von radikaler Islamisten auf Polizisten am Dienstag in Solingen sind 44 Angehörige der salafistischen Szene vorübergehend festgenommen worden. Weitere 37 Personen, die sich vor oder in der nahe gelegenen Moschee aufhielten, wurden ebenfalls zur Personalienfeststellung ins Polizeipräsidium gebracht. Alle seien anschließend wieder auf freien Fuß gekommen, sagte eine Polizeisprecherin am Mittwoch in Wuppertal. Der Staatsschutz ermittele wegen gefährlicher Körperverletzung und Landfriedensbruch.
Pro NRW mit Islamkarikaturen
Die Attacke hatte begonnen, als Anhänger der rechtspopulistischen Splitterpartei Pro NRW in der Nähe der Moschee bei einer Wahlkampfaktion islamkritische Karikaturen zeigten. Die Salafisten versuchten daraufhin, mit Gewalt die Polizeiabsperrung zu durchbrechen. Einige schlugen dabei mit Stöcken und warfen Steine. Zwei Beamte und ein unbeteiligter Passant wurden verletzt. Unter anderem erlitt ein Polizist eine Platzwunde durch einen Stockschlag. Auch ein Salafist wurde leicht verletzt.
Mosche von Salafisten wird durchsucht
Eine am Abend begonnene Durchsuchung der Salafisten-Moschee wurde am Mittwochmorgen fortgesetzt. Nähere Einzelheiten wurden zunächst nicht bekannt. dpa/AZ